Porträt

laut.de-Biographie

MSTRKRFT

Seit der Jahrtausendwende beeindruckt Kanada mit seinen musikalischen Exporten die Clubs dieser Welt. Neben Turbo Records Chef Tiga, Electro-Pop-Duo Chromeo, dem bis dato jüngsten DMC World Champion A-Trak oder der Trash-Combo Crystal Castles zählt auch MSTRKRFT zu seinen Einwohnern. Auf Myspace sind sie allesamt schon längst Ehrenbürger.

Al-P alias Al Puoudziukas und JFK alias Jesse Frederick Keeler gründen nach erfolgreichen Solopfaden 2005 die Band ohne Vokale. Hierfür bedienen sich übrigens an der Trademark eines Kanadischen Herstellers für Hochleistungswerkzeuge (Mastercraft).

Schon seit Ende der 90er Jahre stecken sich die Langzeitfreunde regelmäßig Tapes ihrer Projekte gegenseitig in die Tasche. Al-P nennt mit seinem Umzug nach New York bald schon Studios wie das "Sound on Sound" oder "Chung King" seinen Arbeitsplatz. Dort arbeitet er mit Größen wie Jay-Z, Wyclef Jean oder David Clayton Thomas zusammen und entwickelt sich zum Produzenten-Genie.

JFK stattdessen, dessen Vater schon in Bands wie Steppenwolf oder Parliament an der Gitarre hing, zeichnet für Bass und Synthies in der Punkrock-Band Death From Above 1979 verantwortlich, nachdem er zuvor für Femme Fatal spielte. Für Death From Above 1979 gewinnt er schließlich auch Kumpel Al-P als Producer.

Gelangweilt von Punkrock und der hiesigen Musikszene, wächst der Drang des schnauzbärtigen Duos, neuen Sound zu machen, der sich in ganz anderen Koordinaten bewegen soll und schließlich zur Motivation und Gründung des gemeinsamen Dance-Projekts führt. 2006 wird Death From Above 1979 offiziell aufgelöst, noch im selben Jahr erscheint schon das MSTRKRFT Debüt-Album "The Looks" auf dem Label Last Gang Records.

War es doch längere Zeit eher ruhig auf der Nordseite der Niagara-Fälle im Vergleich zum Über-Nachbar New York, fährt der Pegel nun hoch. New Rave- und Electroclash-Fans um Ed Banger, Boys Noize und Digitalism freuen sich über die experimentelle Zusammenkunft von House, Hip Hop, Punk und Noize.

Innerhalb eines Jahres erlangen JFK und Al-P durch diese Formel Kultstatus in der Szene. Zahlreiche Remixe für geschätzte Kollegen wie Wolfmothers, Justice, The Kills, Bloc Party, Gossip oder John Legend machen die Aufmerksamkeit dabei perfekt. Ihr Rezept ist relativ einfach, aber trotzdem knallhart - Knarz, Fieps, Bang - immer direkt auf die Mütze, immer tanzbar.

Produktionstechnisch arbeiten sie wohl eher unkonventionell. Denn zu ihrem Studioequipment zählen sie gerne auch defekte Geräte, wie zum Beispiel einen beschädigten Prophet 600er Synthesizer, auf den Al-P schwört und Sounds herauskitzelt, die er auf anderem Wege nicht umzusetzen vermag. Dieser kaputte Synthie steht für die Magie von MSTRKRFT, so der Zauberer an den Reglern. Obwohl beide das Schlagzeug perfekt beherrschen, verwenden sie ansonsten gewöhnliche 909 und 707 Drum Computer.

2009 erscheint auf Steve Aokis Label Dim Mak ihre neue Platte "Fist Of God", dort findet sich auch der Hit "Bounce" mit dem Rapper N.O.R.E. wieder. Vier Jahre nach ihrer Gründung führt die Promotour zum Album schon zu einer gleichnamigen Welttour.

"All we do is party, ha ha ha ha" - das ist Programm. Zwei kopfnickende Schnauzbartträger, mehrere Spirituosen, ca. 100 Zigaretten und dreckiger Electro - fertig ist die MSTRKRFT-Show.

Interviews

Alben

MSTRKRFT - The Looks: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2007 The Looks

Kritik von Gregory Britsch

Druckvolle Symbiose aus breitbeiniger Rockpose und Elektro. (0 Kommentare)

Videos

Video Video wird geladen ...

Noch keine Kommentare