Porträt

laut.de-Biographie

Marianne Rosenberg

Wenn man sich die Lady auf Bildern anschaut, möchte man kaum glauben, dass Marianne Rosenberg bereits seit dem 10. März 1955 auf unserem Planeten wandelt. Als eines von sieben Kindern verbringt sie ihre Kindheit in Berlin. Durch ihren familiären Background, kommt sie schon sehr früh mit dem Showgeschäft in Berührung.

Der Vater, Otto Rosenberg, ist eine der wenigen Überlebenden des Genozids an den Sinti und Roma, Auschwitz-Häflting und später auch politisch aktiv als Vorsitzender des Berliner Verbandes der Sinti und Roma in Deutschland. Er lebte als Kind und Jugendlicher bis zu seiner Deportierung in dem berüchtigten Zwangslager Marzahn. Einige seiner Verwandten wurden von Leni Riefenstahl für den Film "Tiefland" rekrutiert.

Als 15-jähriges Mädchen nimmt Marianne an einem Nachwuchswettbewerb teil und erhält auch gleich einen Plattenvertrag. Mit ihrer ersten Single "Mr Paul McCartney" debutiert sie erfolgreich und legt damit den Grundstein für viele weitere Ohrwürmer. Für diesen Song erhielt sie 1971 von der Europawelle Saar den Preis für die beste deutsche Nachwuchskünstlerin. Als Dauergast in der ZDF-Hitparade (R.I.P.) stand sie stets im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses, obwohl mancher Miesepeter sie zu Beginn ihrer Karriere als Eintagsfliege betitelt. Mit enormem Durchsetzungsvermögen hat sie bewiesen, dass sie alles andere ist. Ihre Hits "Fremder Mann", "Er gehört zu mir" oder "Marleen" bestimmen mit ihrem unnachahmlichen, hohen und schneidenden Gesang das Bild der Schlagerlandschaft in den Siebzigern entscheidend mit.

Irgendwann aber wurde es der nur 1.58 kleinen Rosenberg zu doof, immer das kleine Liebchen zu spielen und sich den Wünschen der Schlagerszene anzupassen. Kurzerhand erfindet sie sich neu und macht in den Achtzigern mit bizarren Kostümen und grellen Bühnenshows Schlagzeilen. Ebenfalls nicht in den Kontext des Schlagers passt, dass sie durchaus politisch engagiert ist, sich gegen Atomkraftwerke ausspricht und dass sie so ganz nebenbei wohl die Ikone der deutschen Schwulenbewegung ist. Man denke nur an Ralf König und diverse Szenen in seinen Comics.

Überhaupt kann Marianne mit dem Begriff des Schlagers nicht all zu viel anfangen, sagt sie doch selbst: "Was ich mache, hat nichts mit Schlager zu tun!" In die heile Welt der Nicoles und Roland Kaisers gehört sie sowieso nicht, Heiraten findet sie "einfach blöde". Sie tritt mit Leuten wie Kai Havaii (Extrabreit) auf, singt mit Rio Reiser und auch auf der letzten Schweisser-Platte ist sie als Sängerin zu hören.

Marianne Rosenberg ist Kult und diesen pflegt sie behutsam. Weiß sie doch selbst, dass sie im Laufe der Zeit diverse Höhen und Tiefen erlebt hat und dass Ruhm nichts ewig Währendes sein muss.

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Marianne Rosenberg - Himmlisch: Album-Cover
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2000 Himmlisch

Kritik von Alexander Cordas

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