Porträt

laut.de-Biographie

Ladysmith Black Mambazo

Als Paul Simon 1986 "Graceland" veröffentlicht, ist die Begeisterung groß. Das Album ermöglicht nicht nur dem New Yorker Singer/Songwriter ein großartiges Comeback, sondern stellt auch ein internationales Sprungbrett für die vielen mitwirkenden afrikanischen Künstler dar. Unter ihnen ein südafrikanischer Chor, der zu diesem Zeitpunkt bereits ein Vierteljahrhundert aktiv ist: Ladysmith Black Mambazo.

Dessen einziges beständiges Mitglied ist der 1941 geborene Joseph Shabalala, der 1960 einen Gesangsverein namens The Highlanders gründet. 1964 nennt er ihn nach einem Traum um. Der Name ist Programm: "Ladysmith" ist die Stadt im Südosten des Landes, aus der er stammt, "Black" bezieht sich auf eine Rinderart, die als die Kräftigste der Gegend gilt, "Mambazo" bedeutet Axt – weil Shabalala und seine Truppe regelmäßig die Gesangswettbewerbe gewinnen, an denen sie teilnehmen.

Die Grundlage des Gesangs des Chors sind weniger Gospel als Mbube und Isicathamiya aus seiner Heimatregion KwaZulu-Natal. In den folgenden Jahren verfeinern die Mitglieder ihre Fähigkeiten so sehr, dass sie ab 1973 nicht mehr an Wettbewerben teilnehmen dürfen – weil sie zu gut sind. Dafür erhalten sie einen Plattenvertrag und sind 1974 die erste schwarze Band, die in Südafrika Goldstatus erreicht.

Auf das Debüt "Amabutho" folgen regelmäßig weitere Alben, die auch im Ausland Aufmerksamkeit erregen. Ihre erste Auslandsreise führt Ladysmith Black Mambazo 1981 nach Köln, wo sie bei einem Festival südafrikanischer Musik teilnehmen. Sie bedanken sich mit dem Stück "Wir Grüßen Euch Alle" auf dem Album "Phansi Emgodini" und kehren im folgenden Jahr zurück.

1985 lernt Shabalala Paul Simon kennen, der auf der Suche nach Musikern für ein neues Album durch Südafrika reist. Der Songwriter lädt die Band zu Aufnahmen nach London ein, was zunächst für Kritik sorgt, durchbrechen alle Beteiligten faktisch das Embargo, das die internationale Gemeinschaft gegen das südafrikanische Apartheid-Regime verhängt hat. Der riesige Erfolg des Albums und der dazugehörigen Tour, an der auch der Chor teilnimmt, lassen den Missmut jedoch verstummen. Simon bedankt sich für das gemeinsame Stück "Homeless", indem er die folgenden drei Alben von Ladysmith Black Mambazo produziert. Mit dem zweiten, "Shaka Zulu" (1988), gewinnen die Südafrikaner ihren ersten Grammy.

Das Ende des Aparheid-Regimes 1991 bringt Shabalala zunächst Trauer ein, als ein weißer Polizist seinen Bruder und Chormitglied Headman erschießt. Ihn und drei ausgestiegene Mitglieder ersetzt er mit vier seiner Söhne. Im weiteren Verlauf des Jahrzehnts unterstützt der Chor aktiv Nelson Mandela, der ihn 1993 zur Verleihung des Friedensnobelpreises mit nach Oslo nimmt.

Als Botschafter des Friedens treten Shabalala und seine Männer bei vielen Benefizveranstaltungen auf und veröffentlichen auch im neuen Jahrtausend regelmäßig Alben. 2006 erscheint "Long Walk To Freedom", mit dem sie 45 Jahre Bandtätigkeit feiern. Als Gäste leisten unter anderen Sarah McLachlan, Melissa Etheridge, Natalie Merchant, Emmylou Harris und Taj Mahal einen Beitrag.

Ladysmith Black Mambazo sind nach wie vor acht Monate im Jahr auf Tour. "Der Zahn der Zeit scheint nicht an ihnen zu nagen, während sie weiterhin um die Welt reisen, um neue Freunde kennen zu lernen und neue Hörerschaften zu erschließen. Das ermöglicht Joseph Shabalala, weiterhin seine Botschaft zu verkünden: Friede, Liebe und Harmonie", ist dazu auf der Webseite des Chors zu erfahren.

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