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Konstantin Gropper ist auf der Flucht vor seiner Vergangenheit. Insbesondere sein Herkunftsort Biberach scheint dem 82er-Jahrgang ungenehm bis peinlich. Warum sonst macht die Biografie aus diesem Punkt ein halbes Mysterium, warum sonst listet die MySpace-Seite zuerst London als Heimstall, das Zuhause eines seiner Tourmusiker - noch vor Dublin und Berlin, Groppers derzeitigem Wohnort?
Auch sein Diplom an der Popakademie Mannheim zählt nicht zu den Dingen, die der gebürtige Oberschwabe im Gespräch gerne hervorholt. "Normen im Pop sind fatal", winkt der klassisch ausgebildete Multiinstrumentalist darauf angesprochen lakonisch ab. Baden-Württembergs größere wie kleinere Nester quillen eben nicht gerade über mit popkulturellem Coolnessfaktor.
Ohne Zweifel wäre es dem Musiklehrersohn jedoch ein Leichtes, seine rurale Herkunft in Verkaufszahlen zu übersetzen – Dorfleben kam uns nie so weltumfassend wie das vier lange Jahre ausgebrütete Debütalbum "Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon". Aber es wäre ihm zu einfach, die 'Landei hits City'-Märchen ein weiteres Mal aufzuwärmen.
Gropper hat Provinz, seine Teenage-Grunge-Bands wie auch den Piano-, Cello-, Schlagzeug- und Klassikgitarrenunterrricht hinter sich gelassen. Er will an seiner recht konkurrenzlosen Kunst gemessen werden. Die nämlich vereint verschwommene Erinnerungen an die traurigen Balladen des Leonard Cohen, das allzeit spürbare Ächzen eines Tom Waits, die Eindringlichkeit Nick Cavescher Hymnen und das schwerelose Lamento Thom Yorkes.
Get Well Soon sind nichts weniger als das deutsche Nachdenklichkeits- und Befindlichkeits-Äquivalent zu Conor Oberst, dem Antihelden des amerikanischen Midwest. Gropper ist Vertreter einer Jugend, die, literarisch vorbelastet, ihre Realitäten durchwandert, sie überprüft, beschreibt, nicht unbedingt verklärt und am Ende feststellt, dass die Dinge schlecht stehen, aber dennoch lebenswert sind. Melancholie in Sinfonie, immer kurz unter der Sättigungsschwelle, auf dass das Verlangen nach mehr nie verlischt.
Morricone-Zitate, Tango und Walzer, spukige Cheerleaderchöre, nichts, was in diesem Kosmos nicht geht oder unpassend wirkte. Die Texte handeln von der Sinnarmut eines Celebrity-Daseins, von Beziehungen und Distanzen, Sterblichkeit und Sentimentalitäten für das was ist, war oder sein wird.
Allerdings sind Groppers Songs "keine Liebeslieder. Es sind eher so Zusammenhalt-Lieder", beschreibt der Lyriker. "Gemeinsam durchhalten. Am Ende wird es schon gut ausgehen, auch wenn es jetzt gerade echt schwierig aussieht. Meine Musik mag desillusioniert sein, aber sie soll nicht desillusionieren."
Da wird auch schon mal "Born Slippy" zur Hymne seiner Generation erkoren, zum neuen "Smells Like Teen Spirit" sozusagen. Auf der Bühne expandieren Get Well Soon noch weiter. Bis zu acht Musiker stehen unter anderem beim Kultfestival Glastonbury vor Publikum: Gitarristen, Basser, Schlagzeuger, Pianisten, Violinisten und Blechbläser legen der Intimität der Aufnahmen live eine atemberaubend breitbandige Fassung an.
Konstantin Gropper über seine Weltuntergangsplatte und den neuen Job als Hip Hop-Produzent.
Wenn ein Künstler urplötzlich per Hype im Rampenlicht auftaucht, so wie Konstantin Gropper aka Get Well Soon 2008, stellt es bekanntlich keine leichte Aufgabe dar, die Begeisterung in die anschließenden Jahre mitzunehmen.
Doch spätestens mit seiner dritten, im August vergangenen Jahres veröffentlichten Platte "The Scarlet Beast O'Seven Heads" hat der gebürtige Oberschwabe die Kurve zur erfolgreichen Musikerkarriere gekriegt. Seine kürzliche Begrüßung des Publikums in Dortmund nimmt man dem 30-Jährigen dennoch irgendwie ab: "Wir haben schon einige Male hier gespielt und sind sehr dankbar, dass immer noch Leute kommen." Vor dem Gig im hässlichen Konzertclub FZW treffen wir Konstantin für ein 20-minütiges Gespräch.
