Porträt

laut.de-Biographie

Oh No

"It's a family affair", sangen Sly & The Family Stone zu Beginn der 1970er und könnten damit den Werdegang der Familie Jackson im Auge gehabt haben. Zu diesem Zeitpunkt ist Otis Jackson selbst als Sänger noch dick im Geschäft. Ein paar Jahrzehnte später treten seine Söhne das Erbe an. Nicht im Soul, sondern im Bereich Underground-Hip Hop.

Otis Jackson Jr., besser bekannt als Madlib, macht Mitte der 1990er mit dem Lootpack zum ersten Mal auf sich aufmerksam. Als sein Bruder gute zehn Jahre später ins Geschäft einsteigt, ist Madlib schon der Produzenten-Maestro.

Doch Oh No hat keine Mühe, Madlibs Ruhm abzustreifen und sich selbst in Szene zu setzen. Wie kann es auch anders sein, bei einem Musiker, der mit echtem Namen Michael Jackson heißt?

2004 debütiert er mit "The Disrupt" auf dem Label, auf dem auch Madlib gesignt ist. Schnell erwächst er innerhalb des Stone Throw-Rosters zu einer Art Lieblingskind. Wildchild, MED und Roc 'C' verlassen sich auf seine Produzentenkünste, außerhalb der Labelgrenzen arbeitet er für De La Soul, Juggaknots und Murs.

Die Kritiken überschlagen sich. XXL, The Source, URB und wie sie alle heißen: Kein Szenemagazin liegt Oh No nicht zu Füßen. Insbesondere, als er ein paar Jahre später das Meisterwerk "Dr. No's Oxperiment" veröffentlicht, das sich fast ausschließlich aus Samples türkischer, libanesischer, griechischer und italienischer Musik speist. Mit "Dr. No's Ethiopium" setzt er noch einen drauf und verwendet nur äthiopische Samples – ähnlich der "Beat Konducta"-Reihe seines Bruders.

"Das ist mein Ding. Ich studiere die Musik, beschäftige mich ausführlich mit ihr und versuche, kreativ mit ihr umzugehen", benennt Oh No im Gespräch mit der Juice sein Arbeitscredo.

Das stößt auf Gegenliebe, zum Beispiel bei The Alchemist, mit dem sich Oh No unter dem Banner Gangrene zusammentut, um im Stile der Jaylib-Projekts gemeinsame Alben aufzunehmen. Damals machten Madlib und J Dilla gemeinsame Sache.

Privat läuft bei dem passionierten Videospiele- und Box-Fan nicht alles glatt und rund. Mit 17 wird Oh No zum ersten Mal ungewollt Vater, später folgen Nachwuchs Nummer zwei und drei. "Ihretwegen habe ich eine Ernsthaftigkeit entwickelt, die mich hart arbeiten lässt." Nebenbei sind möglicherweise die Erben der Jackson-Dynastie gesichert.

Alben

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