Porträt

laut.de-Biographie

Martin Jondo

Beinahe vier Jahre hat sich der Berliner mit asiatischen Wurzeln Zeit genommen, bis er Ende Juni 2006 sein langerwartetes Debüt "Echo & Smoke" veröffentlicht. Nach zwei Jahren des Tourens mit der Kölner Reggae-Ikone Gentleman, zahlreichen Features und einer Auszeichnung als Newcomer des Jahres 2004 ist diese Platte überfällig.

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Martin Jondo Sprung, so sein voller Name, kommt 1979 als Sohn einer Koreanerin und eines Deutschen zur Welt und wächst am nördlichen Rand Berlins auf. In den frühen 90ern gerät er erstmals mit dem Glauben der Rastafari in Kontakt. Er beginnt, sich mit Religion und Spiritualität auseinanderzusetzen - und natürlich mit der damit zusammenhängenden Musik. Reggae wird zur Berufung.

Der Rasta-Glaube ist ein naturverbundener. Martin Jondo streift auf der Suche nach seinen eigenen Wurzeln durch Wiesen und Wälder, die in einigen Gebieten des einstigen Todesstreifens noch nahezu unberührt wuchern. Die Gitarre im Gepäck entstehen erste Songs.

In halbwegs professionelle Bahnen gelenkt wird Jondos Talent, als er 2002 Gentleman begegnet. Dieser zeigt sich angemessen beeindruckt von der charismatischen Stimme des jungen Berliners und bietet ihm an, ihn auf seine "Journey To Jah"-Tour zu begleiten. Zwar ist nur ein Job als Merchandiser zu haben, doch Jondo sieht seine Chance. Er bricht - sehr zum Verdruss seiner Eltern, versteht sich - sein Studium ab und macht sich auf die Reise.

Martin Jondo - Sky Rider
Martin Jondo Sky Rider
Volle Band-Power für Mr. Sunshine.
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Selbstverständlich lässt der Kölner Headliner sein eben entdecktes Goldkehlchen nicht am Tourdevotionalien-Stand versauern. Abend für Abend holt er ihn auf die Bühne und präsentiert einem ebenso verblüfften wie begeisterten Publikum seinen singenden T-Shirt-Verkäufer. Bei einer dieser Gelegenheiten bringt Martin Jondo erstmals seine Eigenkomposition "Rainbow Warrior" zu Ohren eines größeren Publikums, als es Waldlichtungen zu bieten haben.

Zurück in Berlin stürzt sich der aufstrebende Musiker in die Arbeit. Er schreibt weitere Songs, singt für Soundsystems wie Pow Pow oder Redemption Sound Dubplates ein und nimmt diverse Featureparts auf. Silly Walks "Songs Of Melody" präsentieren Martin Jondo mit "Wunderlampe". Auf Mellow Marks Debüt "Sturm" ist er mit "Bloodhunter" vertreten, auf Culcha Candelas "Next Generation" mit "Jeder Tag Ist Ein Comeback".

Martin Jondo leistet seinen Beitrag zu etlichen Reggae-Samplern. Die gemeinsam mit Gentleman und Tamika entstandene Single "Rainy Days" erscheint auf dem Livealbum "Gentleman And The Far East Band". Auf Germaicans "Shining Stars"-Sampler brilliert er mit "Der Rebell" auf dem ohnehin zauberhaften Elemental-Riddim, zur Compilation "Statements Outta Babylon" steuert er "Wake Up" bei. Auch auf Tekas Crystal Woman macht er mit gleichnamigem Tune auf ebenso gleichnamigem Rootdown-Sampler eine exzellente Figur.

Nur über jamaikanische Riddims zu voicen stellt den Gitarristen und Songwriter allerdings nicht zufrieden: Er braucht seine eigene Spielwiese. In aller Freundschaft löst er sich aus dem mächtigen Schatten Gentlemans und knüpft neue Kontakte. In Kraans de Lutin, der auch mit Mellow Mark arbeitet, und bei Homeground-Records findet er Verbündete. Die Leserschaft des Riddim-Magazins kürt Martin Jondo Anfang 2005 zum Newcomer des Jahres 2004.

Kraans de Lutin produziert im Berliner Phlexton-Studio seine im Frühjahr 2005 erscheinende Debüt-EP "Rainbow Warrior". Von Uptempo-Reggae über Hip Hop-angehauchten Sound bis hin zu erdigem Rootsreggae zeigt das Mini-Album Martin Jondos komplette Bandbreite. Seine Unplugged-Qualitäten stellt er mit der Akustiknummer "You" unter Beweis.

Im Januar 2006 kommt Peter Thorwarths Film "Goldene Zeiten" in die Kinos. Martin Jondo liefert mit "The One" und "Just The Other Day" Perlen für den Soundtrack. Während der ganzen Zeit feilt er, wieder gemeinsam mit Kraans de Lutin, an seinem ersten Longplayer. "Echo & Smoke" erscheint Ende Juni und hält, was die Vorgeschichte verspricht: Älteres Material ("Just The Other Day" und "Jah Gringo", das in einer akustischen Version bereits im Netz zu haben war) wird durch brandneue Songs ergänzt. Sachte Love-Tunes, politische Statements, alles mit Blick auf die Roots - und für "Clearly" schaut wieder der alte Weggefährte Gentleman um die Ecke.

Doch im Grunde benötigt Jondo keinerlei Beiwerk. Featuregäste, Begleitung, sogar seinen Vornamen wirft er über Bord. Nur mit Akustikgitarre macht er die beste Figur: "Pure".

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Jondo - Pure: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2009 Pure

Kritik von Dani Fromm

Eine Stimme. Eine Gitarre. Sonst nix. (0 Kommentare)

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Cherry
Rivers (Sometimes)

Fotogalerien

Gesehen im Kulturladen Konstanz 2006 Der Berliner und die Ruffcats begeisterten die volle Hütte.

Der Berliner und die Ruffcats begeisterten die volle Hütte., Gesehen im Kulturladen Konstanz 2006 | © laut.de (Fotograf: Niko Dittmann) Der Berliner und die Ruffcats begeisterten die volle Hütte., Gesehen im Kulturladen Konstanz 2006 | © laut.de (Fotograf: Niko Dittmann) Der Berliner und die Ruffcats begeisterten die volle Hütte., Gesehen im Kulturladen Konstanz 2006 | © laut.de (Fotograf: Niko Dittmann) Der Berliner und die Ruffcats begeisterten die volle Hütte., Gesehen im Kulturladen Konstanz 2006 | © laut.de (Fotograf: Niko Dittmann)

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