Porträt

laut.de-Biographie

Malcolm Middleton

Malcolm Middleton verkörpert eigentlich den klassischen Folksänger, schreckt jedoch nicht davor zurück, im Alternativerock-Gewand nebst Band Gas zu geben. Die Singer/Songwriter-Referenz Simon & Garfunkel konkurriert beständig mit Bruce Springteens Breitwand-Rock um die Vorherrschaft in Malcolms Soundgefüge - ohne dass ein eindeutiger Sieger auszumachen wäre. Auch jüngere Vertreter der Generation Folk wie The Swell Season oder der Generation Punkrock wie The Gaslight Anthem können als Soundalike herhalten.

Der gebürtige Schotte lebt die Liebe zur Musik seit den Neunzigern berufsmäßig aus. Zu der Zeit sammelt er erste Banderfahrungen, die sich erstmals 1995 zu einem international ernst zunehmenden Projekt verdichten. Gemeinsam mit Aidan Moffat hebt er die Folk-Indies Arab Strab aus der Taufe. In der elfjährigen Bandgeschichte veröffentlichen die beiden sechs Studioalben.

Malcolm tritt erstmals 2002 als Solist in Erscheinung und lenkt den Fokus nach dem Arab Strab-Split auf seine Solokarriere. Der Mittdreißiger beherrscht ein ungewöhnlich großes Spektrum diverser Musikinstrumente wie Saxofon, Gitarre oder Piano.

Er gilt als zynischer Charakter, der seine Aussagen mit einer gehörigen Portion Ironie spickt: "Ich genieße den Schreibprozess. Dabei schreibe ich darüber, was ich weiß. Jedoch weiß ich nicht wirklich viel." Eine ernsthafte Komponente geht ihm zwar nicht gänzlich verloren, dennoch übt er sich durchgängig in Understatement - und führt dies auf eine grenzgängerische Ader zurück:

"Die Avantgarde-Szene mag mich nicht, da ich zu normal bin und Refrains verwende. Der Mainstream mag mich auch nicht. Könnte ich vielleicht ein wenig mehr wie James Bluntoder James Morrison klingen? Überhaupt nicht, schon der Versuch wäre zum Scheitern verurteilt. Könnte ich eventuell eine etwas seriösere Richtung einschlagen wie Nick Cave? Nein, ich habe nicht genug Charisma."

Eigenen Aussagen zufolge markiert sein fünftes Soloalbum einen Einschnitt. Der Wunsch nach stilistischer Vielseitigkeit – seit jeher ein Markenzeichen des schottischen Künstlers – führt dazu, dass die Soloaktivitäten zunächst auf Eis liegen und er sich anderen, bisher unerkundeten Bereichen zuwenden möchte.

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