Porträt

laut.de-Biographie

Menace

Eigentlich hat es Augsburg mit Roy Black schon längst zu einem Eintrag auf der musikalischen Landkarte gebracht. Die Gitarrenpop-Buben von Anajo, die immerhin als Gesandte des weißblauen Freistaats denselben bei Stefan Raabs Bundesvision Songcontest vertreten durften, stammen ebenfalls aus der Stadt der Puppenkiste. Mit Menace schickt Augsburg nun auch einen überaus tauglichen Rap-Act ins Rennen.

Menace, mit bürgerlichem Namen Jürgen Risinger, entstammt einer Musiker-Familie. Stets offene Ohren für unterschiedlichste Strömungen bewahren ihn vor der im Hip Hop häufig regierenden Eingleisigkeit. Neben den einschlägigen DJs und MCs rechnet er Funk- und Jazzkünstler zu seinen Einflüssen, die hörbare Spuren in seinem späteren Output hinterlassen sollen.

2006 veröffentlicht Menace mit "Blut, Schweiss Und Tränen" sein Debüt-Album. Obwohl er damit noch unter den Neulingen auf dem Rap-Parkett geführt wird, zählt er doch eigentlich längst zu den zumindest mittelalten Hasen. Seit Mitte der 90er Jahre greift Menace wieder und wieder zum Mikrofon. Dennoch: "Für die Masse bin ich wohl trotzdem der Newcomer", so seine realistische Selbsteinschätzung im Interview mit allesreal.de.

Also wer zur Hölle ist dieser Menace? Sein Aufnahme-Debüt gibt er 2003 auf dem Dichtergilde-Album "Sklaven Der Technics". Hier und auf einer sich anschließenden kleinen Tour erregt der Augsburger einige Aufmerksamkeit, die ihm den einen oder anderen Feature-Part einträgt. Richtig durchgestartet wird zwei Jahre später: Seine Crew, die So' Twinz, stellen mit "Proleten Pop 2007" ihr Debüt im Internet bereit. Innerhalb von 14 Tagen verzeichnen die Jungs stolze 47.000 Zugriffe. Ihr Track "Wie Fühlt Sich's An" rangiert wochenlang in den Download-Charts des SWR.

Dieser Rekord lässt sich wenig später noch toppen. Mit "Fresse Halten, Wählen Gehen" spricht Menace anlässlich der im September 2005 anstehenden Bundestagswahl wohl Parteien jeglicher Ausrichtung aus der Seele. Der Track wird in schlappen 22 Tagen mehr als 57.000 Mal heruntergeladen. Menace tritt auf Festivals, Jams und bei Open Air-Veranstaltungen auf. Er teilt sich die Bühne mit den Massiven Tönen, Spax, Toni L, den Lone Catalysts, Franky Kubrick und anderen mehr.

Die Idee zu einem Solo-Album schwelt bereits seit 2000 in Menaces Kopf. Dort schlummern zahlreiche sehr persönliche Tracks, die sich letztlich nur im Alleingang, nicht in Kompromisslösungen einer Crew verwirklichen lassen. Hierfür fehlt zunächst allerdings schlicht die Zeit: Alben der Dichtergilde und der So' Twins gehen vor. Menace veröffentlicht zwischendurch mit "Mamacita" eine weitere Download-EP. "Vom Winde Verweht" schafft zudem den Sprung auf Platz drei der Antenne Bayern-Charts.

Bis mit "Blut, Schweiss Und Tränen" tatsächlich ein "echtes", handfestes Album fertig gestellt wird, schreibt man bereits das Jahr 2006. Menace steckt neben Herz, Seele und Verstand eine Riesenportion Musikalität in sein Solo-Debüt. Er hat "geschwitzt, geblutet, geweint, gehämmert, gesägt, gebohrt und gefeilt" und präsentiert ein vielseitiges, cleveres, charmantes Resultat. Seinem Anspruch, "richtige Songs mit Höhen und Tiefen" schreiben zu wollen, anstatt Loops in Endlosschleifen zu Tode zu nudeln, wird er in vollem Umfang gerecht. Etwa die Hälfte seiner Beats bastelt Menace höchstpersönlich. Live bringt er seine Tracks gemeinsam mit einer achtköpfigen Live-Band auf die Bühne. Sein Hang zu Soul und Funk beschränkt sich dabei keineswegs auf einen Gruß aus dem "Midnight Train To Georgia".

Alben

Videos

Drowning in Density
To the Marrow
Painted Rust
I Live With Your Ghost
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