Porträt

laut.de-Biographie

Jamelody

"Be Prepared" fordert Jamelody im Frühjahr 2008 mit seinem Debüt-Album. In vorher selten gehörter Weise fusioniert der Sänger klassischen Roots-Reggae mit Einflüssen aus R'n'B, Pop, Gospel und sogar Rockmusik. Hemmungen hält er dabei für völlig fehl am Platz.

"Ich bin ein Künstler mit Talenten für viele Musikrichtungen", lacht er im Interview mit unitedreggae.com. "Wenn ich die Chance habe, zu tun, was ich will, und meinen Gefühlen Ausdruck verleihen kann, hab' ich kein Problem damit, das auch zu tun. Die Welt macht Musik, Jah macht Musik, warum sollte ich mich weigern?"

Bei Reggae denkt man gemeinhin zunächst einmal an Jamaika. Michael Williams allerdings kommt als jüngstes von sechs Kindern einer tief religiösen Familie aus Carenage auf Trinidad zur Welt. Schon früh erkennen und fördern Eltern und Geschwister das musikalische Talent ihres Nesthäkchens. An der Hand der Mama pilgert er zum Gottesdienst. Bald singt Michael im Kirchenchor.

Langsam aber sicher geht ihm ob der in ihm schlummernden gesanglichen Fähigkeiten die Lichter auf. Mit dem traditionellen Erbe der Zwillingsinseln, Calypso und Soca, hat Michael jedoch weniger am Hut. Er bewundert, wie viele Teenager weltweit, Idole à la Prince und Michael Jackson.

Angesagter R'n'B hat es ihm neben dem Reggae besonders angetan. Als Teenager gründet Michael gemeinsam mit einigen Freunden die A-capella-Gruppe Brothers With Voices und schwingt sich zu deren Leadsänger bzw. Arrangeur auf. Die Jungs interpretieren Songs von Boyz II Men, Take 6 oder auch angejahrteren Vorbildern wie den Temptations. Auftritte in der örtlichen Club-Szene bescheren den Brothers Lokalmatadoren-Ruhm.

Erst die Begegnung mit seiner späteren Lebensgefährtin Nera Griffith, einer überzeugten Anhängerin des Rastafari-Glaubens, bringt die von Kindesbeinen an angelegte Religiosität zu voller Blüte. Anfangs habe er Probleme mit ihrem Glauben gehabt, erinnert sich Michael: "Wir haben gestritten. Sie sagte, wenn ich Selassie I nicht akzeptiere, könne das unsere Beziehung gefährden. Ich öffnete mich und habe eine Menge von ihr gelernt."

Neben der großen Liebe beschert Nera ihm Inspiration und nicht zuletzt seinen Künstlernamen: "Sie begann, Texte zu schreiben, und ich nahm ihre Worte und bastelte drum herum Melodien und Reggae-Instrumentals. Viele Leute spürten die Vibes, und ich sagte ihnen, das seien nicht meine, sondern Jahs Melodien." Bei Jamelody soll es bleiben.

Obwohl seine Heimat Trinidad ihm neben der Musik und dem Glauben alles bedeutet, sieht er doch die Probleme, die einem aufstrebenden Reggae-Interpreten den Weg verstellen: "Wir haben es schon ein bisschen schwieriger", erklärt er gegenüber reggae-vibes.com. "Uns fehlen einfach die richtigen Beziehungen."

Dem bleibt nicht lange so: Bei einer Reggae-Veranstaltung in Port Of Spain tritt Jamelody als Support-Act an und erregt die Aufmerksamkeit Zakri Esaus. Der übernimmt umgehend das Management des Newcomers, klemmt ihn unter den Arm und fährt mit ihm für erste Aufnahmen nach Jamaika. Hier entsteht u.a. die Nummer "Jah Jah Never Let Us Down".

Das besungene Gottvertrauen scheint sich auszuzahlen: Bereits beim zweiten Trip nach Jamaika erweitert Jamelody sein Netzwerk um einen weiteren wichtigen Kontakt Bobby "Digital" Dixon stolpert bei einem Besuch im Studio über den jungen Sänger und nimmt sich seiner an.

Die von beiden Seiten als über die Maßen familiär gepriesene Zusammenarbeit resultiert in einem Plattenvertrag bei VP Records: Auch hier zeigt man sich von der kraftvollen und doch unaufdringlichen Stimme, die Vergleiche mit Dennis Brown und Garnett Silk provoziert, schwer angetan.

Als Appetithäppchen und Vorgeschmack auf den ersten Longplayer landet "Give Thanks" im November 2007 auf dem VP-Sampler "Strictly The Best Vol. 38". "Be Prepared" in voller Länge folgt im Frühjahr darauf. Bobby Digital steuert ganz klassisches Roots-Reggae-Material bei, der New Yorker Produzent Carl James trägt für die als "New Roots" beworbenen Crossover-Tracks Sorge.

Von Scheu vor dem Genre-Spagat findet sich bei Jamelody keine Spur: "Solange man weiß, was man tut - kein Problem. Man schmeißt es ja auch nicht einfach so in einen Topf. Viele Menschen versuchen, ihr eigenes Ding zu machen, um zu überleben. Für mich bedeutet das eben, eine Brücke zwischen Reggae und R'n'B zu schlagen."

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