Porträt

laut.de-Biographie

Suburban Tribe

Falls ihr von Suburban Tribe noch nie was gehört habt, könnte das daran liegen, dass ihr nicht aus Finnland stammt. Dort sind die vier Rabauken nämlich schon seit gut zehn Jahren aktiv und aus den finnischen Charts nicht mehr wegzudenken. Leider ebenfalls auf Finnland beschränkt sind die ersten paar Veröffentlichungen von Basser Janne Joutsenniemi (Ex-Stone), Gitarrist Roope Sirén (Ex-Airdash) und Drummer Alec Hirst-Gee. Bisher hat es allein "Suburban Tribe" zu einer Veröffentlichung in Deutschland gebracht.

Doch zurück zum Anfang. Im Sommer '92 treffen sich Janne, Roope und Alec zum ersten Mal in einer Garage. Nachdem die ersten paar Coverversionen sitzen, steht die Sängersuche an. Zunächst versuchen sie es mit Ville Tuomi, doch der kratzt im Dezember des Jahres die Kurve und schließt sich Kyyria an. So heißen sie Jouni Markkanen willkommen, mit dem sie sich in der Neujahrsnacht nach ein paar Bier den Namen Sub-Urban Tribe geben. Bis zum Frühling '93 spielen sie einige Konzerte in ihrer Heimatstadt Helsinki, und eines Abends tritt Kari Hynninen auf sie zu und nimmt sie für sein neu gegründetes Zen Garden-Label unter Vertrag.

Im Keller von Roopes Mutter nehmen sie ihr Debütalbum auf und wollen eigentlich auch beim Mix ständig ihren Senf dazu geben. Doch Produzent Mikko Karmila hat die Faxen bald dicke und schmeißt die Nasen kurzerhand aus dem Studio. Ende Februar des folgenden Jahres steht das Debütalbum "Primitive" in den finnischen CD Regalen. Schon kurz darauf sitzen sie im Tourbus, durchfahren die weiten Ebenen von Finnland und spielen im Sommer sogar auf einem Festival in Slowenien.

Für die Aufnahmen zum zweiten Album verkrümeln sich Sub-Urban Tribe in die Wälder von Orimattila in der Mitte Finnland und bauen in einem über 100 Jahre alten Bauernhaus ihr Studio auf. Dort entsteht "Purity" in einer absolut relaxten Atmosphäre, deren Höhepunkt die Sichtung einer lebenden Kuh ist! (Alles Schwachmaten in Finnland, d.Verf.) Bevor das Album im September erscheint, machen sie noch eine Stippvisite auf der Popkomm in Köln, wo sich das Interesse der A&R-Manager unverständlicherweise in Grenzen hält.

Nach einer Tour, die bis Silvester dauert, starten Janne und Co. eine Zusammenarbeit mit dem in Finnland recht bekannten Musiker Don Huonot. Für den Song "Sirkuksessa" (In The Circus) drehen sie auch ein Video, das den Award als bestes, finnisches Rock-Video '97 gewinnt. Gemeinsam gehen die beiden Bands auch einen Monat auf Tour, nach deren Abschluss erst mal relaxen und Songwriting angesagt sind.

Das dritte Album "Panorama" erscheint im Frühling 1997, und die anstehende Tour stellt die Band vor ein Problem: Da sie auf dem Album mit zahlreichen Gastmusikern gearbeitet haben, die Streichinstrumente und Synthesizer einspielten, müssen sie sich zwangsläufig einen Keyboarder besorgen. Mit Emerson Burton (aka Janne Johannes Purttinen, der inzwischen für HIM in die Tasten greift) finden sie den richtigen und packen ihre Sachen. Die Single "First Spring Day" steigt auf Platz eins in den finnischen Radiocharts ein und bietet eine hervorragende Ausgangslage für die Tour.

Nach der Tour nehmen sich Sub-Urban Tribe erst einmal eine Auszeit und machen sich auf die Suche nach einem neuen Label. In der Zwischenzeit veröffentlicht das alte Label eine Best Of, die neben zehn bekannten Hits auch zehn bisher unveröffentlichte Stücke enthält. Darunter etwa die Coverversionen von David Bowies "Life On Mars" oder "Sabotage" von den Beastie Boys.

Das legendäre Spinefarm Records Label macht das Rennen, im Oktober '98 erscheint "Electro 57". Burton ist nach wie vor als Keyboarder dabei und geht im November mit den Jungs auch auf Tour. Die zieht sich bis ins nächste Jahr hinein, ehe es verdächtig still um die Band wird. Doch die Jahre streichen nicht ungenutzt ins Land, und als sie sich 2002 mit dem schlicht "Suburban Tribe" betiteltem Werk zurückmelden, hat sich nicht nur die Schreibweise des Namens verändert.

Mit Ville Tuomi (ex-Kyyria) ist für den abgewanderten Jouni ein alter Bekannter in der Band, Burton ist weg vom Fenster, und mit EMI Finnland hat man ein Major Label im Rücken, das auch den Sprung nach Deutschland wagt. Noch bevor das Album in Deutschland erscheint, ist die Band zusammen mit Oomph! auf Tour und als Headliner anschließend in Finnland. Alle drei Singles gehen dort auf Platz eins, und nachdem die Scheibe auch in unseren Breitengraden zu haben ist, schauen Suburban Tribe im Vorprogramm von D-A-D noch mal bei uns vorbei.

Leider gelingt es den sympathischen Finnen nicht, in Deutschland Fuß zu fassen, denn nach "Suburban Tribe" verlieren sie ihren Vertrieb in Deutschland schon wieder. Nachdem sie 2003 keinen einzigen Auftritt hatten, starten sie im Januar 2004 zur Veröffentlichung des deutlich härteren "Manimal"-Albums eine Promotour für Radio und Fernsehen, ehe eine weitere Headlinertour durch Finnland ansteht. Höhepunkte des Jahres soll eigentlich ein Gig auf einem Sommerfestival in Moskau sein, doch dieses wird vom Veranstalter kurzfristig abgesagt.

Die Produktion der "Manimal Instinct – Rock Documentary" DVD ist zwar in trockenen Tüchern und wurde auch schon zu ein paar Gelegenheiten der Öffentlichkeit präsentiert, eine offizielle Veröffentlichung steht jedoch noch aus. Zwar hatten sie für ihre Live-Auftritte in Person von Euge Valovirta (Ex-Waltari/Lullacry/Leningrad Cowboys/The Black League) dabei, doch ein Festeinstieg ist nicht vorgesehen. Nachdem sich Janne und Alec mit diversen Nebenprojekten ausgetobt haben, machen sie sich auch wieder an das nächste Suburban Tribe-Album.

Dieses hört auf den Namen "Revolt Now!" und erscheint im April 2006, leider wieder nur in Finnland. Dort steigt die Scheibe aber direkt auf Platz 7 ein. Janne betätigt sich derweil auch noch als Produzent für das neue Album der Kollegen von Entwine.

Alben

Suburban Tribe - Suburban Tribe: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2002 Suburban Tribe

Kritik von Michael Edele

Die Finne rocken alternativ, und zwar alternativ zu allem anderen. (0 Kommentare)

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