Porträt

laut.de-Biographie

Johnny Pepp

"Irgendwann bist du glücklich, auch wenn es verrückt klingt" – die Hook aus Johnny Pepps erstem richtigen Rap-Album "8null8" könnte autobiografischer nicht sein. Der Mann aus der Freunde von Niemand-Clique hat viel Geschichte angehäuft, seit er 1996 mit seiner Mutter aus dem niederländischen Breda nach Deutschland gezogen ist.

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Nach Stationen im Breisgau und der Schweiz, wo ihm nicht gelingt, sozial Anschluss zu finden, findet Pepp im Hip Hop Zuflucht. Geboren in den ausgehenden 1980ern ist es zunächst Eminem, dem seine volle Aufmerksamkeit gilt. Unterdessen lässt er nach der Schule die Karriere schleifen: Als Arbeitsloser mit viel Zeit gesegnet, wächst das Hip Hop-Wissen proportional zum Marihuanakonsum.

2007 setzt die Mutter ihren mittlerweile volljährigen Zögling dafür vor die Tür. Nach einer Phase der Obdachlosigkeit und einigem Stress mit den Obrigkeiten wegen Diebstahl und Drogenmissbrauch beschließt Johnny, der sich damals noch den Rapnamen Drama verpasst, sich am eigenen Kragen aus dem Schlamassel zu ziehen.

Kaum ist ein günstiger Studioraum gefunden, fängt er an, professionell Beats zu produzieren. 2009 kommt er schließlich in regen Kontakt mit dem Rapper Vega. Der Mitbegründer der Plattenfirma Freunde von Niemand arbeitet seinerzeit gerade an seinem Solodebüt "Lieber Bleib Ich Broke". Als er den Auftrag erhält, das Intro der Platte zu produzieren, hat Johnny Pepp es nach Jahren der Entbehrung endlich geschafft: Als Teil von Freund von Niemand flattern die Jobs fortan regelmäßig ins Haus.

So liefert Pepp, der inzwischen wieder in den Niederlanden lebt und seinen Künstlernamen als Spiegel der Feierkultur seiner Generation betrachtet, Beats für Releases von Vega, Bosca, Timeless, Bizzy Montana, KC Rebell und Raf Camora. Vorläufiger Höhepunkt ist sicher Pepps Produzententätigkeit für das Stück "Du Weißt Ich Weiß" auf Haftbefehls "Blockplatin"-LP.

Bis "8null8" den Wandel weg vom reinen Produzententum zurück zu den Wurzeln als MC markiert. Darauf folgt er der Freunde von Niemand-Philosophie: 'Leben auf Tapes ziehn, gegen den Mainstream'. So wie im Eingangszitat trägt Johnny Pepp hier die "Wahrheit auf der Zunge". Seine gern sozialkritischen Texte ("Weil es mich nicht interessiert, mit wem Paris es gerade treibt") skizzieren den eigenen Werdegang inklusive der genommenen Hürden.

Dabei bemüht sich Pepp lyrisch um eine grundsätzlich positive Haltung. Musikalisch beweist er einmal mehr seine Könnerschaft im Umgang mit Sequenzern, wenn er clubtauglichen Trap-Beat und Samples aus der legendären 808-Drum Machine zusammenbringt.

Man darf also zuversichtlich sein, dass seine Zukunftshoffnungen in Erfüllung gehen: "Ich würde mir wünschen, dass ich mit meiner Musik über die Runden komme, dass Weed überall legal ist, und dass ich jeden Morgen von der besten Frau der Welt geweckt werde, meiner Freundin."

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