Porträt

laut.de-Biographie

Nasum

Auch wenn es die Krawallbrüder von Nasum gerade mal auf vier richtige CDs seit ihrer Gründung 1992 bringen, sollte man die Band nicht unterschätzen. Nach altem Grind- und Hardcore-Brauch haben die Jungs nämlich unzählige Singles und Split-CDs veröffentlicht und sind auch auf zahlreichen Compilations vertreten.

Tsunami: Deutsche Musiker wollen helfen
Tsunami Deutsche Musiker wollen helfen
Gut eine Woche nach der Flutkatastrophe in Südost-Asien rufen auch deutsche Musiker zur Hilfe auf und gehen selbst mit gutem Beispiel voran.
Alle News anzeigen

Los geht es, als sich Anders Jakobson (Gitarre/Bass) und Richard Alriksson (Drums/Vocals) im heimischen Schweden zusammentun, um Lärm in der Tradition alter Napalm Death-Scheiben zu machen. Das deutsche Poser Slaughter-Label bietet ihnen an, eine Split-Single mit Agathocles zu veröffentlichen. Der Grundstein zu Nasum ist gelegt. Kurz vor den Aufnahmen stößt noch Mieszko Talarczyk (Gitarre) zur Band. Es folgen noch ein paar weitere Split-Singles, und die drei nehmen noch neun Songs für den "Really Fast Vol.9"-Sampler auf, die insgesamt 3:30 Minuten dauern.

Nach ein paar weiteren Singles und einer EP mit Psycho gehen sie daran, ein anständiges Demo aufzunehmen, um vielleicht auch irgendwann einen richtigen Deal an Land zu ziehen. 1995 klatschen die Schweden mal kurz 18 Songs auf die EP "Industrislaven". Danach folgen die beiden ersten Livegigs, und für Rickard ist klar, dass er darauf keinen Bock hat und aus Nasum aussteigt. Nachdem sie mehrere Versuche unternehmen, ihn zu ersetzen, klemmt sich Anders hinters Schlagzeug und Mieszko übernimmt sämtliche Gitarrenparts.

Es folgen wieder zwei Split-Singles, bevor Mieszko sein eigenes Studio namens Soundlab aufmacht, in dem sie jetzt nach Herzenslust aufnehmen und lärmen können. Eine der Aufnahmen gerät in die Hände von Relapse Records, die nicht lange zögern, sondern Nasum einen Deal für eine komplette Scheibe unter die Nase reiben. Die schlagen zu, knüppeln 42 Songs ein und packen 38 davon auf den ersten offiziellen Longplayer "Exhale/Inhale". Das Teil ist nicht nur in Schweden ein Referenzmodell in Sachen politischer Grindcore.

Nachdem Jesper Liveröd das Line-Up als Basser wieder komplettiert, folgt eine Tour mit den Labelkollegen von Soilent Green, Today Is The Day, Exhumed und Morgion, die auf dem '99er Milwaukee Metal Festival endet. Für "Human 2.0" schreiben die Schweden dann nur 31 Songs, von denen es gerade mal 25 auf das Album schaffen, da doch tatsächlich Tracks dabei sind, die die Zwei-Minuten-Grenze sprengen. Doch auch jetzt bleiben sie der Single-Tradition treu und veröffentlichen immer wieder Split-Singles mit anderen Bands.

Im Herbst 2001 gehen sie mit Napalm Death auf Europatour, mit denen sie sich nicht nur musikalisch hervorragend verstehen. Danach machen sie erst mal ein paar Wochen Pause, ehe es mit The Haunted und Nine quer durch Schweden geht. Der Rest des Jahres geht für Einzelgigs und - was sonst - eine Split-Single mit Skitsystem drauf.

Auch 2002 ist ein ereignisreiches Tour-Jahr. Zum Jahreswechsel beginnen dann die Aufnahmen zum dritten Longplayer "Helvete". Als Gäste tauchen im Studio und auf der CD unter anderem Shane Embury (Napalm Death), Jörgen Sandström (Entombed), Petter Freed (2 Ton Predator) und Ex-Drummer/Sänger Rickard auf. Mit schlappen 22 Songs ist "Helvete" schon beinahe ein Verrat am Underground. Für die Live-Auftritte schließt sich Urban Skytt von Regurgitate dem Trio an, das im Sommer 2003 schon wieder als Duo firmiert, da sich Jesper mehr auf seine eigene Combo Burst konzentrieren will.

Nasum - Shift
Nasum Shift
In den Grindcore der Extremmetzler mischen sich metallische Elemente.
Alle Alben anzeigen

Das ist aber nicht weiter wild, da Jon Lindqvist den vakanten Bassposten schnell wieder besetzt. Urban stößt ebenfalls als festes Bandmitglied dazu, als Quartett entern sie mit Napalm Death, A.C. und Pig Destroyer den Flieger, um eine Tour durch Japan zu fahren. Zurück in Schweden machen sie sich nicht nur an die Arbeiten zum neuen Album, sondern sahnen auch gleich noch einen schwedischen Radio-Award sowie einen Grammy ab. Von Relapse Records haben sie sich inzwischen wieder getrennt und suchen nach einem neuen Labelpartner.

Diesen finden sie in Form von Burning Heart Records, die Anfang Oktober "Shift" veröffentlichen. Neben den gewohnten Trademarks finden sich auf dem Album auch deutlich metallischere Einflüsse. Als Gastshouter ist diesmal Rogga Johansson dabei, der auch schon auf der letzten Edge Of Sanity-Scheibe ins Micro gebellt hat.

Am 26. Dezember 2004 nimmt die Geschichte von Nasum eine tragische Wendung, als die von einem Erdbeben ausgelöste Flutwelle Südost-Asien heimsucht. Sänger Mieszko Talarczyk wird auf Ko Phi Phi, der schönsten aller Inseln, von der Tsunami-Welle überrascht und gilt zunächst als vermisst. Erst nach Wochen quälender Ungewissheit gelingt es den Behörden, Talarczyks Leichnam zu identifizieren.

Am 17. Februar bestätigt die offizielle Webseite der Band den Tod ihres Sängers und beendet ihr Schaffen. 2006 veröffentlichen Nasum eine Doppel-CD mit über 100 raren und unveröffentlichten Songs und ausführlichem Booklet. Mit "Grind Finale" scheint die Ära Nasum zunächst abgeschlossen zu sein, doch im Frühjahr 2008 erscheint mit "Doombringer" noch ein Album, das Aufnahmen der Japantouren aus den Jahren 2004 und 2007 enthält.

News

Alben

Nasum - Shift: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2004 Shift

Kritik von Michael Edele

In den Grindcore der Extremmetzler mischen sich metallische Elemente. (0 Kommentare)

  • Nasum

    Offizielle Homepage.

    http://www.nasum.com
  • Nasum@MySpace

    Grind my mind, it's MySpace.

    http://www.myspace.com/nasumband

Noch keine Kommentare