Porträt

laut.de-Biographie

K.D. Lang

Was in Deutschland Marianne Rosenberg und Rosenstolz für die einheimische Homosexuellen-Szene sind, das ist K.D. Lang im internationalen Sinne, eine Ikone der Lesben und Schwulen.

Schon komisch, wenn man diese Tatsache vor dem Hintergrund sieht, dass Lang einmal als Country-Sängerin angefangen hat. Nicht unbedingt das, was man eine typische Karriere im Musikgeschäft nennen könnte.

Geboren in Alberta in Kanada kommt sie zur Musik, als sie sich im College mit dem Leben von Patsy Cline auseinandersetzt, das gerade für ein Theaterstück aufgeführt werden sollte. Cline hat sie so nachhaltig beeindruckt, dass sie sich zum Ziel setzt, selbst Sängerin zu werden. Zusammen mit Ben Mink gründet sie die "Re-Clines", sogar im Bandnamen zollt sie ihrem Idol Tribut. 1983 erscheint deren Debut und wird von einigen kleinen Blättern mit wohlwollenden Kritiken aufgenommen. Der Zweitling "A Truly Western Experience" macht sie landesweit bekannt und 1985 wurde Lang als "Most Promising Female Voice" bei den Juno Awards ausgezeichnet.

Durch diese Medienpräsenz im Nachbarstaat werden langsam auch amerikanische Plattenfirmen auf die Frau aufmerksam und so kommt sie 1986 bei "Sire" unter. Dort veröffentlicht sie "Angel With A Lariat", welches komischerweise speziell bei Rock-Fans bestens ankommt. Die amerikanische Country-Szene kann lange nichts mit Lang anfangen, zu rockig und unkonventionell ist ihr eigenwilliger Stil.

1988 ist das Jahr ihres persönlichen Coming Outs. Vor der Veröffentlichung ihres vierten Albums "Ingenue" erklärt sie in einem Interview, dass sie lesbisch sei. Ein mutiger Schritt, wenn man bedenkt, dass die Country-Szene in den Staaten nicht gerade für viel Toleranz bekannt ist. Mittlerweile hat sie jedoch einen Status inne, der sie gegen Anfeindungen immun macht.

Legendär mittlerweile der Ausspruch Madonnas, der sich auf K.D. Lang bezieht und zeigt, dass sie längst auch im Pop-Jetset wahrgenommen wird: "Elvis is back! And she's beautiful!".

Mit "Ingenue" (1992) wendet sich Lang von der Countrymusik ab und präsentiert ein ausgereiftes Stück Popmusik ohne falschen Pathos. Die Platte enthält auch "Constant Craving", Langs einzigen Charterfolg in Deutschland. So gewinnt sie viele neue Fans, ohne die alten komplett zu verschrecken. Zwar kann sie in der Folgezeit nie den ganz großen Erfolg landen, doch eine stattliche Anzahl von treuen Fans halten ihr nach wie vor die Stange.

Mit "Drag" (1997) wendet Lang sich gegen die zahlreichen Gesundheitsapostel in den USA, die unter anderem das Rauchen verbieten wollen - einige Radiosender boykottieren sie deshalb eine Zeitlang. Auch für "Invincible Summer" (2000) hat sie alle Songs selbst geschrieben, das Album zeigt bereits eine erstaunliche innere Geschlossenheit. Keiner der Songs fällt aus dem Rahmen und dabei beansprucht doch jedes Stück für sich sein eigenes Konzept, hat spezielle Eigenheiten.

Für "Hymns Of The 49th Parallel" bedient sie sich im großen Fundus kanadischer (F)Volkshelden. Stücke von Neil Young, Joni Mitchell, Leonard Cohen und Ron Sexsmith kommen auf dem Album zu Ehren.

Auf "Reintarnation" (2006) und "Watershed" (2008) oder zuletzt "Sing It Loud" (2011) macht sie selbstbewusste Popmusik, die weder vor Country-Elementen noch vor Streicher-Begleitung zurückschreckt.

K.D.s Arbeit lässt sich eben nicht in eine Schublade pressen. Ihr Spiel mit vielen Elementen der populären Musik sorgt für Abwechslungen und Überraschungen. Die Vereinbarkeit von Country mit z.B. Blues, Soul, Pop und Gospel stellen ihre Songs immer wieder unter Beweis.

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