2017 machen wir jeden Tag zum Frauentag: Zwölf Listen, grob sortiert nach Genre oder Thema, bringen euch 365 Interpretinnen und Bands näher.

Konstanz (skb) - Statt Jahr für Jahr am 8. März gönnerhaft den Frauentag zu begehen und die Damenwelt ansonsten weitgehend unter den Tisch fallen zu lassen, machen wir 2017 jeden Tag zum Frauentag. Grob sortiert nach Genre oder Thema, servieren wir euch mit der Reihe "Die Frau in der Musik" einmal im Monat eine Liste, die euch Interpretinnen und weiblich besetzte Bands nahebringt.

Wir zeigen Stars und Außenseiter aus Pop, Hip Hop, Metal, Jazz und anderen Musikrichtungen. Projekte, in denen eine oder mehrere Frauen die Hauptrolle spielen. Eine Reihe, die man Leuten um die Ohren hauen kann, die am Ende des Jahres immer noch behaupten, Frauen spielten ihre untergeordnete Rolle in der Musik zurecht. Den Auftakt machen ...

30 Frauen aus Soul und Funk

Obwohl Popstars wie Adele, Lady Gaga, Miley Cyrus, Rihanna oder Beyoncé in den Medien stark vertreten sind und einen großen Anteil des Umsatzes generieren, wird die Luft hinter ihnen schnell dünn.

Vorurteile allüberall

Frauen stoßen auch heute noch auf Vorurteile, haben es als Musikerin, Produzentin und Managerin schwerer. Bei der Zusammenstellung von Festival-Lineups finden sie oft kaum Berücksichtigung. Musikmagazine neigen noch immer dazu, sie stark unterzurepräsentierten. Bereits ein Blick auf die Cover der führenden Blätter spricht Bände.

Selbst wenn sie wie Björk ihre Alben zum größten Teil komplett selbst schreiben und aufnehmen, schustert ein Teil der Berichterstattung dem Produzenten des Longplayers die größere Rolle zu. Ein Blick in unsere Meilenstein-Rubrik zeigt, dass wir uns diesbezüglich auch an die eigene Nase fassen müssen. Wir liefern dort ganz sicher kein leuchtendes Vorbild für Gleichberechtigung. Immerhin: Wir versuchen, zu lernen.

Aufs Äußere reduziert

Sobald Frauen in Kritiken, Interviews oder News in den Mittelpunkt rücken, werden sie regelmäßig auf ihr Äußeres reduziert. Um verdienten Respekt zu erhalten, muss eine Frau weitaus mehr leisten als ihr männliches Gegenüber. Frauen sind "süß", "sexy" und "heiß", können sogar "fast so gut" wie Männer rappen und Gitarre spielen. Für manche Genres wie Folk dürfen sie dann wieder bloß nicht zu gut aussehen.

Ein paar Originalzitate aus den Tiefen des Internets? Bitte schön: Beth Ditto (The Gossip) ist "eine Wucht-Brumme mit mittelmäßiger Stimme die ein Modelabel für 500 kg Mode gegründet hat" und einen "Rubensfrauen-Fetisch" bedient. Lady Leshurr bietet nicht etwa ausgefeilte Raptechnik, sondern in erster Linie "einen geilen Körper". Außerdem: "Frauen können nicht in einer Rockband spielen. Auf Tournee zu sein, ist ein zu harter Job für sie. Sie werden krank davon!"

Sollte man sich erdreisten, all dies zu kritisieren, gilt man schnell als lustfeindlich. "Frauenquote im Geschmack. Peinlich." "Die Aufregung kommt von denen, die sich Abends die Chippendales ansehen."

Von der Legende bleibt der Blowjob

Selbst eine Legende wie Janis Joplin lässt sich innerhalb von zwei Sätzen ruckzuck auf einen Blowjob reduzieren, den sie angeblich einst Leonard Cohen gab ("Chelsea Hotel #2"). Selbst, wenn der Sänger diesen Zusammenhang später bestritt. Wie eine Freundin treffend zusammenfasste: "Willkommen im Leben als Frau: Du kannst eine der größten Sängerinnen überhaupt gewesen sein, woran sich die Kerle erinnern, ist, wem du mal einen geblasen hast."

Dabei gibt es in jedem Genre jede Menge Frauen, die sich über ihre Musik ausdrücken. In manchen findet man sie leichter (Rock), in machen stehen sie zeitweise gar im Mittelpunkt (Pop). In anderen bedarf es deutlich mehr Eigeninitiative und Zeit, um sie aufzuspüren (Hip Hop, Metal). Aber: Frauen sind überall. Hört ihnen endlich zu.

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