Porträt

laut.de-Biographie

K's Choice

Die wichtigsten Personen im Bandgefüge der belgischen K's Choice sind die Geschwister Sarah (Gesang und Gitarre) und Gert Bettens (Gitarre und Backing Vocals). Das Line-up wird anfangs durch Jan Van Sichem Jr. (Gitarre), Eric Verheyden (Bass) und Koen Lieckens (Schlagzeug) komplettiert.

Die Bandgeschichte beginnt Ende der 80er Jahre in Antwerpen. Sarahs Bruder Gert spielt mit einigen Freunden in einer Band namens The Basement Plugs. Als Sarah testweise vorsingt, bekommt sie sofort den Posten am Mikro. Die Basement Plugs touren mit Coverversionen durch Belgien, Sarah veröffentlicht derweil 1992 eine Solosingle. Ihr Cover von Hank Williams "I'm So Lonesome I Could Cry" schafft es in die Top 5 der belgischen Charts.

Die Plattenfirma Double T Music (Sony Belgien) wird auf sie aufmerksam und bietet ihr einen Vertrag für ein komplettes Album an. Bei den Verhandlungen erwähnt sie, dass ihr Bruder auch Musik macht und dass sie gerne mit ihm zusammenarbeiten würde. Ein Akustikset überzeugt die Vertreter der Plattenfirma, und so erscheint 1993 das The Choice-Debüt (so nennt sich die Band anfänglich) "The Great Subconscious Club".

1994 tourt die Band durch Europa, in Frankreich als Vorband von Morphine, in Großbritannien mit den Proclaimers und in Deutschland mit den Indigo Girls. Diese sind so angetan, dass sie The Choice mit in die USA nehmen, um dort ihre Konzerte von ihnen eröffnen zu lassen. Der Erfolg ist überwältigend, hat jedoch auch seine Schattenseiten: die amerikanische Band The Choice steht plötzlich auf der Matte und droht mit einer Klage, sollten die Belgier nicht schnellstens ihren Namen ändern. Der neue Name ist bald gefunden, aus The Choice wird K's Choice. Das K bezieht sich auf den Protagonisten Josef K auf Kafkas "Der Prozess".

1995 erscheint "Paradise In Me". Die Single "Not an Addict" wird europaweit zum Hit und K's Choice steigen zum europäischen Indie-Pop-Act erster Klasse auf. Mit Bart Van Der Zeeuw gibt es einen Wechsel an den Drums, und auch der Bass wird immer wieder mal weitergereicht. Als Alanis Morissette die Band 1995 beim Pinkpop-Festival und bei Rock am Ring sieht, ist die Kanadierin so begeistert, dass sie die Belgier auf ihre US-Tour einlädt. Einmal in den USA, bleiben K's Choice beinahe ein Jahr dort und spielen mit The Verve Pipe und Tonic weitere Gigs.

In den USA feiert die Band Achtungserfolge in den Charts, und auch in Australien, wo das Quintett 1997 ebenfalls spielt, setzt sich "Paradise In Me" in höheren Chartregionen fest. Wenn sie ausnahmsweise mal nicht touren, schreiben Sarah und Gert zu Hause in Belgien an neuen Songs. In Brüssel nehmen die vier festen Bandmitglieder zusammen mit Basser Eric Grossmann ab November '97 das dritte Album "Cocoon Crash" auf. Produzent ist Gil Norton, der schon das epochale "The Colour And The Shape" der Foo Fighters oder Pixies' "Trompe Le Monde" aufgenommen hatte.

Auf der im April 1998 erscheinenden Platte sind K's Choice erwachsen geworden, die Songs klingen weniger rau als die auf dem Vorgänger. Wieder touren sie bis zum umfallen, und als die Europatour ansteht, liegt Gert wirklich flach: Das Pfeiffersche Drüsenfieber erwischt den zweiten Kopf der Band. Die Tour muss verschoben werden. 1999 steigt Bart Van Der Zeeuw aus, für ihn kehrt Koen Lieckens auf den Drum-Schemel zurück.

Nach Europa geht es wieder in die weite Welt hinaus: mit Sarah McLachlan und Sheryl Crow durch die USA und mit Garbage nach Israel. Trotz des ständig vollen Tourkalenders finden Gert und Sarah noch immer Zeit, neue Songs zu schreiben. So erscheint 2000 mit "Almost Happy" das vierte Studioalbum.

Obwohl K's Choice praktisch ständig auf Tour sind, haben ihre Liveauftritte nichts von ihrer Intimität und Schönheit verloren. Hier liegt neben dem großartigen Songwriting die zweite Stärke der Belgier. Egal, ob man auf Poprock steht oder nicht, live reißen sie einfach mit. 2001 erscheint ein Konzertmitschnitt mit dem schlichten Namen "Live". "10 - Ten Years Of K's Choice" fasst 2003 das Wirken der Band noch einmal zusammen.

In der Folgezeit wird die Band auf Eis gelegt, Sarah Bettens verfolgt mit ihrer rauchigen Stimme ihre Solokarriere weiter. Schon 2004 erscheint die EP "Go" mit fünf neuen Stücken. Ein erstes Full-Length-Album namens "Scream" kommt 2005 auf den Markt. Zu dieser Zeit siedelt die Sängerin nach Tennessee um, wo sie mit ihrer Lebenspartnerin und zwei Kindern lebt.

In ihren Solostücken thematisiert sie traumatische Erfahrungen, tragische Schicksale, aber auch ihre Homosexualität, zu der sie sich seit 2001 offen bekennt. Nicht zuletzt deshalb rekrutieren sich ihre Fans auch aus der lesbischen Community. Für ihr 2007er Album "Shine" gelingt ihr ein Mediencoup. Die flämische Tageszeitung "De Morgen" verteilt das Album als kostenlose Beilage. Die Auflage verdoppelt sich am betreffenden Tag und Sarah Bettens kann sich über Publicity nicht beklagen.

Bruder Gert produziert derweil die Band Venus In Flames, der er konsequenterweise gleich beitritt. Im Herbst 2004 touren K's Choice noch einmal, so dass Gert Venus In Flames wieder verlässt. Nebenher betreibt er die Gruppe Woodface, die 2005 das Album "Good Morning Hope" veröffentlicht. Zwei Jahre später folgt mit "Comet" eine weitere Platte der ebenfalls fünfköpfigen Combo.

K's Choice scheinen zu diesem Zeitpunkt schon wieder auf Eis zu liegen. Erst 2009 kommt die Band wieder auf der Bühne zusammen, im Jahr darauf gibts mit "Echo Mountain" auch mal wieder ein Album.

Alben

Sarah Bettens - Shine: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2007 Shine

Kritik von Mathias Möller

Die K's Choice-Sängerin schöpft Kraft aus der Misere. (0 Kommentare)

Go (2004)
Go (2004)
10 (2003)
10 (2003)

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