Porträt

laut.de-Biographie

John Mayer

In Europa teilt John Mayer das Schicksal von Dave Matthews und Ben Harper: In der Heimat USA in den Himmel gelobt, hierzulande vergleichsweise unbekannt. Und das, obwohl er mit seinen ersten zwei Alben drei Grammys eingeheimst hat, darunter den prestigeträchtigen für den besten Song 2004.

Im Oktober 1977 geboren, wächst Mayer in Connecticut auf, wo er zunächst von der aktuellen Popmusik angetan ist. Das ändert sich, als ihm im Alter von 13 Jahren ein Nachbar eine Kassette von Stevie Ray Vaughan in die Hand drückt, über die er den Blues für sich entdeckt.

Hellauf begeistert schnappt er sich eine Gitarre und tritt bereits zwei Jahre später in den lokalen Blues-Bars auf, wo er das Publikum mit seinem reifen Spiel einnimmt.

Trotz des Zuspruchs erkennt Mayer, dass er nicht in die Welt der großen Gitarren-Virtuosen gehört. Seiner Meinung nach versuchen diese nur, sich gegenseitig zu kopieren und in ihrer Technik zu übertrumpfen. Stattdessen konzentriert er sich auf seine Künste als Songwriter und reduziert die Gitarrendominanz zugunsten eingängiger Melodien und ausgefeilter Rhythmus-Strukturen.

Mit 19 Jahren schreibt er sich am Berklee College of Music in Boston ein, merkt allerdings schon nach kurzer Zeit, dass er lieber Musik macht, als sie zu studieren. Auf Anraten eines Freundes, doch sein Glück im Süden zu versuchen, zieht er 1998 nach Atlanta. Dort ist er in den einschlägigen Treffpunkten der Songwriter-Szene zu finden, wie zum Beispiel in Eddie's Attic.

1999 nimmt Mayer sein erstes Album "Inside Wants Out" auf, das vor allem Solo-Akustik-Versionen enthält, und verkauft es bei seinen Konzerten. Die lokale Presse wird auf ihn aufmerksam und überschlägt sich mit Lobeshymnen.

2000 tritt Mayer auf der South By Southwest-Musikkonferenz auf und knüpft Kontakte zu den großen Musiklabels. Er schließt einen Vertrag mit Aware/Columbia ab, bei dem er sein Labeldebüt "Room For Squares" (2002) aufnimmt. Produzent des Albums ist John Alagia, der unter anderem mit der Dave Matthews Band gearbeitet hat.

Musikalische Unterstützung findet er in Bassist David LeBruyer und Drummer Nir Zidkiyahu, der schon bei Genesis trommelte. Die erste Singleauskopplung "No Such Thing" ist gleich ein riesiger Erfolg, das Album erreicht in den USA bald Platin-Status. Mayers Mischung aus Rock, Pop, Folk und Blues kommt beim großen Publikum an.

Vergleiche mit Sting und Dave Matthews sind unausweichlich, Kollegen wie Elton John und Bonnie Raitt sind voll des Lobes für den Newcomer. 2003 kommt die Belohnung in Form seines ersten Grammys, den er in den Kategorie "Best Male Pop Vocal Performance" für die Singleauskopplung "Your Body Is A Wonderland" gewinnt.

2003 erscheint nach einem Live-Album und einer Live-DVD mit dem Titel "Any Given Tuesday" sein zweites offizielles Studioalbum "Heavier Things". Zwar erreicht es nicht den kommerziellen Erfolg des Debüts, doch Mayer erhält dafür zwei weitere Grammys.

Er beschließt, sich neu zu orientieren. So spielt er einen Song mit Hip Hopper Kanye West ein ("Go!"), dann bewegt er sich wieder in Richtung Blues, in dem er mit Buddy Guy, B.B. King und Eric Clapton zusammen arbeitet. Die Mischung rundet er mit Jazz bei einer Tour mit Herbie Hancock ab.

2005 stellt er das John Mayer Trio zusammen, das neben ihm aus den Veteranen Pino Palladino (Bass) und Steve Jordan (Schlagzeug) besteht. Zunächst nehmen sie das Livealbum "Try!" auf, begeben sich ein Jahr später aber auch ins Studio, um Mayers drittes Album "Continuum" einzuspielen.

Wie gewohnt, sackt Mayer damit wieder mehrere Grammys ein. Ein Erfolg, der ihm das Herz der weiblichen Promi-Welt öffnet: Nach einer gescheiterten Beziehung zum Popsternchen Jessica Simpson bandelt er mit Jennifer Aniston an, der ehemaligen Frau Brad Pitts.

Dass ihn der damit eingehende Presserummel musikalisch nicht vom rechten Pfad abbringt, beweist Mayer eindrucksvoll mit dem Livemitschnitt "Where The Light Is", der im Juli 2008 als CD und DVD erscheint.

Mit seinem vierten Studioalbum "Battle Studies" (2010), das er gemeinsam mit Steve Jordan produziert, öffnet sich Mayer mit entspannten Melodien und unaufgeregter Instrumentierung schließlich dem Mainstream-Pop.

Im Jahr 2012 rudert der Sänger leicht zurück und widmet sich wieder vermehrt bluesigen Klängen ("Born And Raised"). Keine 15 Monate später setzt Mayer noch einen drauf und präsentiert mit "Paradise Valley" ein tiefenentspanntes Roots-Album.

Bei der Fertigstellung stehen ihm Katy Perry und Frank Ocean zur Seite, die beide für jeweils vier Minuten die Gesangskabine mit Mayer teilen. Für den mehrfachen Grammy-Preisträger steht die Musik mehr denn je im Vordergrund: "Ich habe mir vorgenommen, Privates nicht mehr mit allen Menschen zu teilen. Das funktioniert sehr gut und gibt mir die Möglichkeit, mich mehr auf die Musik zu konzentrieren."

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Alben

John Mayer - Continuum: Album-Cover
  • Leserwertung: 5 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2007 Continuum

Kritik von Giuliano Benassi

Neues vom Jungstar des anspruchsvollen US-Pops. (0 Kommentare)

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