Porträt

laut.de-Biographie

Ian Love

Als Gitarrist von Rival Schools steht Ian Love 2001 im Mittelpunkt des Interesses sämtlicher Post-Hardcore-Freunde. Zusammen mit Walter Schreifels, Cache Tolman und Sam Siegler zimmert er für das im Nachhinein einzige Album der Band eine fette Gitarrenwand, wodurch sich schließlich sogar das Majorlabel Mercury/Universal zur Veröffentlichung berufen fühlt.

Zu diesem Zeitpunkt hat der 1976 geborene Love schon so einiges hinter sich. Musikalisch eine Sozialisation in der New Yorker Hardcore-Szene bei den Bands Burn und Die 116, kombiniert mit einer siebenjährigen Kokain- und Heroinsucht, die ihn bereits im Alter von 23 in eine Reha-Klinik brachte. Vorherige Therapie-Sitzungen, die seine Eltern veranlassten, führten zu nichts. In der Reha bleibt Love schließlich einen Monat. Gleich anschließend arbeitet er sich mit den befreundeten Kollegen Sam Siegler (CIV) und Gerard Garone (Radio 4) aber wieder an die Musik heran.

Maßgeblich dankt Love später seiner Frau Jennnifer, die ihm all die üblichen Lügengeschichten eines Abhängigen nicht nachtrug, dass er die Sucht überwinden konnte. Zu Loves erklärten Jugend-Vorbildern zählen drei große Stars des Genres: Jimi Hendrix, Jimmy Page und The Edge. Wie so viele Gleichaltrige besorgt sich der New Yorker schon als 11-Jähriger eine Gitarre, auf der er versucht, seine Lieblingssongs nachzuspielen.

Als ihn Walter Schreifels, Gitarrist der Gorilla Biscuits, Youth Of Today und Quicksand im Jahr 2000 anspricht, ob er in ein neues Projekt einsteigen will, ist Love gleich begeistert. Zumal er bei Rival Schools die meisten Riffs von Hauptsongwriter Schreifels geliefert bekommt, mit denen er dann auf seine Art weiter improvisieren kann. Trotz Tourneestress rührt er auch während der drei Jahre bei Rival Schools keine Drogen mehr an. Stattdessen teilt er die Bühne mit Stars wie den Strokes, den Beastie Boys und Morrissey.

2005, nach weiteren musikalischen Erfahrungen mit seiner Band Cardia, befindet Love, dass seine neuen Songs "Sky To Fall" und "Don't Let Go" irgendwie nicht zu seinen laufenden Projekten passen. Die Idee eines Soloalbums ist geboren. Zwischenzeitlich arbeitet er auch bei anderen Bands hinter den Kulissen, etwa beim nächsten Schreifels-Projekt Walking Concert. In seinem Haus in Brooklyn entstehen nach und nach die Songs, die Anfang 2006 auf seinem selbstbetitelten Debütalbum über das Philadelphia-Label erscheinen sollte. Bei seinen ersten Solokonzerten holt er sich Unterstützung von einigen Freunden, darunter auch Keyboarder und Gitarrist Knox Chandler (Siouxsie And The Banshees, Dave Gahan). In Deutschland erscheint die ruhige Singer/Songwriter-Platte, die an große Vorbilder wie Nick Drake oder Elliott Smith denken lässt, im Januar 2007 über das Hamburger Label Arctic Rodeo.

Alben

Ian Love - Ian Love: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2007 Ian Love

Kritik von Michael Schuh

Der frühere Hardcore-Gitarrist findet zur Gelassenheit. (0 Kommentare)

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