Porträt

laut.de-Biographie

Figurines

Denkt man an Dänemark, laufen zunächst einmal endlos weite Landschaften vor dem inneren Auge ab. Die Assoziation mit Birkenwäldern, Heidegrün und felsenumrankten Fjorden ist irgendwie auch allemal angenehmer als die Erinnerung an dänische Musikexporte. Zwar arbeiten The Movement und The Raveonettes bereits erfolgreich an der Rock-Rehabilitation des kleinsten skandinavischen Landes (im Death Metal-Bereich übrigens Illdisposed). Die weitesten Schatten werfen in kommerzieller Hinsicht aber immer noch die Alptraum-Formationen Safri Duo and Aqua.

Das ist natürlich noch lange kein Grund, sowas auch anzuhören, selbst als Däne. 2001 wollen die Schulfreunde Andreas Toft (bass), Christian Hjelm (vocals, guitar) und Claus Salling Johansen (guitar, backing vocals) deshalb in Vestbjerg, einem Nest bei Aalborg, ihre Version einer Alternative-Rockband umsetzen. Da ohne Schlagzeug in dieser Richtung wenig los ist, suchen und finden sie ausgerechnet in dem Heavy Metal-Trommler Kristian Volden (aka Volle) schon bald einen Mann, der auf ihrer Wellenlänge rockt.

Mit der 5-Track-EP "The Detour" machen sie die Spürnasen des heimischen Indie-Labels Morningside Records auf sich aufmerksam, wo im April 2003 das Album-Debüt "Shake A Mountain" erscheint. Die dänische Presse zeigt sich begeistert, das führende dänische Rock-Mag "Gaffa" kürt das Werk sogar zum zweitbesten Album des Jahres, allerdings vor den bekannteren Raveonettes. Auch in Deutschland stößt der Indie-Release bei einigen Aufgeweckten auf Interesse. Maßgeblich ist es der Song "Bright", der der Band durch Radio-Airplay zu größerer Bekanntheit verhilft und schließlich auch zu einem Auftritt beim renommierten Roskilde Festival führt.

Die Figurines stehen für unkomplizierten, dabei aber nie drögen Indie Rock, der verschiedenste Zitate von den 90ern (Pavement, Modest Mouse) über die 80er (Pixies) bis in die späten 60er Jahre (Beach Boys) mit sich führt. Ähnlich den Kollegen von Interpol legen die Dänen dabei eine Detailverliebtheit an den Tag, die die einzelnen Songs zu einem großen, stimmigen Ganzen verweben. So geschehen auf der 2005er-Scheibe "Skeleton", die in den Tambourine Studios in Malmö sowie in Aarhus entsteht. Mit "The Wonder" schickt der Vierer den nächsten Single-Hit ins Rennen und plant im Mai eine Support-Tour für Madsen durch Deutschland. Daraus wird in letzter Sekunde zwar nichts, die Livetermine holt der Vierer aber im September ausführlich nach.

Nach mehreren erfolgreichen Touren durch die Staaten kehren die Figurines 2006 nach Dänemark zurück, um ihren dritten Longplayer einzuspielen.

Währenddessen ergeben sich Veränderungen im Bandgefüge, da der Bassist Andreas Toft aussteigt, um sich auf sein Studium zu konzentrieren. Der bisherige Live-Gitarrist Mads Kjaergaard übernimmt schließlich dessen Part. Außerdem kann die Band den Keyboarder Jens Ramon für sich gewinnen.

Das dritte Werk "When The Deer Wore Blue" erscheint in Deutschland im August 2007 auf Pop-U-Loud-Records. Lehnen sich die ersten beiden Alben noch an den Indierock der Neunziger an, tauchen die Figurines mit diesem Werk in die Sixties ein, legen die Rock-Attitüde ab und überraschen mit komplexen, vielseitig instrumentierten und psychedelisch anmutenden Songs.

Von den Live-Qualitäten dieser dänischen Band kann man sich in Deutschland im September 2007 überzeugen.

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