Porträt

laut.de-Biographie

Kreidler

Als Kraftwerk mit ihrer Single "Autobahn" einen weltweiten Hit landen, ahnen sie freilich nicht, was sie damit anrichten. Noch Jahrzehnte später gelten die Düsseldorfer Synthie-Pioniere als Maßstab für deutsche Bands. Der Anschein präziser Ingenieurskunst ist seit Kraftwerk auch bei der Musikproduktion gefordert, das wissen Rammstein so gut wie Sven Väth. Kreidler hängen solche Klischeevorstellungen teutonischer Musik gleich in mehrfacher Hinsicht an.

Erstens kommen sie aus Düsseldorf, was sie mühelos qualifiziert, das Erbe von Kraftwerk zu bewahren. Zweitens besitzen sie die Frechheit, ihre Musik teilweise elektronisch zu erzeugen, was sie in den Augen vieler zu so etwas wie den Lieblings-Enkeln von Hütter und Schneider macht. Drittens klingt der Name Kreidler, vor allem für die anglophile Zunge, so schön deutsch. Ein Wunder, dass es Kreidler bei einer derartigen Erwartungshaltung überhaupt geschafft haben, sich ein eigenständiges Profil zu erarbeiten.

Die Geburtsstunde von Kreidler schlägt 1994, als sich Thomas Klein, Andreas Reihse, Detlef Weinrich und Stefan Schneider zusammen tun, um gemeinsam ihre Vision moderner Kunst zu verwirklichen. Von Beginn an versteht sich das Trio nicht lediglich als Band, sondern sieht ihren Aktionsraum audio-visuell definiert. Viel Mühe stecken die Düsseldorfer in die passenden Bilder zu ihrer Musik.

Dementsprechend gastieren Kreidler mal bei Videofestivals in Barcelona oder München, belegen in Oberhausen mit ihrem Clip "Au-Pair" 1999 den zweiten Platz und performen in Museen wie dem New Yorker Museum Of Modern Art oder dem Pariser Centre Pompidou. Auch die Modehäuser von Chanel oder Lacoste lassen ihre Modeschauen gerne von Kreidler musikalisch in Szene setzen.

Das erste Release von Kreidler erscheint 1994 auf einem kleinen französischen Label. Doch schon der sehr experimentell gehaltene Nachfolger "Weekend" kommt beim PIAS-Ableger Kiff SM unter. Epische Sounddesigns im Stile der Krautrock-Väter von Faust oder Neu! sind nicht untypisch für die frühen Kreidler-Tracks. Nach dem Weggang von Bassist Stefan Schneider, der kurz darauf mit To Rococo Rot sein eigenes erfolgreiches Projekt auf den Weg bringt, prägen synthetische Sounds das Klangbild von Kreidler.

Zuvor gastieren sie jedoch mit "Mort Aux Waches" beim niederländischen Industrial-Label Staalplaat und geben sich mit "Appearance And The Park" nochmals bei Kiff SM die Ehre. Das selbstbetitelte Album "Kreidler" aus dem Jahr 2000 positioniert die Düsseldorfer dann an vorderster Front der sogenannten Intellicent Dance Music, auf Augenhöhe mit Pole oder Autechre. Im Jahr darauf finden sich Kreidler gar mit den Chicks On Speed im Studio.

Für die Krautrock-Legende Faust remixen Kreidler genauso wie für die Einstürzenden Neubauten oder Appliance. 2002 heben Kreidler ihr musikalisches Schaffen mit dem von klassischen Texturen durchwobenen Album "Eve Future" auf eine neue Stufe. Zwei Jahre später folgt mit "Eve Future Recall" der kammermusikalische Nachschlag. Mehr als einmal scheint hier die Nähe zu den dunklen Streichern von Coil auf. Für den Soundtrack von Alexandra Sells Film "Durchfahrtsland Ost" steuern Kreidler 2005 ungefähr 40 Minuten Musik bei.

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Alben

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