Dein Album "The Scarlet Beast O'Seven Heads" ist im August erschienen. Wie verhält es sich zur inzwischen dritten Platte: Brauchst du neue Ideen und Wege für neue Alben oder ist es eher so, dass du dich als Künstler immer mehr deinem Kern näherst?
Ich hoffe, ich nähere mich nicht meinem Kern an. Das würde nicht unbedingt dem entsprechen, was ich langfristig vorhabe. Ich meine, es gibt ja auch Bands, die das machen und sagen: "Das ist jetzt unser Ding". Aber ich bin eher darauf aus, mir neue Anschlüsse zu nehmen. Ich stecke mir vorher ein bisschen ab, in welche Richtung es gehen soll. Das Album beinhaltet viele Einflüsse italienischer Musik und Filmmusik, nicht mehr so viel Orchestrales.
Oftmals ist der Weltuntergang als Thema deiner Lieder aufgefallen. Ein Wort, das 2012 in aller Munde war. Hast du dich davon leiten lassen?
Ein bisschen schon. Es war zwar nie so ein ernstzunehmendes Thema. Aber die Zustände heute gehen in eine Richtung, dass es bald so aussehen könnte. Weltuntergang ist auch kunsthistorisch ein hochinteressantes Thema. Immer wenn sich Katastrophen häufen, zeigt sich das in der Kunst sehr. Zum Beispiel beim Erdbeben von Lissabon. Die Natur hinterlässt einen riesigen Schlag in der Kunst. Das ist immer sehr inspirierend, finde ich.
Textlich bewegt das Album durchaus zum Schmunzeln, musikalisch dagegen kaum. Da fragt man sich manchmal, ob du dir nicht doch ernsthaftere Gedanken darüber gemacht hast.
Ich sag mal, es hat ja einen ernsten Hintergrund. Wenn ich so Songs schreibe, tragen die Texte immer eine pathetische Überhöhung in sich. Die kann dann eben auch ironisch sein. Und wenn man das Thema Wirtschaft behandelt und ästhetisiert, kommt man halt in so eine Ecke.
Trotz der Tatsache, dass es sich um ein globales Thema handelt, würde ich sagen, dass es eine persönliche Platte geworden ist. Darauf läuft es immer hinaus, wenn ich Texte oder Musik schreibe. Bei mir ist es so, dass ich im Keller sitze und mir die Welt erst einmal ausdenken muss, in der das Album spielt.
Das Albumcover fasst deinen Bezug zum Weltuntergang eigentlich gut zusammen. Stammt es von dir?
Ich habe es zwar nicht selber fotografiert, es war aber meine Idee. Ich wollte die Kurve zum Filmbezug kriegen. Es handelt sich um Filmkulissen und hat teilweise Hitchcock-Bezüge. Dazu kam noch diese Vanitas-Sache und die gesättigten Farben.
Im Zuge deines unerwartet erfolgreichen Debüts hast du damals gegenüber laut.de gesagt: "Der Rummel ist beängstigend". Wie sieht es in der Hinsicht heute aus?
Ich bin da relativ ausgeglichen. Dieser Rummel war zu dem Zeitpunkt einfach sehr neu für mich. Heute bin ich einfach sehr dankbar dafür, dass immer noch Interesse da ist. Ich habe die Angst, dass es irgendwann keinen mehr interessiert, was ich mache.
Es gibt ja genügend Belege, wo es so gelaufen ist. Am Anfang der große Knall und dann ist's schon bald vorbei.
Das geht schnell. Ich bin auch froh, dass man mir immer wieder tolle Projekte anbietet, die in andere Richtungen gehen.
Apropos interessante Angebote, ich saß neulich im Kino und habe deinen Song im Abspann gehört.
"Oh Boy"!
Ja, genau. Hat mir sehr gut gefallen, wie kam es denn dazu?
Jan Ole Gerster, der Regisseur, ist ein guter Freund von mir. Er hat auch die zwei Musikvideos zur ersten Platte gemacht und ich kenne ihn seitdem sehr gut.
Wie hat dir der Film gefallen?
Ich bin natürlich befangen, aber ich finde den Film sehr gut. Es ist ja wenn man so will eine Komödie und davon gibt es in Deutschland nicht allzu viel gelungene. Es freut mich auch, dass er so erfolgreich ist. Und Tom Schilling spielt überragend.
Nee. Also im Moment finde ich es noch super, dass ich viele verschiedene Angebote bekomme. Das gibt natürlich Zeitprobleme, wenn es so weitergeht. Ich habe gemerkt, dass ich ein wenig langsamer machen muss (lacht) Aber ich finde alles gut! Ich mache gerne meine Alben, ich mache gerne Filmmusik. Ich habe jetzt gerade an Theatermusik gearbeitet, das war auch interessant. Ist doch super.
Also darf es ruhig so weitergehen.
