Porträt

laut.de-Biographie

Hooverphonic

Belgien 1995: Alex Callier und Frank Duchéne besuchen die Rits Film School in Brüssel und beschließen eines Tages, gemeinsam Musik zu machen. Raymond Geerts, ein Bekannter von Alex, spielt zu der Zeit noch in einer anderen Band Gitarre, steigt aber nach Anfrage bei Hoover, wie die Band damals noch heißt, ein.

Mit Bassist und Drummer spielen sie Zu beginn in folgender Besetzung: Alex (Gesang/Gitarre), Raymond (Gitarre) und Frank (Keys). Ein erstes wird noch abgelehnt, und sowohl der Drummer als auch der Bassist verabschieden sich wieder auf Nimmerwiedersehen.

Alex arbeitet inzwischen als Toningenieur für das belgische nationale Fernsehen, Frank ist ebenfalls Toningenieur beim Radio und Raymond sitzt in der Steuerabteilung. Alex kauft sich schließlich Drumcomputer und Sampler, was die Arbeiten an neuen Songs erheblich erleichtert, denn aufgeben kommt gar nicht in die Tüte.

Nun ändert sich auch der Sound der Band und geht mehr in Richtung ihrer Faves Portishead und Massive Attack. Und so kommt Alex auf die Idee, eine Frau für die Backing-Vocals zu engagieren: Esther.

Der weibliche Gesang passt hervorragend zum Sound des Trios. Alex lässt das Singen bleiben und konzentriert sich fortan auf die Musik. Mit dem Song "Inhaler" steht die Stilrichtung endgültig fest. Er dient als Grundlage für die Enstehung der restlichen Songs auf "A New Stereophonic Sound Spectacular".

Nachdem die Labels zunächst wieder verhalten reagieren, können sich Hooverphonic dann doch zwischen mehreren Majors entscheiden. Bevor sie bei Sony Belgium unterschreiben passieren allerdings zwei Dinge: Esther, die damals erst 16 Jahre alt ist, entschließt sich, die Band zu verlassen. Zudem sucht der Music Supervisor für den Film "Stealing Beauty" noch Musik für den Streifen und ist vom Hoover-Demo begeistert.

Mit Liesje Sadonius finde die Truppe würdigen Ersatz und gemeinsam entseht der Song "2Wickey" mit ihr neu auf und verwenden ihn für den Film. Isaac Hayes samplet die Nummer später für "Walk On By". Das Album "A New Stereophonic Sound Spectacular" erscheint im Juli '96 in Europa und ein Jahr später auch in den Staaten.

Die Singles "Wardrope" und "2Wicky" sind sehr erfolgreich. Doch Hektik und Tourstress erweisen sich jedoch als zu viel für Liesje und sie verlässt die Band im Januar 1997. Zudem ist der Namenswechsel von Hoover zu Hooverphonic notwendig, da schon zwei andere Bands unter diesem Banner firmieren.

Für eine von MTV gesponsorte Tour mit Apollo 440 nehmen die drei Freunde Kyoko Baertsoen von Lunascape als Sängerin mit, die ihren Job nach wenigen Monaten schon wieder los ist. Sie entschließen sich letztlich für Geike Arnaert, die schon einmal bei Auditions vorsang, aber abgelehnt wurde.

Nach kurzer Probzeit erkennt die Band, dass Geike die perfekte Besetzung ist, da ihre Stimme sehr variabel klingt. Nach einer Tour im Vorprogramm von Fiona Apple, die Hooverphonic klar macht, wie immens ihr Underground-Status inzwischen ist, kehrt die Band heim, um ein zweites Album einzuspielen.

Die Aufnahmen beginnen in Belgien, mit Produzent Mark Plati (David Bowie/The Cure) arbeitet man in New York City, mixt das Album in Paris und gibt ihm den seltsamen Namen "Blue Wonder Power Milk". Der Name hat keine spezielle Bedeutung, sondern klingt einfach gut, findet Alex. Im Sommer 1998 nimmt das Quartett "Shake The Desease" für das Depeche Mode-Tribute Album auf und geht danach mit Moloko und Kid Loco auf Europa- und USA-Tour.

