Porträt

laut.de-Biographie

OOIOO

So seltsam und unkonventionell wie der lautmalerische Name der japanischen Frauen-Power-Band OOIOO, ausgesprochen oh-oh-eye-oh-oh, nimmt sich auch ihre Musik aus. Angesiedelt zwischen noisigen Klangexperimenten, krautrockigen Hypnogrooves und plakativ naivem Kunstverständnis à la Chicks On Speed gehört das Quartett zum weiteren Umfeld von Yamatsuka Eyes Band The Boredoms, Japans vielleicht bekanntestem Noise-Rock-Kollektiv. Und wie schon ihre musikalischen Ziehväter The Boredoms, so erfreuen sich auch OOIOO in der New Yorker Avantgarde-Szene um John Zorn und Sonic Youth größter Beliebtheit.

Im Vorprogramm der Sonic Youth Japan-Tournee 1996 materialisieren sich OOIOO erstmals, nachdem Mastermind Yoshimi das Projekt kurz zuvor in einem fiktiven Artikel aus der Taufe gehoben hat. Zu diesem Zeitpunkt kann sie bereits auf eine bewegte Karriere in Japan zurückblicken. 1986 tritt sie als Drummerin der Formation UFO Or Die erstmals in Erscheinung. Hier trifft sie auf den Sänger Yamatsuka Eye, der noch im selben Jahr die experimentelle Band The Boredoms ins Leben ruft, wo Yoshimi bis zum heutigen Tage als Sängerin, Keyboard- und Trompetespielern sowie als Drummerin im Line Up auftaucht.

Zu Beginn der 90er Jahre rekrutiert Sonic Youth-Basserin Kim Gordon Yoshimi am Schlagzeug für ihr Projekt Free Kittin. In der Folge releast sie drei Singles auf Ecstatic Peace, wo auch Karl Heinz Stockhausen, Thurston Moore und Sonic Youth zeitweilig zu Hause sind. 1996 findet sie in Kyoto (Gesang und Gitarre), Maki (Bass) und Yoshiko (Schlagzeug) drei Gleichgesinnte, die ihre Vorliebe für eklektische Soundcollagen teilen. OOIOO erwachen zum Leben.

Bis zum Debüt auf Vinyl dauert es allerdings noch zwei Jahre. Der selbstbetitelte Erstling "OOIOO" erscheint 1998 und findet mit seinen rhythmischen Soundcollagen schnell eine treue Fangemeinde. Den guten Ruf von OOIOO begründen nicht zuletzt die Liveperformances, bei denen die vier Damen ihre Körper gerne mit fluoriszierenden Farben bemalen und derart leuchtend über die Bühne hüpfen. Der Psychedelic-Sound erfährt hier seine optische Umsetzung.

Das kalifornische Label Birdman, wo auch The Warlocks veröffentlichen, bringt den zweiten OOIOO-Longplayer "Feather Float", der sich in Richtung New Wave, Pop, Electronic und Punk zu gleichen Teilen weiter entwickelt. 2004 nimmt das Chicagoer Avantgarde-Label Thrill Jockey die vier Japanerinnen für die Produktion des Albums "Kila, Kila, Kila" unter Vertrag, auf dem sich OOIOO ruhiger und verträumter als bisher geben.

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