Ja, ich muss mal gucken wie lange noch. Also ich bin ja noch nicht so alt, aber mal schauen wie lange das alles noch seine Relevanz hat und sowas. Ich bin da aber auch irgendwie ein bodenständiger Schwabe und sehe es als das, was es ist. Es ist ja alles ein bisschen mein Beruf.
Bei dir sollte man ja meinen, dass einen generell nicht mehr viel überrascht. Und doch fand ich es interessant, deinen Namen als Produzent des neuen Chimperator-Acts Muso zu lesen. Was führte dich zum Deutschrap?
Eigentlich auch nur eine Freundschaft. Ich kenne ihn schon ewig und wir haben vor fünf, sechs Jahren mal was zusammen gemacht. Dann bin ich nach Berlin gezogen, jetzt bin ich wieder da [in Mannheim, Anm. d. Red.] und hab gesagt: Jetzt machen wir endlich mal ein Album.
Ich weiß auch nicht, ich sehe das dann eher so: Ich mach lieber etwas, was überhaupt nicht nahe liegt. Denn ich denke, da kommt vielleicht etwas Spannenderes bei raus, als wenn ich eine melancholische Singer/Songwriter-Band produziere. Das fände ich nicht so interessant. Aber eigentlich war es schon lustig. Ich bin dazu, wenn man es so nennen will, wie die Jungfrau zum Kinde gekommen.
Und das habt ihr dann mit Sizarr-Produzent Markus Ganter zu dritt durchgezogen?
Genau.
Nach dem Sizarr-Album?
Das lief währenddessen, und hat sich ja ewig hingezogen. Ich war vor einigen Monaten bei ihm. Dann hatte ich erst mal wieder viel zu tun und der Markus hat eben noch Sizarr gemacht.
Und jetzt macht ihr Casper.
Ja, genau, auch zu zweit.
Ich habe das Gefühl, dass man sich dir mit jeglicher Idee nähern könnte, damit du ihr deine Handschrift verleihst. Gibt es etwas, worauf du noch wartest? Was du dir wünschst, noch machen zu dürfen?
Ich weiß es nicht, keine Ahnung. Aber vor ein paar Jahren hätte ich auch nicht gedacht, dass ich Hip Hop produziere oder so 'ne Art Musical mache. Ich find's interessant und bin grundsätzlich für alles offen, solange ich etwas damit anfangen kann. Also ich mach' jetzt auch nicht jeden Scheiß mit, so ist es auch nicht. Ich weiß nicht, ob es so wirkt, aber es ist eher eine seriöse Auswahl.
In welcher Zeit hast du denn die nötigen Bekanntschaften gesammelt? Wohl nicht in Biberach. Kam es dazu während des Studiums an der Popakademie?
Nein, eher während der Zeit in Berlin. Da habe ich schon viele Beziehungen aufgebaut. Wobei es eigentlich tatsächlich immer so war, dass ich interessante Angebote bekommen habe. Da hatte ich viel Glück. Aber ob ich jetzt die Wahnsinns-Connections hab', weiß ich auch nicht. Ich kenne zwar schon ein paar Leute aus der deutschen Filmbranche, aber mal sehen.
Im angesprochenen laut.de-Interview hast du über deine Kindheit auf dem Land gesprochen und erzählt, dass sich in Sachen Jugendkultur eigentlich nur eine Frage stellt: Blasmusik oder Fußball. Hat sich die Lage der Dinge aus deiner Sicht in den letzten Jahren verbessert?
Klar, durch das Internet kriegt man mittlerweile immerhin mit, was in der Welt so läuft. Aber es ist schon immer noch so, dass man irgendwie weg muss, wenn man was anderes machen will. Das soll überhaupt nicht abschätzig klingen, das ist ja auch okay.
Ich habe übrigens immer noch viel mit Leuten von dort zu tun, auch wenn die alle nicht mehr da sind. Ich stelle generell fest, dass ich fast nur mit Leuten zu tun habe, die aus der Provinz stammen. Das gilt auch für die Band, das sind irgendwie auch alles Landeier.
Ich glaube, langfristig stellt sich diese Frage nicht. Denn man muss ja irgendwo stattfinden. Ich sehe das auch bei all meinen Freunden, die früher Platten gekauft haben. Die nutzen das alle. Ich find's auch cool, das muss ich sagen. Man hat einfach immer Zugriff auf alles. Erst gestern saßen wir bis nachts um halb vier im Bus und haben uns gegenseitig Songs vorgespielt.
Wirtschaftlich ist das langfristig zwar schon ein Problem für die Musiker. Aber es ist im Moment eben das Ding - und wahrscheinlich auch die Zukunft. Ich glaube auch nicht, dass es was bringt, das zu boykottieren. Da schadet man sich dann eher selber.
Aber fair findest du es nicht, oder?
