Porträt

laut.de-Biographie

Guy Gerber

Es hätte einmal ein großer Fußballer aus Guy Gerber werden können. Mit 15 Jahren spielte er in der israelischen U-16 Nationalmannschaft. Dass es nicht so gekommen ist, hat viel mit seiner Leidenschaft für Musik zu tun. Statt seine Zeit vorwiegend auf dem Fußballplatz zu verbringen, nehmen Clubs und die dort gefeierten Musikstile House und Techno einen immer größeren Platz im Leben von Guy Gerber ein. Die dort aufgefangenen Einflüsse und Anregungen setzt er in seinem Studio in die ersten eigenen Tracks um.

Die erscheinen ab 2002 auf kleinen Labels in Großbritannien, wo John Digweed auf den Newcomer aufmerksam wird und ihn für sein Label Bedrock Records unter Vertrag nimmt. Als dort 2004 die Gerbers Maxi "Stoppage Time" erscheint, ändert sich das Leben des Israeli von einem Tag auf den anderen. Sein Mentor John Digweed spielt den Track wieder und wieder und macht ihn so zu einem der Clubhits des Jahres. Mit dem Hype von "Stoppage Time" im Rücken entsteht zusammen mit seinem Landsmann Shlomi Aber die Maxi "Sea Of Sand", die 2006 auf Sven Väths Cocoon Label erscheint und Gerber endgültig zum Techno-Star macht.

Tourneen durch die ganze Welt folgen, die Gerber mit seinen melodischen Techno-Tracks im Gepäck als Live-Act bestreitet. 2007 kurz nach Gründung seines eigenen Labels Supplement Facts erscheint auf Cocoon schließlich sein Debütalbum "Late Bloomers". Eine Veröffentlichung, die in mehr noch als seine Maxi-Releases mit Genugtuung erfüllt: "Als ich noch Fußball gespielt habe, hat niemand meine Leidenschaft für Musik verstanden. Aber als ich zum ersten Mal The Smiths und The Cure gehört hatte, wusste ich dass die Musik meine wahre Berufung ist", sagt Gerber in einem Interview.

Auch wenn Guy Gerber nach seinen großen Erfolgen wieder etwas aus dem Rampenlicht verschwindet, so bleibt er doch als Produzent höchst aktiv. Er remixt New Order, kollaboriert mit Luciano und erhält 2010 einen Anruf von P. Diddy. Dem gefällt Gerbers Albumdebüt derart gut, dass er einzelne Teile daraus für eines seiner Projekte verwenden will. Beim Besuch in New York einigen sich die beiden dann darauf, gemeinsam an neuen Tracks zu arbeiten. Nach der Zusammenarbeit mit DJ Hell setzt der Hip Hop-Superstar einmal mehr auf einen Techno-Produzenten als Studiosupport.

Seine eigenen neuen Tracks präsentiert Guy Gerber in einem Live-Set, das im Sommer 2012 als "Fabric 64" in der Compilation-Reihe des Londoner Clubs Fabric erscheint. Die Entscheidung Produzent statt Fußballer zu werden hat Guy Gerber scheinbar nicht bereut.

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