Porträt

laut.de-Biographie

Laura Veirs

Zu Schulzeiten ist Laura Veirs ein unscheinbares Mädchen aus Colorado Springs, das sich nicht besonders für Musik oder das Musikmachen interessiert. Lieber beschäftigt sie sich als Leiterin des High School Schwimm-Teams. Bis das Studium der Geologie sie 1992 ans Carleton College in Minnesota zieht, spielt Musik praktisch keine Rolle in ihrem Leben.

An der Uni lernt sie mit 19 Jahren, Gitarre zu spielen, erste Kontakt mit der Musik von Bands wie Bikini Kill oder Sonic Youth entstehen. Das Indietum begeistert sie und folglich gründet sie mit ein paar Freundinnen ihre erste Punk-Band. Das Bandgefüge hält allerdings nicht lange und Veirs beschließt, alleine weiter zu machen.

Mit dem Abschluss in der Tasche zieht sie auf die nördlich von Seattle gelegenen San Juan-Inseln. Die Inselgruppe ist zwar außer einem konstanten Touristenstrom (sie gelten als einer der besten Orte in den USA, um die vorbei ziehenden Wale zu beobachten) von der Außenwelt recht abgeschlossen, nichtsdestotrotz floriert in dieser Gegend eine kleine Musiker-Szene um das Örtchen Anacortes.

Bret Lunsford, der Ex-Gitarrist von Beat Happening, betreibt dort einen Plattenladen und macht Veirs mit ihrem späteren Gitarristen Karl Blau bekannt. Durch dessen weitläufige Verbindungen zu Musikern aus der Underground-Indie/Folk-Szene Amerikas öffnet sich für die Sängerin schnell eine komplett neue Welt der Indie-Nerds in der Touristen-Einöde.

1999 nimmt die Dame mit der markanten Brille in einer dreistündigen Live-Session ihr erstes, selbstbetiteltes Album auf. Es erscheint - wie auch ihre zweite Platte "The Triumphs And Travials Of Orphan Mae" (2000) - im Eigenvertrieb und verkauft sich hauptsächlich auf Konzerten. Die ursprünglichen Noise-Einflüsse sind aus ihrem zerbrechlichen Songwriter-Space-Pop nicht mehr herauszuhören.

Karl Blau verschafft ihr Kontakt zu Tucker Martine, dem Produzenten ihres zweiten Albums und später ihr Lebensgefährte. Martine ist kein unbekannter in der US-Indieszene - auf der amerikanischen Musikmesse South By Southwest steckt er dem Chef des Londoner Labels Bella Union ein paar Aufnahmen in die Tasche. Begeistert von ihrer festen aber doch immer weichen Stimme und ihren ausgefeilten Arrangements nimmt er Veirs sofort unter Vertrag. "Troubled By The Fire" erscheint 2002 international.

Und die Welt kann sich mit dem Album durchaus anfreunden. Die Kritiken geraten überwiegend positiv und der Name Laura Veirs wächst langsam aber sicher aus dem Underground heraus. Mit ihrem vierten Album "Carbon Glacier" (2003)versucht sie es zum ersten Mal mit einer richtigen Background-Band: Die Tortured Souls bestehen aus den alten Bekannten Karl Blau (Bass) und Tucker Martine (Drums) sowie Bill Frisells (Gitarre), Eyvind Kang (Bratsche), Steve Moore (Keyboards) und Lori Goldston (Cello).

Regelmäßig veröffentlicht Veirs in den folgenden Jahren neue Alben. 2010 gründet sie ihr eigenes Label Raven Marching Band, 2011 nimmt sie mit "Tumble Bee" in ihrem Wohnzimmer in Portland eine Sammlung an Kinderliedern auf, die sie ihrem 2010 geborenen Sohn Tennessee widmet. Mit dabei sind neben Stammproduzent Tucker Martine auch Colin Meloy von den Decemberists und Jim James von My Morning Jacket.

Alben

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