Nee. Aber ich habe das Gefühl, diese Mentalität, dass man dafür auch Geld zahlen könnte, ist ja irgendwie komplett aus den Köpfen verschwunden. Ich finde es schon sehr bedenklich, dass die Leute der Meinung sind, dass es immer umsonst zur Verfügung stehen muss. Das ist ja selbst bei meiner Generation schon so. Und es gibt eben noch jüngere Leute, die 'Digital Natives', für die das total absurd ist, dass man in den Laden geht und physische Tonträger kauft. Na ja.
Wie erlebt man den Streamingdienst als Künstler? Bist du da eines Tages drauf gestoßen und hast gesehen, dass es dich da auch zu hören gibt? Oder gehen die schon direkt auf den Künstler zu?
Die gehen auf jeden Fall auf die Plattenfirma zu. Wir haben das dann auch besprochen. Und schnell war klar, dass es ein krasses Problem ist. Die Leute kaufen keine Platten mehr, aber von Spotify kriegt man auch nur extrem wenig. Da muss man sich halt überlegen, ob man es lieber boykottiert oder wenigstens noch irgendwo stattfindet.
Wobei ich mit Get Well Soon glücklicherweise auch noch eine Hörerschaft habe, die tatsächlich noch CDs oder Platten kauft. Oft sind die Fans auch schon ein bisschen älter, da geht es noch. Daher haben die Künstler mit jüngerem Publikum schätzungsweise größere Probleme.
Aber ich hab' über die Sache ehrlich gesagt noch nie so groß nachgedacht. Wir reden da zwar schon drüber, aber es ist eigentlich ein logischer Schritt, dass man die Musik streamt. Weil es irgendwo absurd ist, einen Download zu kaufen.
Finde ich auch, denn MP3s sind ja etwas sehr Vergängliches.
Eben. Und dann gehört es ja irgendwie gar nicht so richtig dir. Da gab es gerade einen Fall mit Bruce Willis. Der wollte seinen Kindern seine iTunes-Library vererben. Der hatte eben eine abartig riesige Sammlung und wollte das in sein Testament schreiben. Aber das geht rechtlich nicht, weil sie ihm irgendwie doch nicht wirklich gehört. Er kann es nicht vererben.
Es gibt viele Ansichten, wie die Zukunft aussieht. Einige sagen auch, es sei scheißegal, wie und wo die Leute die Musik hören - hauptsache sie kommen auf die Konzerte. Mir ist es aber schon wichtig, Platten aufzunehmen, mir ein Artwork und ein Konzept auszudenken. Ich bin eben so aufgewachsen.
Viele Konsumenten sind ja sogar froh, dass gerade kleine Bands heutzutage so viele Konzerte geben müssen.
Ich habe gerade gelesen, dass einige Bands mittlerweile wahnsinnig viel Wert drauf legen, dass sie auf ihren Alben so Hymnen haben. Damit die Leute dann zuhause sitzen und denken: Wow, das muss ich live sehen und mitsingen. (lacht) Die Platten sollen dann so klingen, dass der Konsument es unbedingt live hören will.
Das ist natürlich überhaupt nicht mein Ansatz. Wenn ich meine Platten aufnehme, denke ich noch überhaupt nicht darüber nach, wie ich das live umsetze. Sondern ich will eine gute Platte machen und geh' dafür keine Kompromisse ein. Die Frage nach der Live-Besetzung stelle ich mir erst danach.
Zum Schluss noch eine recht abgedroschene Frage. Aber da du ja in der Hinsicht Junkie sein musst - was ist dein Lieblingsfilm?
Puh, eine Auswahl aus fünf Filmen würde mir, glaube ich, irgendwie leichter fallen. "Barry Lyndon", "Vertigo", "Magnolia". (schweift ab) "Good Fellas". Und "Les Choses De La Vie" mit Romy Schneider und Michel Piccoli. Ach ja, und eigentlich auch "Ludwig II." von Visconti mit Helmut Berger. Jetzt haben wir sechs.
Mit Konstantin Gropper sprachen Michael Schröder und Simon Langemann.
laut.de war beim Videodreh zur neuen Single im verwunschenen Wald dabei.
Drei Jahre für das Debüt, drei Monate für den Nachfolger: Für das erste Video zum neuen Album ging laut.de mit Get Well Soon's "Konschti" flitzen und baden.
Da, wo Fuchsschwanz und Manta sich Gute Nacht sagen, wo hinter bergigen Abzweigungen von der Landstraße angeblich alle hundert Meter ein neues Dorf liegt, und man noch beherzt in Scheiße treten kann, die nicht aus prozessiertem Chappi besteht, liegt der verwunschene Wald, in dem Lars von Trier seine Schauspieler für "Antichrist" malträtierte. Klar, das war schon aufregend "mitte Schalotte Jeansburg und dem Wilhelm", resümiert der am Auto lehnende Windecker im Rentenalter und verfällt in eine kontemplative Pose.
