Porträt

laut.de-Biographie

Waylon Jennings

Wie sein Kumpel Johnny Cash, besaß auch Waylon Jennings eines jener Gesichter, die auch ohne Worte Geschichten erzählen. Gemeinsam gingen sie durch schlechte wie gute Zeiten, gemeinsam waren ihnen Genie und Sucht. Im Abstand von eineinhalb Jahren starben beide relativ jung an den Folgen ihrer ausschweifenden Lebensweisen.

1937 in einem kleinen Dorf in Texas geboren, lernt Jennings als Kind Gitarre spielen und ist schon als Zehnjähriger Mitglied einer Band. Mit 21 lernt er Buddy Holly kennen, der ihn als Bassisten in seine Tourband aufnimmt. Zu dieser Zeit gehört Holly zu den angesagtesten Rock'n'Roll-Acts, doch die Zusammenarbeit ist nur von kurzer Dauer: Im Februar 1959 stürzt das Flugzeug ab, das neben der Band auch die Sänger Richie Valens und Big Bopper befördert, dem Jennings seinen Platz angeboten hat. Während er in einem Auto sitzt, sterben alle Insassen des Fliegers.

Von Schuldgefühlen geplagt – er habe Holly scherzhaft einen Absturz gewünscht, erzählt Jennings später, – schlägt er sich als Radio-DJ durch, bevor er in Arizona einen zweiten Anlauf als Musiker nimmt. Seine Version des späteren Klassikers "Four Strong Winds" ist ein lokaler Erfolg und führt zu einem Vertrag mit dem Major RCA. 1965 zieht Jennings nach Nashville.

In der Hauptstadt des Country feiert er große Erfolge. Er heiratet mehrere Male – seine vierte und letzte Frau, Jessi Colter, macht sich in den 70er Jahre selbst einen Namen, – doch ist er unzufrieden mit dem engen Korsett, das ihm die Produzenten anlegen. Als er 1972 beinahe an Hepatitis stirbt, entscheidet er, nach Arizona zurückzukehren und wieder fürs Radio zu arbeiten.

Doch sein Freund Willie Nelson überredet ihn, sich durchzusetzen und weiterzumachen. Mit einem neuen Vertrag ausgestattet, verfügt Jennings nun über bis dahin kaum bekannte künstlerische Freiheiten und wird zum "Outlaw". Das Ergebnis ist ein noch größerer Erfolg als zuvor. "Lonesome, On'ry And Mean", "Honky Tonk Heroes" (beide 1973), "The Ramblin' Man", "This Time" (1974) und "Dreaming My Dreams" (1975) schaffen es alle in die obersten Etagen der Country-Charts.

In der zweiten Hälfte der 70er Jahre geht er mit Cash auf Tour und nimmt mehrere Platten mit Nelson auf. Ihren größten gemeinsamen Hit feiern sie 1978 mit "Mamas Don't Let Your Babies Grow Up To Be Cowboys", mit dem sie einen Grammy gewinnen. 1979 schreibt Jennings noch den Titeltrack für die Kultserie "The Dukes Of Hazzard", dann zollt der jahrelange Kokain-Konsum seinen Tribut. Zu Beginn der 80er Jahre muss er Insolvenz anmelden.

Nach eigenen Angaben ist er ab 1984 clean, doch sein ungezügelter Appetit führt nicht nur zu einer beeindruckenden Körperfülle, sondern auch zu Herzproblemen und Diabetes. Mit Cash, Nelson und Kris Kristofferson nimmt Jennings zwischen 1985 und 1995 drei Alben unter dem Bandnamen The Highwaymen auf und veröffentlicht weiterhin Material unter eigenem Namen, doch die Zeiten der großen Erfolge sind vorbei.

In den 90er Jahren freundet er sich mit James Hetfield von Metallica an, der ihn als Inspirationsquelle für "Load" (1996) nennt. Hetfield bedankt sich im neuen Jahrtausend mit seiner Version des Jennings-Hits "Don't You Think This Outlaw Bit's Done Got Out Of Hand?" für das Cover-Album "I've Always Been Crazy: A Tribute to Waylon Jennings" (2003).

Zu diesem Zeitpunkt ist der Country-Sänger bereits tot. Nachdem ihm die Ärzte im Dezember 2001 wegen Diabetes den linken Fuß amputiert haben, stirbt er am 13. Februar 2002 in seiner Wahlheimat Arizona.

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