Porträt

laut.de-Biographie

Far

Was haben Cake, Papa Roach, Deftones und Far gemein? Sie alle stammen aus dem kalifornischen Sacramento, sie alle machen Gitarrenmusik, und alle diese Bands feierten die kreativsten ihrer Erfolge - jedenfalls in den Augen vieler - in den ausgehenden Neunzigern bzw. frühen Nullern. Alle? Nun ja, eine bestimmte Gruppierung um einen gewissen Jonah Matranga schickt sich 2010 nach zwölf Jahren ohne Veröffentlichung und zwischenzeitlichem Breakup an, den alten Ruf zu reetablieren.

Far ist nämlich die Band, die 1989 mit "Water & Solutions" ein ganzes Genre entscheidend mitprägte. Emorock war damals noch kein Schimpfwort. Seien es Jimmy Eat World, Thursday, Blink 182 oder Biffy Clyro: Alle nennen jenes Far-Album als größte Inspiration für die eigene Musik.

Ebenfalls nicht unbekannt dürften die zahlreichen anderen Bandprojekte der Mitglieder Shaun Lopez (Gitarre), Jonah Matranga (Vocals), Chris Robyn (Drums) und John Gutenberger (Bass) sein. Vor allem Sänger Matranga formuliert als Onelinedrawing bzw. mit dem Bandunterfangen New End Original den Emobegriff mit aus, während Shaun Lopez mit The Revolution Smile von sich reden machte.

Ihre ersten Erfolge feiern Far nach zwei selbstveröffentlichten, eher Hardcore-lastigen Alben, als Epic Records 1996 zur Unterschrift bittet und das melodiösere "Tin Cans With Strings To You" unter die Leute bringt. Erst die Veröffentlichung des Kultwerks "Water & Solutions, das die überaus erfolgreiche Single "Mother Mary" enthält, bringt den endgültigen Durchbruch in den Pop-Mainstream.

Touren mit den befreundeten Deftones sowie mit Incubus hieven Far in kurzer Zeit an die Genrespitze des Emorocks. Der raue, harte und doch emotionale Sound, den Far mit Bands wie etwa Walter Schreifels' Quicksand teilen, hat mit dem mitunter sehr soften Klang von späteren Emo-Acts noch wenig gemein.

Noch im selben Jahr trennen sich Matranga, Robyn, Lopez und Gutenberger auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs. Grund sind die Versuche ihrer Plattenfirma, Far dem wachsenden Nu Metal-Markt anzubieten. Dazu kommen interne Unstimmigkeiten. Die Ex-Mitglieder bleiben in besagten und weiteren Bands weiter dem Musikgeschäft treu, bis Far 2008 bekanntgeben, wieder unter altem Namen in den USA aufzutreten. Im darauffolgenden März gibt das Emocore- und Screamo-Label Vagrant Records bekannt, den Vierer für neue Studioaufnahmen verpflichtet zu haben.

"At Night We Live" erscheint im späten Frühjahr 2010 und lässt alte Rockqualitäten wieder aufleben - sehr zur Freude der Kritik: BBC Music zum Beispiel beschreibt das Album als zwar kommerziellere Variante früherer Großtaten, hält aber fest, dass es jenen in wenig nachsteht.

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