Porträt

laut.de-Biographie

Bosca

"Ich geb' Rap seinen Dreck zurück." Spätestens nach dem Intro seines Albums "Solange Es Schlägt" könnte die Welt über die Mission des Frankfurters Bescheid wissen.

Sich über Bosca aufs Laufende zu setzen, warf davor allerdings manche Schwierigkeit auf. Hackt man seinen Künstlernamen in die Google-Suche ein, spuckt die lange Zeit allerlei italienische Lederware-Bilder aus, außerdem alles Wissenswerte über eine gleichnamige schweizerische Punk-Rock-Band mit Ska-Tendenzen.

Oder aber man stößt auf die Textzeile "Das ist Billigstoff von Rewe, weil der Shit so eklig knallt / Jungs, ich geb' ein Fick auf Rente, so werden wir eh nicht alt." Die Rede hier ist von Boscabana, einem Rum aus besagter Supermarkt-Kette, und einem Rapper aus der Mainmetropole, der sich nach eben diesem Billig-Fusel benannte.

"Ich hab' den früher immer mit meinen Jungs getrunken. Dann stand immer so 'ne leere Flasche bei mir auf der Fensterbank rum. Und bei der Suche nach meinem Namen hab' ich so verträumt ausm Fenster geschaut, diese Flasche gesehen und gedacht: 'Bosca hört sich eigentlich geil an.'"

Der Name steht, das Rappen sitzt: Bosca praktiziert seit seinen frühen Teenie-Jahren. Zwei Mixtapes mit der Crew Ultrakaos bringen den Ball ins Rollen. Der bekennende Fan und Ultra der Frankfurter Fußball-Szene schreibt einige Songs über seinen Club, die dann auf dessen Fan-Page veröffentlicht werden. Der gleichgesinnte Vega stolpert über eben jene, freundet sich mit dem gebürtigen Wiesbadener an und macht mit beim Ultrakaos.

Speziell die Anhänger der Eintracht feiern den Jungspund, der sich später mit einer Ausbildung zum Audio-Engineer das nötige Rüstzeug für eine Karriere im Musikgeschäft zulegt. Nachdem das Kollabo-Mixtape "Kinokarte" mit Face durch die Web-Lande zieht, werden Blogger und deren Leser neugierig. Johnny Pepps düstere und stimmige Beat-Wand trifft ebenso auf Zustimmung wie der teils poetische Straßensound des Duos.

Nach dem Ende von Vegas Label Butterfly Music folgt Bosca seinem Leitwolf zu Freunde Von Niemand. Mit einem sicheren und stressfreien Heimathafen im Hintergrund steht die Debüt-Scheibe "Fighting Society" Ende 2011 in den Läden. Für die bassgewaltigen Produktionen stehen Jonny Pepp und Cubeatz hinter den Reglern, die auch bei "Solange Es Schlägt" wieder die Fäden in den Händen halten.

Inhaltlich thematisiert Bosca persönliche Dinge, äußert sich sozialkritisch und liefert Straßenrap der alten Schule, ohne auch nur die leiseste Annäherung an möglicherweise verkaufsträchtigeren Pop.

Im Interview beschreibt er sich selbst als "respektvoll, freundlich und zielstrebig". Auch wenn es noch nicht ganz reicht, um von der Musik die Eintrittskarten seines Vereins abzustottern, ist Bosca schon überzeugt: "Rap ist für mich zum einen das Sprachrohr der Jugend, zum anderen aber auch einfach geile Mucke."

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