Ob er denn vielleicht auch wisse, wo dieses andere Filmteam heute sei? Das für den Musiker, Get Well Soon? "Wahrscheinlich da, wo die immer sind vom Film!", trumpft er auf und zeigt in Richtung Forsthaus. Er kennt sich aus - auch wenn ihm "die Musikgruppe jetzt gerade nichts" sage.
Na ja, der Ein-Mann-Betrieb Get Well Soon aka Konstantin Gropper kommt ja auch nicht aus dem Bergischen, sondern aus Oberschwaben, das er seit dem - auch für ihn leicht beängstigenden - internationalen Erfolg seines Debüts weit, weit hinter sich gelassen hat. Jetzt wird er aus Berlin hergefahren, zum Dreh von "Angry Young Man" - das ist die erste Auskopplung aus dem bald erscheinenden zweiten Album "Vexations".
Drei Kinder spielen die Hauptrollen, sollen sich aber gefälligst dafür fürchten. Damit das besser gelingt, wird der zunächst sonnendurchflutete, dann regennasse Kiefernwald vor jedem Take sorgfältig mit einer Patrone zu einer verhangenen, diesigen Masse genebelt.
Wirkt, fehlt nur noch der sprechende Fuchs. Den Rest der leicht unbehaglichen Atmosphäre besorgen die Nachwuchsschauspieler und ihre traumartig wirkenden Bewegungen durch die Aufnahme in Superzeitlupe auf echtes Filmmaterial.
"Unser größtes Problem ist das Licht", meint Produktionsleiter Matthias. "Um vier wird's dunkel, da müssen wir einpacken. Heißt für uns: Um fünf Uhr morgens muss alles fertig zur Abfahrt sein". Mit winzigem Budget und umso mehr Elan wird das Video in wenigen Tagen realisiert und nachbearbeitet.
Das ungefähr 15-köpfige Team besteht fast nur aus Studenten der Kölner Kunsthochschule für Medien. Philipp, der Regisseur, kennt Konstantin schon länger persönlich, hat die Idee für das Video mit Freunden entwickelt und arbeitet "selbstverständlich" wie alle anderen ohne Bezahlung.
Tatsächlich ist das Video zu "Angry Young Man" zumindest ästhetisch und atmosphärisch enorm an "Antichrist" angelehnt. Gut, es fließt nicht ganz so viel Blut und das Thema Geschlechterkampf wird auch nicht aufgegriffen, aber die Frage, in wieweit der Mensch als destruktiver Faktor von der Natur selbst heimgesucht wird, steht auch in diesem Clip zur Diskussion. Der Titelgebende "Angry Young Man" ist in diesem Fall nicht im engen Sinne des Begriffs als radikaler Schriftsteller à la Kingsley Amis zu verstehen, sondern als ein Kind, das grundlos ausgesprochen gemein zu einem Tier ist. Das Tier reagiert darauf gezwungenermaßen recht ruhig, aber seine Umgebung rächt diesen unerlaubten Eingriff in das natürliche Gleichgewicht und zeigt dem Bengel und seinen Freunden, wo der Hirsch röhrt.
Die erst aufgescheuchte, dann wehrhafte Natur in der Video-Story wird durch unterstützende Aufnahmen in einem Wildpark dargestellt; einen Teil dieser Natur verkörpert auch Konstantin, der an diesem Tag bei fiesem Regen durch frisch eingenebelte Fichtenreihen rennen muss.
Das Video
Nass bleibt er auch in der Nacht, als die letzten Szenen in einem extra geöffneten 20m-Tauchbecken in Siegburg abgedreht werden. Aufgabe: Wiederholt und elegant von einem Floß ins Wasser fallen. Gefilmt wird tauchenderweise vier Meter unter ihm. Findet Konstantin leider richtig scheiße. Nach dem ersten Probelauf stellt er höflich, aber bestimmt klar: "Das mach ich jetzt aber nicht noch fünfmal!"
Hätte er nicht schon vorher Depressionen gehabt, hätte er sie im Bergischen Land bekommen, sagte Lars von Trier über den Drehort dieser Tage. Ganz so dramatisch war es für die Get Well Soon-Crew wirklich nicht. Ob sich der Aufwand gelohnt hat, könnt Ihr selbst entscheiden.
Der Songwriter des Jahres trotzt dem Hype: bescheiden, hellwach, immer höflich.
<>Konstantin Gropper ist Get Well Soon. Get Well Soon hat eines der herausragenden Indie-Folkpop-Alben 2008 abgeliefert. Es ist sein Jahr. England, Frankreich, ja ganz Europa wartet auf den Mittzwanziger aus Oberschwaben. Dort verabreichte man ihm von Kleinauf die Boden- haftung, die jetzt im medialen Getöse Oberwasser sichert.>Wenn die Welt um einen herum immer schneller rotiert; wenn Vermarktungs-Strategien und Erlöser-Hoffnung an die Rettung des Pop den eigenen Mittelpunkt bedrängen: Wie behält das Individuum die Kontrolle? So gelassen wie möglich abwarten?
