Porträt

laut.de-Biographie

Entwine

Da es in Finnland recht häufig kalt und dunkel ist, treffen sich ab 1995 Drummer Aksu Hanttu, Sänger/Gitarrist Tom Mikkola und Basser T. Taipale im beheizten Proberaum in Lahti, um gemeinsam ins Land zu dröhnen. Da das damals noch schwer nach Death Metal klingt, interessiert es kaum ein Rentier, und auch die Jungs selber langweilen sich recht schnell.

1997 kommt mit Panu Willman ein zweiter Gitarrist in die Band, der auch den Gesang übernimmt. Der Sound ist inzwischen um einiges melodischer, und mit "Divine Infinity" veröffentlichen sie das erste und einzige Demo, welches im Underground regen Anklang findet. Im Februar '98 stößt Keyboarderin Riitta Heikkonen zur Band und komplettiert somit das Line-Up. Als schließlich auch noch Spinefarm Records auf die Band aufmerksam werden, steht der Karriere eigentlich nichts mehr im Wege.

Auf das im September '99 veröffentlichte "The Treasures Within Hearts" sind die Reaktionen seitens Fans und Presse hervorragend. Das hindert Herrn Willman jedoch nicht daran, die Band zu verlassen. Kurz darauf entschließen sich die anderen, dass man auch Meister Taipale lieber von hinten sehen würde. So holen sie sich mit Joni Miettinen einen neuen Bassisten und mit Mika Tauriainen einen neuen Sänger ins Boot. In dieser Besetzung geht die Truppe ins Studio und spielt "Gone" ein, um zu beweisen, dass man Entwine heißen, und trotzdem wie HIM klingen kann. Kurz darauf stößt mit Jaani Kähkönen ein zweiter Gitarrist dazu.

Der Vorwurf des Plagiats ist an einigen Stellen sicher gerechtfertigt, doch es bleibt die Hoffnung auf ein sich mit der Zeit entwickelndes eigenes Charakterbild. Dieser Schritt, hin zur Eigenständigkeit, nimmt mit dem 2002er Werk "Time Of Despair" deutliche Formen an. Erstens bleiben die Finnen - im Gegensatz zu den Nachbarn von HIM - in rockigeren Gefilden. Zweitens gelingt es Sänger Mika immer öfter, sich von Vorbild Ville Valo zu lösen und eigene Akzente zu setzen. Das zeigen sie auch auf der Europatour zusammen mit Theatre Of Tragedy und Ram-Zet und diversen Festivals, die sie im Anschluss an die Tour spielen.

Danach machen sie sich an die Produktion des Nachfolgers und verschanzen sich für einige Zeit in Proberaum und Studio. Im März 2004 treten sie mit "DiEversity" zurück ins Rampenlicht und zeigen einmal mehr, dass der Schüler den ehemaligen Meister überflügeln kann. Das neue Album rockt mehr, als es HIM in ihrer gesamten Karriere je getan haben. Zwar haben Entwine immer noch geniale und einschmeichelnde Melodien im Repertoire, jedoch sind die Klampfen dermaßen fett, dass sich sämtliche Gothic-Rocker vom Sound eine Scheibe abschneiden könnten.

Wie sich die Songs live anhören, davon kann man sich in Deutschland ein Bild machen, als sie im November 2004 zusammen mit Xandria durch die Lande touren. Drummer Aki liefert nebenher noch sehr gute Arbeit als Produzent für die Kollegen von Soulrelic ab, ehe Ende August die EP "Sliver" erscheint. Darauf finden sich zwei neue Songs und zwei Live-Versionen von bereits bekannten Sachen ein. Außerdem präsentiert die Band noch eine Coverversion von Savage Gardens "Carry On Dancing".

Allerdings dauert es wieder bis Mitte September, ehe die Finnen mit "Fatal Design" neues Material vorstellen. Die Produktion übernahm Janne Joutsenniemi von Suburban Tribe, der dem Album einen satten Sound verpasst. Diesen wollen sie natürlich auch live präsentieren und gehen im Mai des nächsten Jahres mit Dope Stars Inc. und Jesus On Extasy auf Tour durch Deutschland. Dort übernimmt allerdings Janne von Uniklubi die Gitarre für Jaani, der zeitlich verhindert ist.

Ansonsten sieht es 2007 und auch 2008 eher spärlich aus mit Auftritten, weswegen genügend Zeit bleibt, sich auf die nächste Scheibe vorzubereiten. Da mittlerweile auch Keyboarderin Riitta auf der Strecke geblieben ist, gehen sie noch rockiger und erdiger zu Werke als auf den Vorgängern. Im April geht es ins Studio, wo sie sich eine ganze Zeit lang verschanzen und Ende des Jahres Vollzug ankündigen. "Painstained" ist im Kasten und wird Ende Februar 2009 veröffentlicht.

Alben

Entwine - diEversity: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2004 diEversity

Kritik von Michael Edele

Finnischer Gothic Rock ohne HIM-Säuselschmacht. (0 Kommentare)

Entwine - Gone: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2001 Gone

Kritik von Michael Edele

HIM-Klon oder nicht, die Songs sind toll! (0 Kommentare)

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