Porträt

laut.de-Biographie

Josh T. Pearson

Man kann davon ausgehen, dass die Briten Simon Raymonde und Robin Guthrie von der Dream Pop-Legende Cocteau Twins nicht so leicht zu beeindrucken sind. Als beide jedoch im Sommer 2000 eine texanische Band mit Namen Lift To Experience auf dem SXSW-Festival in Austin sehen, beschließen die beiden die Band sofort für ihr Label Bella Union unter Vertrag zu nehmen.

Ihr einziges Album "The Texas-Jerusalem Crossroads", ein 93-minütiger, biblischer Noise-Brocken aus dem Jahr 2001, gilt in der Szene als größte Offenbarung seit "Loveless" von My Bloody Valentine. John Peel ist bekennender Fan und lädt in fünf Monaten gleich drei Mal zu seinen weltberühmten "Radio 1 Sessions". Josh T. Pearson, Sohn eines strengen Südstaaten-Predigers und Sänger der Band bezeichnet das Album noch heute als seine "Teenage-Sinfonie an Gott".

Trotz der Lobeshymnen wird es im Anschluss schnell ruhig um die Band, die sich nach einer weiteren Single klammheimlich auflöst. Pearson zieht sich in die texanische Einöde zurück und jobbt als Hausmeister, während er in seinem Schlafzimmer unerlässlich an neuen Stücken schreibt. Zu hören bekommt man seine Songs und Coverversionen erst, als er nach Berlin und später nach Paris umzieht und dort bei Gelegenheit kleine, spontane Konzerte spielt.

Mit den australischen Avantgarde-Instrumentalisten Dirty Three entsteht 2006 schließlich ein erstes offzielles Lebenszeichen in Form eines Hank Williams-Covers für eine Split-Single, im gleichen Jahr entsteht dank Fan-Support auch ein Live-Mitschnitt einer Show in Paris. Mit Bat For Lashes nimmt der langbärtige Pearson zudem zwei Duette für ihr Debüt "Fur And Gold" auf.

Dennoch muss die Öffentlichkeit – Mogwai, Interpol, Nick Cave, Band Of Horses und Midlake sind erklärte Fans – nach einer größeren Comeback-Show bei "All Tomorrow's Parties" bis 2011 warten, ehe mit "Last Of The Country Gentlemen" erstmals neue Songs von Pearson zu hören sind. Er selbst sagt: "Es ist komisch, nach all dieser Zeit wieder zurückzukehren und eine so extrem traurige Platte zu veröffentlichen."

Es ist kein Wall Of Sound-Wahnsinn, den Pearson 2011 veröffentlicht, sondern ein persönliches, düsteres und mit Akustikgitarren und Geigen spärlich arrangiertes Folk- und Country-Album, dass vier der sieben Stücke über eine Spielzeit von zehn Minuten treibt.

Für Pearson ist sein zweites Album dabei vielleicht schon sein letztes: "Es sollte eine Platte werden, die als würdiger Schlusspunkt stehen kann, falls ich in den nächsten zehn Jahren kein weiteres Album herausbringe. Man muss sich wirklich hinsetzen und das Album hören. Es fordert etwas von dir, aber es lohnt sich."

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