Porträt

laut.de-Biographie

K-Maro

Musikalisch ist man es ja vom Pop gewohnt, dass er seine Identität aus verschiedenen Genres zusammenschustert. Einen Schritt weiter geht der Sänger K-Maro, der zusätzlich noch unterschiedliche Sprachen ineinander mixt. Dabei liegt der Gedanke, das Französische mit dem Englischen zu vermischen, gar nicht so fern. Denn K-Maro hat seinen Eroberungszug der internationalen Hitparaden im bilingualen Vorzeigeland Kanada gestartet.

Geboren wurde Cyril Kamar jedoch 1980 im Libanon, den er aber bereits in jungen Jahren aufgrund politischer Verfolgung verlässt. Zuerst verschlägt es ihn mit seiner Familie nach Paris, wo es ihn aber nicht lange hält. Mit 15 Jahren setzt er sich nach Kanada ab und träumt ab diesem Zeitpunkt von einer Karriere als Sänger. Bald gründet er seine erste Band – LMDS – mit der er das lokale Umfeld von Quebec im Osten Kanadas beglückt. In ihrer vierjährigen Zusammenarbeit bringen es die Jungs immerhin auf mehrere Singles, die ihnen zu einer beachtlichen Fanbasis im Heimatland verhelfen. 1999 gibt es als Belohnung für ihr emsiges Touren sogar einen kanadischen ADISQ-Award und dank des Beitrags auf dem französischen Rap-Sampler "Hip Hopée" die ersten Fans im weit entfernten Frankreich.

Der Sound läuft zwar unter der Kategorie französischer Hip Hop, jedoch fließt besonders bei K-Maro stets ein starker R'n'B-Touch mit ein. Seine Vorliebe für die Mischung aus Rap und sanfteren Black Music-Tönen sowie seine raue Stimme bringen ihm schnell den Spitznamen "Ja Rule von Quebec" ein. Seine meist gefühlsbetonte musikalische Gewichtung soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass in K-Maro sehr wohl ein kredibler Bad Boy steckt. Mit düsteren Blicken und muskulösen, von Tätowierungen bedeckten Oberarmen will man dem klassischen Gangsterimage gerecht werden. Dazu tauft der Kanadier seine eigene Produktionsfirma K-Pone Inc. und huldigt ehrfürchtig dem Chicago der fünfziger Jahre.

Trotz der klassischen Gangsterattitüden orientiert sich K-Maro, mittlerweile solo, immer weiter am soften Pop-R'n'B und kommt damit in Kanada besser an als jemals zuvor. Seine erste Single "Femme Like You" stürmt schnurstracks an die Spitze der Charts und macht aus K-Maro einen gefeierten Popstar. Da will die große, weite Welt natürlich auch gleich erobert werden. Für den Siegeszug kommt der kaufkräftige Nachbar USA aber eher weniger in Frage. Die Amis mögen zwar Freedom Fries, aber mit französischsprachigem Singsang ist in Amerika wohl nicht zu punkten. So fällt das Augenmerk auf das alte Europa, wo K-Maro in Frankreich ja schon einen geringen Bekanntheitsgrad erlangt hat. Die Europäer lassen sich nicht zweimal bitten, erst in Frankreich, dann in der Schweiz und schließlich in Deutschland entert K-Maro die Top 3 der Charts.

Die MTViva-Generation hat ein neues Vorbild für ihre Fantasien von einem soften Bad Boy gefunden, und "Femme Like You" funktioniert auf der Tanzfläche, als kuschelige Hintergrundmusik und als Handyklingelton in den Jambacharts. Das Solo-Debüt "La Good Life" folgt dem gleichen Schema aus poppigen Beats, heiseren Säuseleien und wenigen, glücklosen Besinnungen auf den harten Rap-Hintergrund.

Ein Nachfolgealbum soll zeigen, dass es sich beim Erfolg des Debüts keineswegs um eine Eintagsfliege handelte. "Million Dollar Boy" erscheint im Februar 2006. K-Maro setzt auf das bewährte Rezept und bedient sich aus sämtlichen verkaufsfördernden Schubladen: Gitarren fürs Latino-Flair, Bässe für die Dancehall, ein wenig Hip Hop, eine Spur Rock, alles eingebettet in einen poppigen Rahmen, überzuckert mit Synthiehandclaps und präsentiert von einem rehäugigen Gentleman-Gangster. Les frères existent encore, und sie erzählen nach wie vor "Histoires De Luv".

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