"Gelassen nicht – ich warte ab. Ich finde es schrecklich, wenn ich das Radio anmache und mich selber reden höre." Konstantin Gropper sitzt in einer hochgelegenen Betonkanzel in Wien. Abgeschottet vom Festivalgeschehen in der Arena einige Meter unter ihm, stellt sich der Get Well Soon-Kopf heute den Fragen der Schlange stehenden Journalisten. Wie gestern, wie vorgestern, und wie seit einigen Wochen quasi jeden Tag.
Sein Aufstieg in die Kanzel respektive das Rampenlicht deutschsprachiger Medien beginnt Mitte vergangenen Jahres. Nach der MySpace-Überhymne passieren Open Airs in Britannien und heimischen Indie-Spielwiesen. Ein paar Monate später kommt der musikinteressierte Mensch nicht mehr um das Phänomen Get Well Soon herum. Ob Musikzeitschriften, Feuilletons, Radio oder Fernsehen – Groppers Musik und Stimme ist plötzlich omnipräsent.
"Das ist beängstigend, ja", kommentiert der Künstler unverhohlen. "Fast schon skurril. Ich weiß auch nicht recht, was ich von dem Rummel halten soll. Ich kriege das alles gerade gar nicht so mit. Ich glaube, ich muss das hinterher mal ein bisschen aufarbeiten. Es ist so viel derzeit, ich hake viele Dinge einfach mechanisch ab ... Ich habe eine Rezension auf bild.de gelesen. bild.de. meint: 'Melancholie kann so schön sein'. Oder so ähnlich. Da war auch so ein auszeichnendes Smiley dahinter." Der 25-Jährige zuckt mit den Schultern.
Sein Mittel im Umgang mit den rasenden Ereignissen: Offenheit. Er betrachtet die für ihn ohnehin ungreifbaren Momente aus schützender Distanz, während er hier vorort jeder Frage mit erschöpfender Detailfülle begegnet, sehr persönlich und ehrlich erzählt. Solche Gesprächspartner wünscht man sich öfter. Ob da die Ausbildung in der Mannheimer Popakademie geholfen hat? "Ich hatte zwar Interview-Training, aber eigentlich fühle ich mich auf die Situation jetzt gar nicht vorbereitet." Glaubt man ihm sofort. Wie auch?
Gropper ist kein abgebrühter Medien-Profi, der auf jede Frage eine passende Antwort aus dem Katalog faltet. Hier spricht ein überdurchschnittlich talentierter, klassisch geschulter Songwriter, der in Eigenregie (und keineswegs zufällig) eines der wichtigsten Alben 2008 aufgenommen hat. Wie sieht er rückblickend seine Zeit an der Popakademie? Die Aussage "Pop nach Normen funktioniert nicht" klang in den Ohren der Verantwortlichen zweifellos nach harscher Kritik.
"Ich rede nicht so wahnsinnig gern darüber, weil ich nicht nur Gutes sagen kann. Im Nachhinein war es aber eine echt wichtige Zeit. Allein, weil ich dort drei Jahre lang Musik machen und mich damit auseinandersetzen konnte. Ich habe mit dem Studiengang Produktion angefangen, dann zu Gesang gewechselt.
Weiter gebracht hat mich aber vor allem die Theorie. Wir konnten uns Wissen um das Drumherum des Geschäfts aneignen, haben kennengelernt, wie die Branche funktioniert. Xavier Naidoo war übrigens nur einmal ganz kurz da. Er hielt einen Vortrag über Texten auf Deutsch. Das war ein bisschen komisch: Es ging darum, Textarbeit zu routinisieren, zu lernen, schnell und spontan texten zu können."
"Nee, ich denke mir die Lyrics schon immer in Ruhe aus. Es hieß: 'Schreibt mal einen Text über euch selbst und stellt euch damit vor.' Ich kann den Naidoo allerdings nicht wirklich beurteilen, habe ihn wie gesagt nur einmal ganz kurz gesehen. Der Name steht immer nur in den Pop-Akademie-Schlagzeilen ..." Gropper lächelt etwas verlegen.
Cello-Unterricht mit fünf, klassische Gitarre und Schlagzeug gelernt, in Chören gesungen und im Orchester gespielt. Hast du das ganze Album komplett in Eigenregie aufgenommen?
"Fast, ja. Geige und Trompete haben meine Schwester und mein Cousin gemacht. Den Rest hab ich selbst eingespielt bzw. programmiert. Das Schlagzeug etwa habe ich erst programmiert und anschließend versucht, möglichst viel davon durch mein eigenes Spiel zu ersetzen.
