Porträt

laut.de-Biographie

Kris Kristofferson

Er spielte in Sam Packinpahs Klassiker "Pat Garrett And Billy The Kid", soff mit Johnny Cash, Waylon Jennings und Willie Nelson und schrieb einige zeitlose Lieder. Kris Kristofferson als eine Legende zu bezeichnen, bedeutet ausnahmsweise mal keine Übertreibung, sondern die nackte Wahrheit.

Als Sohn eines Armee-Generals kommt er 1936 in Texas zur Welt. Obwohl es auch sein schwedischer Großvater zu militärischen Ehren gebracht hat, schwebt Kristofferson als Heranwachsender eine Karriere als Schriftsteller vor. Nach dem Besuch eines Colleges in Kalifornien zieht er mit einem renommierten Rhodes-Stipendium in der Tasche ins englische Oxford. Dort schließt er 1960 seine akademische Laufbahn mit einem M.A. in englischer Literatur ab.

In dieser Zeit beginnt seine musikalische Tätigkeit. Seine ersten Aufnahmen unter dem Pseudonym Kris Carson floppen jedoch gnadenlos, weshalb Kristofferson bei der US-Army anheuert und sich zum Hubschrauberpiloten ausbilden lässt.

Als er 1965 aus dem Dienst ausscheidet, erhält er das Angebot, Englisch an der Militärakademie in West Point zu unterrichten. Kristofferson lehnt ab und zieht nach Nashville, um sich wieder der Musik, genauer gesagt dem Country, zu widmen. "Keiner über 14 hört sich solche Musik an. Und wenn doch, dann wollten wir ihn nicht kennen", lautet der entsetzte Kommentar seiner Mutter.

Um einen Fuß in die Tür zu bekommen, heuert er als Putzhilfe bei den Columbia Studios an, wo er Johnny Cash kennenlernt. Nebenbei arbeitet Kristofferson auch als kommerzieller Hubschrauberpilot. "'Help Me Make It Through The Night' und 'Bobby McGee' sind auf einer Ölplattform entstanden", erinnert er sich.

1967 erhält er einen Plattenvertrag bei Epic Records, doch seine Aufnahmen finden kaum Abnehmer. Ganz anders verhält es sich mit vielen Kollegen, die seine Stücke in ihr Repertoire aufnehmen und zum Erfolg führen, unter ihnen Jerry Lee Lewis, Faron Young und Johnny Cash, dem Kristofferson "Sunday Morning Coming Down" persönlich mit dem Hubschrauber vorbeibringt.

1970 erscheint schließlich das Debütalbum mit dem schlichten Titel "Kristofferson". Zunächst ein Ladenhüter, verhilft es ihm ein Jahr später mit dem neuen Titel "Me & Bobby McGee" zum Durchbruch – dank seiner kurz davor verstorbenen Freundin Janis Joplin, die mit dem gleichnamigen Song posthum die Spitze der Charts erreicht.

Mit "The Silver Tongued Devil And I" festigt Kristofferson 1971 seinen Erfolg. Im selben Jahr beginnt er mit einer Rolle in Dennis Hoppers "The Last Movie" seine Karriere als Schauspieler. 1973 ist er der Outlaw in Sam Packinpahs "Pat Garrett And Billy The Kid", für den Bob Dylan "Knockin' On Heaven's Door" schreibt.

Es folgen Dutzende Filme bis ins neue Jahrtausend hinein, darunter "A Star Is Born" (1976, an der Seite seiner damaligen Freundin Barbra Streisand), "Convoy" (1978), die "Blade"-Trilogie und Tim Burtons Remake von "Planet der Affen" (2001).

Seine Karriere als Musiker setzt Kristofferson mit wechselndem Erfolg fort. Während sich die Alben unter eigenem Namen meist schleppend verkaufen, erreicht "Willie Nelson Sings Kris Kristofferson" 1979 die obersten Etagen der Charts. Seine Kollegen zollen ihm auch in den folgenden Jahrzehnten Anerkennung. So ist er 1985 Teil der Country-Supergroup The Highwaymen mit Cash, Jennings und Nelson. 1999 nimmt er mit Mark Knopfler, Steve Earle und Jackson Browne seine bekanntesten Stücke mit dem Titel "The Austin Sessions" noch einmal auf.

Weiterhin auf der Bühne, im Studio und vor der Kamera tätig, zeigt der Vater von acht Kindern keine Ermüdungserscheinungen. So kritisiert der einstige Gegner des Vietnam-Krieges vehement George W. Bush, dessen "Regierung so unverantwortlich handelt wie keine andere, an die ich mich erinnern kann."

In Kristoffersons Repertoire tummeln sich die unsterblichen Zeilen nur so. "Freedom's just another word for nothing left to lose" ("Me & Bobby McGee") etwa, oder "I woke up Sunday morning, with no way to hold my head that didn't hurt. The beer I had for breakfast wasn't bad, so I had one more for dessert" ("Sunday Morning Coming Down"). Dennoch stammen die Verse, die nach eigenen Angaben auf seinem Grabstein stehen sollen, nicht von ihm:

Like a bird on the wire / Like a drunk in a midnight choir / I have tried in my way to be free.

Geschrieben hat diese Zeilen Leonard Cohen.

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