Live haben sie mit Drummer Mario Goossens und Keyboarder David Poltrock Verstärkung dabei. Doch zurück in Belgien verlässt Frank die Band. Ohne sich davon entmutigen zu lassen, geht Alex auf das Angebot ein, den Soundtrack für den Film "Shades" (mit Mickey Rourke) zu schreiben.

Für einige Songs nimmt er die Hilfe von Geike und Raymond in Anspruch und packt auch ein Instrumental von Raymond unter dem Pseudonym Dan And The Electro's mit auf den Soundtrack. Der Film floppt zwar, aber Alex bekommt im März 2000 den ZAMU Award für Soundtrack und Score als "Bester belgischer Produzent".

Am 10. Juni treten sie vor über einer Milliarde TV-Zuschauern bei der Eröffnungszeremonie der Fußball-EM auf. Der Song "Visions", extra für diesen Event geschrieben, kommt mit auf die Single "Mad About You" vom Album "The Magnificent Tree". Auch VW haben im Jahr 2000 die Klasse von Hooverphonic erkannt und buchen "Renaissance Affair" als Musik für einen Werbeclip. Auch im eigenen Land macht sich der Erfolg bemerkbar, denn als erste belgische Band sind sie der Headliner auf dem nationalen Rock Werchter Festival 2001.

Für das nächste Album "Hooverphonic presents Jackie Cane" lässt sich die Band eine ganz besonderen Geschichte einfallen. Thematisch handelt es sich um die Story der fiktiven Sängerin Jackie Cane, die ihre Zwillingsschwester zurück lässt, um berühmt zu werden.

Sie hält dem Druck jedoch nicht stand und kehrt zu ihrer Schwester zurück - die beide dann mit Gift ins Jenseits befördert. Die Scheibe streicht in Belgien Platin ein und auch bei den nationalen Music Awards sind Hooverphonic wieder ganz vorne mit dabei.

Auch das im folgenden Jahr erscheinende "Sit Down And Listen To Hooverphonic" ist nicht einfach nur ein weiteres Album. Gemeinsam mit einem Orchester spielen Hooverphonic im Studio mehrere Songs ihrer bisherigen Veröffentlichungen, zwei neue Tracks und eine Coverversion von Lee Hazelwoods "My Autumn's Done Come" ein.

Die anschließende Tour führt sie durch ganz Europa und in über 100 Konzertsäle. Zurück in Belgien gehts schon wieder ans Songschreiben. Anscheinend können sie sich aber nicht auf die gemeinsame Umsetzung einigen, denn bei "More Sweet Music/No More Sweet Music" handelt es sich um eine Doppel-CD, die auf beiden Scheiben zwar die selben Songs enthält, aber in unterschiedlichen Versionen.

Da Alex für die Scheibe insgesamt 40 Songs aufgenommen hat, liegt noch ausreichend Material in der Schublade, welches auf kommenden Veröffentlichungen Verwendung finden soll. Zunächst steht 2006 aber die Best Of "Singles 96-06" an, die den Zweck hat, den Deal mit dem Label Sony/BMG zu erfüllen: Hooverphonic sind mit dem Support des Majorlabels alles andere als zufrieden.

In der Folge stampfen sie ihr eigenes Label aus dem Boden und beginnen mit den Aufnahmen zu "The President Of The LSD Golf Club". Erstmals spielen sie alle Instrumente live ein und verpassen dem Album einen leichten 60s-Touch. Die Scheibe erscheint in Belgien im Oktober 2007, während man sich im Rest Europas noch bis Ende März 2008 gedulden muss. Ein Tour durch die Staaten ist derweil schon fest geplant.

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