Die Songs sind teilweise schon bis zu vier Jahre alt. Konkret am Album gearbeitet habe ich ein halbes Jahr. Das hat aber nur deswegen so lange gedauert, weil das Zuhause und neben Studium und Leben passiert ist."
Auf die Grungeband Your Garden folgen experimentelle Ausflüge wie das Elektro-Projekt Grande Mirage mit Sängerin Meike Rosa Vogel. Als es mit der Albumproduktion ernst wird, friert Gropper diese Nebenschauplätze bis auf Weiteres ein. Zwischendurch beginnt er ein Philosophie-Studium in Heidelberg, um schließlich in die Rhein-Neckar-Region zu wechseln. Das alles passt unter einen Hut, weil Musik für Konschte, wie Gropper in seiner Heimat gerufen wird, schon immer einziges Hobby gewesen ist. Eine einsame Freizeitbeschäftigung: Get Well Soon sind und bleiben Solo-Plattform.
"Allein arbeite ich schneller, als wenn ich andere Musiker noch ständig anweisen muss. Ich habe große Probleme damit, Ungefähres zu präsentieren. Darum mache ich das Songschreiben lieber allein. Ich habe immer schon im Kopf, wie ein Stück klingen soll."
Entspricht das Endergebnis immer auch deiner anfänglichen Vorstellung?
"Mittlerweile schon. Zunächst hatte ich gewisse handwerkliche, produktionstechnische Probleme damit. Inzwischen habe ich meine Arbeitsweise ganz gut daraufhin ausgerichtet. Die alten Songs sind ja schon teilweise vier Jahre alt, die klingen heute natürlich ganz anders. Ich habe richtig Singer-Songwriter-mäßig angefangen. Mittlerweile beginne ich einen Song immer schon am Laptop, selten an der Gitarre. Weil ich prinzipiell weniger von einer Melodie ausgehe als vom Gesamtklangbild, ist der Laptop mein Mittel der Wahl."
Ausschlaggebend für die Klangbild, das "Rest Now, Weary Head" zeichnet, seien Tom Waits und Leonard Cohen gewesen. Sie hätten ihn vom klassischen Folksound weggeholt. Erst einige Zeit später addierten sich erneut Folklore-Eindrücke dazu. Den viel verwendeten Vergleich mit Ex-Wunderkind Conor Oberst kann der 25-Jährige zwar durchaus nachvollziehen. Recht teilen mag er ihn aber nicht.
"Ich weiß nicht. Die Parallele bietet sich natürlich an, weil das auch ein Quasi-Ein-Mann-Projekt ist. Den LoFi-Anfang von "Christmas In Adventure Parks" hab ich drin gelassen, weil das sozusagen noch das Rudiment aus meinen frühen Tagen darstellt. Das ist der älteste Song auf dem Album. Eine Original-Aufnahme von vor vier Jahren. Tendenziell ist mir aber vor allem wichtig, dass ein Song gut klingt."
Gab es je die Absicht, in die Klassik gehen?
"Zuhause bin ich gar nicht drumrum gekommen. Es lief sowieso immer klassische Musik. Mit 13 habe ich dann, wie so viele andere auch, Rock gehört. Nirvana, Sonic Youth. Damals habe ich auch die erste Noise/Punk-Band gegründet. Klassik höre ich heute aber immer noch gern und viel. Meine Verhältnis zur Klassik ist also gut, würde ich sagen."
Du wolltest aber eigentlich schon immer zum Pop.
"Ja, denn letztendlich geht es mir beim Songwriting darum, emotional etwas zu erreichen. In unserer Zeit Klassik zu komponieren, wäre schon sehr sehr intellektuell. Ist klar, dass ich das sage, weil ich ja an der Popakademie war, aber: Dieses Klassische ist einfach schon extrem verschult. Das war nicht meins. Und ich glaube, der Klassikbetrieb ist nicht besonders kreativ heutzutage."
Kannst du bestimmte Komponisten besonders empfehlen? Dein Vater hat Stockhausen gespielt, um euch Angst zu machen ...
"Werke zu empfehlen fällt mir schwer, weil mir diese Musik quasi schon in die Wiege gelegt wurde. Ich musste da nie rangeführt werden. Von Beethoven-Sinfonien bin ich schon beeindruckt. Wenn es um moderne Klassik geht: Lässt man beim Film "Shining" von Stanley Kubrick den Horrorkontext mal außen vor, entfaltet die Musik allein eine enorme Wucht.
Krzysztof Penderecki oder György Ligeti - wenn man das hört, haut einen das um. Das allerdings, was ich persönlich an moderner Klassik interessant finde, ist, dass ich es nicht richtig verstehe. Wenn ich aktiv Musik höre, dann lieber etwas, woran ich mir die Zähne ausbeiße als etwas, was ich nach drei Takten verstanden habe."
