Porträt

laut.de-Biographie

Heavenly

Paris ist nicht nur für seine Sehenswürdigkeiten berühmt, man kann hier auch hervorragend Bands gründen. Wie zum Beispiel 1994 Maxence Pilo und Benjamin Sotto, die bei einem gepflegten Käffchen beschließen, Musiker zu werden. Zusammen spielen sie, von Bands wie den Doors beeinflusst, in ihrer ersten Combo namens Satan's Lawyer, Coverversionen bekannter Hits. Maxence kloppt dabei auf das Schlagzeug ein, während sich Benjamin um Gitarre, Keyboard und Gesang kümmert.

Ihre musikalischen Vorlieben ändern sich jedoch im Laufe der Zeit und tendieren in Richtung härterer Mucke. Jetzt sind Iron Maiden, Helloween und Guns N'Roses angesagt. Konsequenterweise wechseln sie auch ihren Bandnamen und nennen sich fortan Heavenly. Bleibt noch die Frage nach weiteren Mitgliedern, denn nur zu zweit lässt sich schwer auf die Hartwurst klopfen. Mit Anthony Parker an der Gitarre und Ferdy Doernberg (Rough Silk) als Aushilfe spielen sie 1999 drei Songs ("Miracle", "Riding" und "Through Hell") für ein Demo ein.

Die Tracks veröffentlichen Heavenly - nachdem sie sie diese bislang vergeblich an Plattenfirmen verschicken - auf der Webseite von Noise Records beim Wettbewerb 'Be Your Own Label Boss'. Dort können User der Seite entscheiden, welche Songs ihnen am besten gefallen. Die Wahl fällt auf Heavenly und so ist es nur logisch, dass das Berliner Label die Band unter Vertrag nimmt. Unter der Ägide von Piet Sielck (Iron Saviour) und mit neuem Klampfer (Chris Savourey ersetzt Anthony), sowie dem Bassisten Laurent Jean, spielen sie "Coming From The Sky" ein. Prominente Unterstützung erhalten sie, abgesehen von Piets Beitrag, noch von Ex-Helloween und Gamma Ray-Gitarristen Kai Hansen.

Von der Presse weitgehend ignoriert, mausert sich das Album trotzdem zum bestverkauften Debüt des Jahres 2000 bei Noise. Die Einflüsse der Hamburger Kürbisköpfe stehen noch ziemlich im Vordergrund, aber für das erste Album geht das dennoch in Ordnung. Im Anschluss spielen Heavenly im Vorprogramm von Stratovarius und Symphony X und treten so in das Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit. Die erste Duftmarke ist gesetzt. Kurz zuvor verlässt Laurent die Band und wird durch Pierre-Emmanuel Pélisson ersetzt. Mit Fréderic Leclercq holen sie sich auch noch einen Keyboarder ins Boot. Kurz danach sagt auch Klampfer Chris 'a bientôt' und seinen Platz übernimmt der erst eingestiegene Frédéric.

Ohne großes Federlesen entern sie das Studio, um mit Produzenten-Tausendsassa Tommy Hansen den Zweitling "Sign Of The Winner" einzuspielen. Das Album erblickt im September 2002 das Licht der Welt und erhält schon deutlich mehr Feedback seitens der schreibenden Zunft. Zwar haben sie immer noch kein richtig eigenständiges Profil ausbilden können, die Songs haben jedoch Hand und Fuß. Zusammen mit Edguy treten sie wieder eine längere Konzertreise an und engagieren zwecks Live-Power einen zweiten Gitarristen für die Bühne. Charley Corbiaux, der jetzt den zweiten Sechssaiter bedient, gehört schon bald zum permanenten Line-Up.

2002 treten sie zum ersten Mal beim Wacken Open Air auf, widmen sich den Rest des Jahres jedoch wieder den Arbeiten an einem neuen Longplayer. Die Arbeit an "Dust To Dust" zieht sich in die Länge und führt Anfang 2004 dann zu einem Konzeptalbum, das sich um einen Mann dreht, der - ähnlich wie bei "Interview Mit Einem Vampir" - mit seinem Schicksal als Blutsauger hadert. Musikalisch wieder mit starkem Gamma Ray-Einschlag zu Ralf Scheeper-Zeiten, dafür technisch gut gemacht, floppt die Themenauswahl ziemlich, da sich der Bombast-Metal doch sehr mit der eher dunklen, düsteren Thematik beißt.

So etwas wie ein totaler Kollaps erfolgt aber im April 2004, als sich Frédéric, Pierre-Emmanuel und Maxence Knall auf Fall verabschieden und eine neue Band namens Maladaptive gründen. Doch Ben und Charley geben nicht auf und suchen sich mit Olivier Lapauze (Gitarre), Matthieu Plana (Bass) und Drummer Thomas das Neves eine komplett neue Hintermannschaft zusammen. Im März nehmen sie in der Besetzung schon neue Songs auf und machen sich auf die Suche nach einem Label. Derweil ist ihr Ex-Gitarrist Leclercq bei der Multi-Kulti-Truppe DragonForce als Bassist eingestiegen.

Schließlich beißen AFM Records an und nehmen die Franzosen unter Vertrag. Dort erscheint somit Ende Januar 2007 das vierte Album "Virus", und Heavenly packen schon im April die Koffer, um mit den Labelkollegen von Jon Oliva's Pain und Nostradameus auf Tour zu gehen.

Alben

Heavenly - Dust To Dust: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 2 Punkte

2004 Dust To Dust

Kritik von Michael Edele

Benjamin Sotto röchelt wie ein Igel mit Lungenkarzinom. (0 Kommentare)

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