Porträt

laut.de-Biographie

King Krule

Wie ein schlaksiger, unscheinbarer Rotschopf wirkt Archy Marshall auf den ersten Blick. Doch davon sollte man sich nicht täuschen lassen: Der Musiker, der am 24. August 1994 im Süden Londons das Licht der Welt erblickt, hat bereits in seinen Teenager-Jahren mehrere Gesichter, auf deren Vielfalt ältere Kollegen nur mit Neid schielen können.

King Krule: Neues Video mit Alfred Hitchcock
King Krule Neues Video mit Alfred Hitchcock
King Krule hat kein Problem mit der Schwerkraft - und Alfred Hitchcock sowieso nicht.
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Als ein typisches Kind der Social-Media-Generation beginnt alles mit Youtube-Spielereien und selbst gebastelten Songs. 2010, mit gerade 16 Jahren, arbeitet er unter dem Pseudonym Zoo Kid und landet mit dem Song "Getting Out Ribs" auf der 'New Band Of The Day'-Liste des britischen Guardian. Pitchfork und andere große Musikmagazine entdeckten ihn wenig später.

Eine recht minimalistische Mischung aus Gitarre, ein wenig Synthesizer und Dubstep-Einflüssen unterlegt seinen Gesang bei dem Projekt. Das markanteste an Marshalls Schaffen ist jedoch seine Stimme, mit der er viel rappt, aber auch singt: In einer starken Londoner Färbung, die unweigerlich an Mike Skinner von den Streets oder Jamie T. Erinnert, erreicht sie Tiefen und eine Intensität, die man von einem kleinen Jungen wie ihm niemals erwartet hätte.

2011 verwandelt sich Zoo Kid in sein neues Alter Ego: King Krule. Eine Genre-Klassifizierung fällt schwer: er steht dem Minimalismus des Dubstep nahe, spielt mit Elektronik, packt gleichzeitig allerhand Elemente aus dem Rap in seine Songs. Der Songwriter hat fast immer eine Gitarre dabei. Das Ergebnis: Düsterer Sound mit Texten, die tief im Londoner Alltag wurzeln.

King Krule - The OOZ
King Krule The OOZ
Dreckig und beklemmend: ein ohnmächtiger Wachtraum.
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Ehe 2013 sein Debüt-Album "6 Feet Beneath The Moon" erscheint, gastiert er im selben Jahr auf dem zweiten Album "Cold Spring Fault Less Youth" von Mount Kimbie. Spätestens als sie ein Video zum gemeinsamen Song "You Took Your Time" veröffentlichen, ist Crooner King Krule in aller Munde und an der vorläufigen Spitze des Hypes angekommen.

Neben seinen weit bekannten Aliasen Zoo Kid und King Krule veröffentlicht er gelgentlich als Edgar The Beatmaker Mixtapes oder produziert als DJ JD Sports stimmungsvolle Ambient-Kulissen. Ende 2015 fügt er seinen Kunst-Personas eine weitere, naheliegende hinzu: nämlich die des Archy Marshall, sein Geburtsname. Darunter veröffentlicht er 2015 das instrumentalorientierte Album "A New Place 2 Drown", das er in enger Zusammenarbeit mit seinem Bruder Jack aufnimmt. Die Platte klingt ähnlich düster und dystopisch wie ihr graues Cover, auf dem eine verlassene Parkbank vor einem tristen Baum zu sehen ist.

Zusätzlich zum Album erscheint ein Multimedia-Projekt. Es beinhaltet einen Kurzfilm, in dem man die beiden rothaarigen Marshall-Jungs beim Malen, Musikmachen und Abhängen sehen kann. Obendrein veröffentlichen die beiden ein Buch mit ausgewählten Gedichten, Fotografien und Illustrationen.

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Währenddessen wartet alle Welt auf neues King Krule-Material. Im Herbst 2017 folgt dann zunächst ein bemerkenswerter Gastauftritt auf dem Mount Kimbie "Love What Survives"-Album, dann folgt der Rundumschlag. "The OOZ" erscheint als zweiter Langspieler und direkter Nachfolger von "6FBNT" und wirkt noch eine Spur introvertierter und verschrobener. Archy kämpft darauf mit sich selbst und einer Trennung, sein Sound entwickelt sich in eine düsterere, aber nicht weniger spannende Nische.

Die Freude am Kreativprozess scheint dem jungen Londoner nicht abhanden zu kommen. Seiner unnachahmlichen Genremixtur fügt er mit jedem Release noch eine weitere Facette hinzu. Und das alles geschieht auch 2017 aus seinem Kinderzimmer im Süden Londons, an dem schon Szenegrößen wie Frank Ocean oder Kanye West angeklopft haben.

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King Krule - The OOZ: Album-Cover
  • Leserwertung: 5 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2017 The OOZ

Kritik von Thomas Haas

Dreckig und beklemmend: ein ohnmächtiger Wachtraum. (0 Kommentare)

Termine

Do 30.11.2017 Zürich (Rote Fabrik)
Fr 01.12.2017 Köln (Bürgerhaus Stollwerck)
So 03.12.2017 Hamburg (Uebel&Gefährlich)
Mo 04.12.2017 Berlin (Astra Kulturhaus)

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