Porträt

laut.de-Biographie

Esperanza Spalding

Mit 26 Jahren erlebt Esperanza Spalding im Februar 2011 den vorläufigen Höhepunkt auf der Leiter ihrer Musikkarriere. Sie wird mit dem Grammy für die beste neue Künstlerin ausgezeichnet. Als erste Jazz-Musikerin aller Zeiten.

Esperanza Spalding wächst in Portland, Oregon auf. Mit fünf Jahren beginnt sie mit der Violine und spielt sich im lokalen Orchester bis zur Konzertmeisterin nach oben. Da ist sie fünfzehn. Und beginnt sich für den Kontrabass zu interessieren, ein Instrument, das so mächtig erscheint neben der zarten jungen Frau. Bald stellt sie fest, dass es ihr leicht fällt, ihr Bassspiel mit gesungenen Melodien zu begleiten.

Die klassische Musik lässt sie hinter sich und beschäftigt sich zunehmend mit anderen Genres: Funk, Blues, Hip Hop, Latin, Pop. Der Jazz bringt sie schließlich an die renommierte Boston Jazz Society. Aufgrund ihrer überdurchschnittlichen Begabung bekommt sie dort die Chance, mit Jazz-Legenden wie Pat Metheny zusammenzuarbeiten und geht schließlich mit der R'n'B-Sängerin Patti Smith auf Tour.

Mit 20 Jahren wird sie die jüngste Professorin am Bostoner Berklee College of Music aller Zeiten. Aus den Eindrücken dieser Zeit geht das 2006 veröffentlichte Album "Junjo" hervor, auf dem Spalding neben Pianist Aruan Ortiz und Drummer Francisco Mela als Teil eines festen Trios auftritt. Der große Erfolg bleibt zunächst aus.

2008 erscheint auf dem Label Heads Up International "Esperanza", ein Album, das in der Jazz-Szene auf große Begeisterung stößt. Für Esperanza Spalding ist es die erste Veröffentlichung, auf der sie allein die Regie führt und zum ersten Mal wirklich zeigen kann, wer sie ist, als Bassistin, Komponistin und nun verstärkt auch als Sängerin: "Esperanza is really me attempting to catch my sound as an artist and as a leader. I feel like Esperanza is a portrait of myself and my approach." Kein Newcomer-Album im Bereich Jazz geht 2008 weltweit öfter über den Ladentisch.

Esperanza Spaldings sanfte Stimme umspielt die tiefen Bass-Lines, dazu wippt ihr wildes Haar im Takt. Die internationale Musikpresse ist begeistert und vergleicht Spalding mit Größen wie Ella Fitzgerald oder Erykah Badu - und das nicht nur wegen ihrer Haarpracht. Die New York Times schwärmt: "Esperanza has got a lot: accomplished jazz improvisation, funk, scat singing, Brazilian vernacular rhythm and vocals in English, Portuguese and Spanish. At its center is a female bassist, singer and bandleader, one whose talent is beyond question." Spätestens hier zeigt sich, dass in Esperanza Spaldings Adern Blut aus den verschiedensten Kulturen fließt: Ihre Mutter hat walisische, spanische und amerikanische Vorfahren, ihr Vater ist Afroamerikaner.

2009 spielt Esperanza anlässlich der Verleihung des Gershwin Prize an Stevie Wonder bei einer Gala im Weißen Haus. Das Video ihres Auftritts verbreitet sich wie ein Lauffeuer im Internet.
Im gleichen Jahr wird sie von US-Präsident Obama persönlich ausgewählt, bei der Verleihung des Friedensnobelpreises aufzutreten. Auftritte mit Prince, Patti LaBelle und Alicia Keys folgen. Jede Late-Night-Show möchte das junge Talent einmal zu Gast haben.

Doch statt den Boden unter den Füßen zu verlieren, konzentriert sich Esperanza Spalding ausschließlich auf ihre Musik und bleibt gelassen. 2010 veröffentlicht sie ihr drittes Album "Chamber Music Society" (Heads Up), ein Konzeptalbum, das mit der klassischen Besetzung für Kammermusik spielt und weniger poppig als die beiden Vorgänger ist. Schon im Frühjahr 2011 erscheint "Radio Music Society" und orientiert sich wieder vermehrt an Funk, Hip Hop und sogar Rock. Der gewonnene Grammy ist also kaum mehr als ein Anfang: Esperanza Spaldings Zeit hat gerade erst begonnen.

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