Porträt

laut.de-Biographie

Melanie Fiona

Offenbar gibt es bestimmte Ingredienzien, die einer Karriere im modernen Soul erst so richtig Würze verleihen - oder wenigstens der betreffenden Promotion. Musikalische Eltern scheint eine davon zu sein, die Lust am Singen von klein auf - gerne ausgelebt im örtlichen Kirchenchor oder vergleichbaren Versammlungen - eine andere. Die frühzeitige Bereitschaft, für die Karriere Opfer zu bringen, wäre eine dritte Zutat.

Bis auf den Kirchenchor vereint Melanie Fiona, die eigentlich Melanie Hall heißt, all dies in sich, als sie 2009 ihre erste Single beim gar nicht mehr so schillernden Universal-Ableger Motown veröffentlicht. Sie übernimmt damit direkt eine große Bürde, schließlich stand der Evergreen "Time Of The Season" der Zombies als Samplebasis für "Give It To Me Right" Pate.

"Ich denke, dass meine Musik Soul reflektiert, und dass das Label daher perfekt zu mir passt", erzählt sie dem NDR im Interview. Trotzdem tut sie sich mit dem Prädikat Soul schwer.

Die kulturelle Vielfalt der kanadischen Einwanderergesellschaft habe sie entscheidend beeinflusst: "Ich habe dadurch asiatische, spanische, italienische, indische Freunde - aus der ganzen Welt. Das gab mir zu denken, wie ich Musik machen kann, die alle möglichen Leute erreicht." Letztlich entspreche ihre Musik einem Gemisch aus Pop, R'n'B, Hip Hop und Reggae mit einem Schuss Soul.

Geboren wird Melanie Anfang der 1980er in Toronto als Tochter zweier Migranten aus Britisch-Guyana. In Sachen Musik hat die Frau zuhause die Hosen an: "Meine Mutter, für die Musik genauso viel bedeutet wie für mich, hat bei uns immer Platten aufgelegt – alles von The Ronettes bis hin zu Whitney Houston." Bei der Hobbyband ihres Vaters darf sie hin und wieder in den Proben mitmischen. "Ich war ein absolut zierliches Mädchen mit einer wahnsinnig voluminösen Stimme", beschreibt sie sich rückblickend.

Einige Jahre später bildet sie zusammen mit Andreena Mill und der späteren US-MTV-Moderatorin Nicole Holness das R'n'B-Trio Xquisite, mit dem sie einige kleinere Erfolge feiert. Schließlich singt sie sich in die Aufmerksamkeit Carmen Murrays von Title 9 Productions. Fortan steht sie unter anderem mit Akon, Lupe Fiasco, Robin Thicke und Keyshia Cole auf der Bühne, im Herbst 2009 erscheint ihr Album "The Bridge".

"Ich bin die Brücke zwischen den unterschiedlichen Einflüssen, die meinen Sound geprägt haben", so die promopathetische Erklärung für den Namen des Debüts. Für die Zombies jedenfalls war "Time Of The Season" der Sargnagel ihrer gemeinsamen Karriere, nach vielen Flops war die Band bereits getrennt, als der Klassiker erschien. Für Melanie Fiona könnte der Titel mehr Glück bereit halten.

Videos

Monday Morning
Give It To Me Right
Bang Bang
Gone And Never Coming Back

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