Porträt

laut.de-Biographie

Nachlader

Wer ist um 1975 herum geboren? Richtig, Daniel Baumann, der Kopf hinter Nachlader. Und wenn nun auch du dich angesprochen fühlst und überdies in früher Jugend PC-Hits wie "Summer"-, "Winter"-, "World"- oder "California"-Games gezockt hast, könntest du dich daran erinnern, dass ein Nachlader damals ein durchaus wichtiges Instrumentarium war. Denn die einzelnen Game-Levels mussten auf dem ollen C64 aus Speichergründen nachgeladen werden.

Den zumeist affirmativ-poppigen Elektro-Nummern des Nachlader-Debütalbums "Bock Auf Aphorismen" ist dagegen kein Vorwurf größerer Groove-Stockungen zu machen. Playstation-Fan Baumann schwört auf 80s-Basslinien, Vocoder- und Sequencer-Tools sowie Gitarren- und sonstige Samples. Alles scheint erlaubt, so lange der Beat mindestens so schön rollt wie bei New Order, den Pet Shop Boys, Ladytron oder Schneider TM.

Entgegen letzterem, der als Dirk Dresselhaus im richtigen Leben erst von Bielefeld aus nach Berlin umsiedeln musste, ist Baumann von Geburt an ein Hauptstadtkind. Als dicker Teenager erlebt er keine leichte Jugend, weder am Gymnasium Wilmersdorf, noch später, als er die Instrumente Gitarre und Bass näher inspiziert. Dafür dürfte ihm der Körperumfang sicher bei der Bewerbung für einen Türsteher-Job geholfen haben, den er neben einigen anderen (Veranstalter, DJ) für sich austestet.

Irgendwann entdeckt Baumann den Synthie und verliebt sich prompt. Dem Hobby-Betätigungsfeld Musik widmet er sich sogar mit schier unglaublicher Ausdauer, wovon zumindest seine drei Uni-Scheine in Kuturwissenschaft zeugen, die er innerhalb von knackigen 18 Semestern ansammelt. Aber es ist ja nicht umsonst: 2001 gründet er mit Freunden das Elektro-Projekt Unkool und testet erstmals die Live-Atmosphäre, von der er schon als Achtjähriger träumte, als er in seinem Zimmer Schilder mit der Aufschrift "Daniel Baumann - Live in der Waldbühne" malte.

Zu den Musiker-Kumpels zählen u.a. 9 und Rich And Kool, die 2005 sogar mit Bloc Party touren, da für die bereits gemeinsam mit Nachlader ein Remix entstanden ist. Weitere Kunden der Berliner Mixgemeinschaft (namens Free Radicals) sind I Am X, Bruder und Kronstädta und Louie Austen.

Überhaupt tanzt Baumann auf allen möglichen Hochzeiten: Außer Musiker, Remixer und passiver Sportfanatiker ist der Berliner auch als Kurzgeschichten-Autor beim Literatur-Projekt "12 Stunden Berlin" aktiv. 2004 legt er unter dem Namen Nachlader los, die Kollegen Serge Kool (Bass, Raps) und Svensson (Drums) im Gepäck, was der Berliner Labels-Mannschaft positiv auffällt. Bald darauf erscheint die EP "An Die Wand" mit den späteren Albumtracks "Individuum Vakuum", "Arbeitsgeld", "Kontrolle Ist ..." und "Einfache Dinge" mitsamt dem "Arbeitsgeld"-Videoclip.

2005 darf ein Nachlader-Song sogar auf den Soundtrack des weltweit eineinhalb Millionen Mal verkauften EA Sports-Game "FIFA Soccer 2005", neben UK-Stars wie Franz Ferdinand und New Order. Zeit also für's Debütalbum, das mit großem Slogansport seine Bahnen zieht. Kurze, pointierte und hintergründige Geschichten lässt Baumann vorwiegend im Short Message-Stil über seinen Synthie-Pop gleiten, was sich u.a. so anhört: "Fett sind die Beats auf meiner neuen Platte, fett werde ich wenn ich zuviel Pommes hatte, fett sind die Verluste bei der Plattenindustrie, fett sind die Gewinne bei Musikpiraterie." Im Früjahr 2005 geht der Spaß auf Tournee.

Alben

  • Nachlader

    Offizielle Seite mit sämtlichen Infos.

    http://www.nachlader.de
  • Labels

    Die Band bei Labels: nicht so üppig.

    http://www.labelsmusic.de/
  • Rich And Kool

    Homepage von Nachladers Kumpel.

    http://www.richandkool.de/

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