Porträt

laut.de-Biographie

Pera Susu & DJ Crates

Dass sich nach der Jahrtausendwende noch ein Rapper und ein DJ ausgerechnet in einer Uni kennen lernen, scheint in Deutschland leider ein Unikum zu sein. Man kann durchaus Spaß an der Überlegung finden, mit welchen Beleidigungen überzeugte Intellektuellenhasser wie Fler oder Bass Sultan Hengzt solche Studentenrapper belegten, würde ihr Panorama über den Berliner Tellerrand hinausreichen.

Wo Humboldt-Matrikulanten also zittern müssen, droht Siegener Studenten keine Gefahr. DJ Crates alias C. Hagemann kann beim ersten Zusammentreffen schon auf eine - für einen deutschen Produzenten ohne Crew - beachtliche Karriere zurückblicken. Insgesamt 14 Platten gehen bis zum Jahr 2006 mehr oder weniger auf das Konto des Beatbastlers, darunter Mixtapes, ein Feature mit Mr. Fresh, zwei mit DJ Diplomat und die Japan Edition der Battlebreaks-Scheibe von MZEE. Ein guter Ruf als Live-DJ kommt da quasi von alleine.

Pera Susu, die reimende Hälfte des Duos, hat nicht ganz so viele Erfolge zu verbuchen. M. Reiffenrath, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, konnte vor dem Treffen mit Siegens aufstrebendem Produzenten nur zwei Lebenszeichen an die dortige Szene aussenden. Wirkt "Mohnsaft" 2003 schon wie ein Opiat, kann die EP "Weltfremd" im Folgejahr noch einen draufsetzen.

Beide eint eine tendenzielle Vorliebe für vergangene Zeiten. Während Crates häufig alte Filmthemen loopt oder auf simple Beatstrukturen setzt, scheint Pera Susu einen Narren am Deutschrap der 90er gefressen zu haben. Was nicht heißt, dass er Berührungsängste mit Neuzeitrap hätte – der Siegener produziert in schöner Regelmäßigkeit Battletrack-Perlen.

Unter diesem Stern entsteht auch der erste gemeinsame Output. "Viel Zu Früh", mit Features von Roey Marquis Schützling Absztrakkt und Siegens Finest Nazz'n'Tide erscheint Anfang 2006 und kann sich durchaus sehen lassen. Den proklamierten Anspruch, das Debütalbum für "den gemeinen Rapfan, und für die Spex-Leser, die Hip Hop aber auch ganz toll finden" zu konzipieren, erfüllt das Duo jedenfalls voll und ganz.

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