"Konkret im Text relativ wenig. Es gibt keine autobiografischen Geschichten. Es geht mir in emotionaler Hinsicht um eine generelle Geste. Wie schon der Bandname sagt, soll das Ganze schon etwas Erbauendes haben. Der Titel "Get Well Soon" richtet sich allerdings nicht ausschließlich an die Hörer, sondern auch an mich selber. Musik ist mein Ventil. Wenn ich sie nicht hätte, wäre ich nicht wirklich ausgeglichen."
Die Biberacher Landluft ist bestimmt auf nicht schlecht für die Gesundheit.
"Ich stehe auf jeden Fall zu meiner dörflichen Herkunft. Mir gefällt es immer noch sehr gut auf dem Land, und früher oder später werde ich wohl auch wieder hinziehen. Die Herkunft prägt einen natürlich schon."
In der Spex war neulich ein Artikel über Blood Red Shoes und Jolly Goods zu lesen. Darin drehte sich alles um ein neuerliches Aufbegehren gegen rurale Langeweile, um das Popphänomen der Rebellion ...
"Jolly Goods stammen lustigerweise aus einem Nachbardorf unseres Bassisten, aus dem Odenwald. Ich selbst wollte aber nie gegen mein Umfeld rebellieren. Klar, Oberschwaben ist schon ein jugendkulturelles Brachland. Wir waren Gottseidank noch im FM4-Sendegebiet.
Was an Jugendkultur auf dem Land so geht, ist Fußball und Blasmusik. Ich war lediglich in diversen Chören. Ich bin immer wieder gerne zuhause, aber wenn ich eine Woche da war, weiß ich auch wieder, warum ich da weggezogen bin ... Insgesamt finde ich eine Jugend auf dem Land allerdings durchaus positiv. Meinen Kindern soll es ähnlich gehen.
In Berlin wohne ich jetzt zwar, und ich fühl mich wohl dort. Aber Zuhause ist immer noch Biberach für mich. Gestern wurde ich gefragt, ob das Dorfleben meine musikalisches Ich gefördert hätte, weil es wenig Alternativen gab. In meinem Fall war es möglicherweise wirklich so, weil ich mit dem sonstigen ländlichen Vereinsleben nichts anfangen konnte. Ein Außenseiter war ich trotzdem nie."
Vom Dorf ins internationale Musikgeschäft: Wie gut gehen Get Well Soon eigentlich in England?
"Mein Standing ist gar nicht so besonders großartig dort. Maximilian Schenkel, mein Manager und Gitarrist, hat übrigens auch mal für laut.de geschrieben. Er lebt jetzt in London. Gemeinsam haben wir es hingekriegt, aus Get Well Soon so etwas wie einen Geheimtipp in der Londoner Szene und ganz England zu machen.
Die Welle hat bis zu den Machern vom Glastonbury gereicht. Die wiederum hatten keine Probleme damit, dass es noch keine Platte gab und wir aus Deutschland stammen. Wir hatten Glück, dass unser Ruf schnell von Leuten mit einem gewissen Einfluss erhört wurde und wir dort auf diversen Festivals spielen durften.
Dass heißt aber nicht, dass man mich dort gut kennt – die Platte erscheint dort erst im Mai. Im Sommer folgen voraussichtlich weitere Auftritte dort und in weiteren Ländern. Es hieß zumindest, dass die Franzosen schon warten. Das Album soll in ganz Europa veröffentlicht werden."
Hast du manchmal Angst aufzuwachen und alles ist schon wieder vorbei?
"Erst einmal muss ich jetzt verarbeiten, dass es angefangen hat. Ich bin ja Pessimist aus Überzeugung. Ich habe aber auch nicht vor, noch mal so lange zu warten, bis mein Album erscheint. Ich finde es eher reizvoll jetzt zu sagen: Ich mache die nächste Platte in kürzerer Zeit. Ich werde mir dann einfach die Freiheit nehmen und es machen."
| Fr | 21.06.2013 | Get Well Soon Southside Festival (Neuhausen ob Eck) | |
| Sa | 22.06.2013 | Get Well Soon Traumzeitfestival (Duisburg) | |
| So | 23.06.2013 | Get Well Soon Hurricane Festival (Scheeßel) | |
| Mo | 24.06.2013 | Get Well Soon Erlangen (E-Werk) | |
| Di | 25.06.2013 | Get Well Soon Darmstadt (Staatstheater) | |
| Sa | 13.07.2013 | Get Well Soon A-Harvest Of Art (Wiesen) | |
| Sa | 24.08.2013 | Get Well Soon Kassel (Kulturzelt) | |
| Sa | 07.09.2013 | Get Well Soon Berlin Festival (Berlin) |
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