Porträt

laut.de-Biographie

Deborah Harry

Die besten Voraussetzungen um ein Star zu werden? In Deborah "Debbie" Harrys Fall, nicht wissen was genau man machen will, aber daran zu glauben die Vorraussetzungen für ein Leben im Rampenlicht zu haben. Hört sich ein bisschen naiv an, doch für diese Dame ging das Konzept voll auf.

Am 1. Juli 1945 erblickt Debbie in Miami, Florida das Licht der Welt, wächst aber als Adoptivkind der Familie Harry in einem kleinen Vorort von New Jersey auf. Das Leben dort langweilt die junge Frau so sehr, dass sie sich mit 19 kurzer Hand auf den Weg nach New York macht um ihren Traum vom Berühmtsein zu verwirklichen.

Um sich in der Stadt die niemals schläft aber zunächst einmal über Wasser halten zu können jobbt sie als Sekretärin, Model für einen Maler, Playboy-Bunny oder in einem Frisiersalon, wo sie sich auch gleich zum ersten Mal die Haare blondiert. Außerdem arbeitet sie als Kellnerin in "Max's Kansas City" dem Lieblingslokal von Andy Warhol.

Obwohl sie nicht so recht wusste, womit sie zum Star aufsteigen wollte, begeisterte sie sich von Anfang an für die Musik. So tritt sie regelmäßig in dem Punk-Rock-Club CBGB auf, damals bereits ein angesagter In-Laden. Nebenbei versucht sie sich 1968 als Background-Sängerin in der Folk-Gruppe "Wind In The Willows" die aber erfolglos bleibt.

Trotz prominenter Gäste wie Andy Warhol, Jimi Hendrix oder Miles Davis, dümpelt sie die ersten Jahre eher vor sich hin. Das Blatt wendet sich erst als sie 1973 The Stilettoes beitritt, wo sie ihren späteren Freund, den Gitarristen Chris Stein kennen lernt. Ein Jahr später gründen die zwei zusammen mit Gary Valentin, James Destri und Clem Burke die Band Angel And The Snake, kurz danach in Blondie umbenannt.

Erfolg können sie zunächst nur innerhalb der New Yorker Künstler- und Punkszene verzeichnen, denn die Radiosender boykottieren sie. Debbie's Meinung dazu: "Es war sehr aggressiver Pop, mit einer Frontfrau, und eine aggressive Frontfrau gab es im Pop noch nicht wirklich". Zwei Jahre nach ihrer Gründung nehmen sie ihre erste Platte auf, gehen mit David Bowie und Iggy Popauf Tour und schaffen 1977 den Sprung über den großen Teich: Die Single "Denis" erreicht Platz zwei in den britischen Charts.

Der große Durchbruch für die Band kommt aber erst mit ihrem dritten Album "Parallel Lines" 1978, danach scheint sie nichts mehr stoppen zu können. Obwohl Debbie in den Köpfen ihrer Fans immer zuerst die Frontfrau von Blondie bleibt, taucht sie ab 1975 immer wieder in kleineren, später größeren Filmrollen auf. Zum ersten Mal steht sie für den Fernsehkrimi "Eiskalt" und Filme wie "Unmade Beds" oder "Der Fremde" vor der Kamera.

Je größer der Hype um ihre Band gerät, desto mehr fühlt sich Debbie von ihrem Image erdrückt. Vor allem wegen ihrer starken Bühnenpräsenz und ihrem eigenwilligen Punk-Outfits steigt sie zur Stilikone für viele ihrer Fans auf, die mit blondierten Haaren zu den Shows erscheinen. Doch das dieser Erfolg auch seine Schattenseiten hat, muss auch sie bald erkennen.

"Mit dem großem Erfolg von Blondie wurde ich ein Teil des Mechanismus dieser Industrie und wusste nicht, wie ich damit umgehen sollte. Das distanzierte mich von der Untergrund-Kultur und entfernte mich von dem, was mich kreativ machte. Ich war natürlich froh, eine Menge Geld zu machen, aber damit übernimmt man auch Verantwortung. Ich hatte mein eigenes Image entworfen, jetzt war ich darin gefangen", sagt sie in Interviews Jahre später.

1981 versucht sie sich schließlich als Solokünstlerin, um zu beweisen, dass sie mehr darstellt als nur Blondie. "Koo Koo" erreicht Platz 28 in den USA und sogar Platz sechs in Großbritannien. Ein Jahr später, nach einer wegen der Krankheit von Chris Stein abgebrochenen Tour, geben Blondie ihre Trennung bekannt. Debbie kümmert sich die nächsten zwei Jahre um den Kranken und tritt nebenbei auch wieder auf der Leinwand in "Videodrome" in Erscheinung.

Musikalisch meldet sie sich dann 1986 mit "Rockbird" zurück, das Fans zwar wahrnehmen, der große kommerzielle Erfolg bleibt trotzdem aus. Ihre Schauspielkarriere läuft da schon besser, so spielt sie, erstmals in größeren Rollen, an der Seite von Liam Neeson und Julia Roberts in "Hairspray" und der Musikkomödie "Satisfaction" mit.

Drei Jahre später erscheint das nächste Werk "Def, Dumb And Blonde", auf dem sie ihren Namen zum ersten Mal von dem bisherigen Debbie zu Deborah ändert. In Europa und Australien schoss die erste Singleauskopplung "I Want That Man" an die Spitze der Charts und brachte dem Album Platz zwölf in den UK Charts ein. In ihrer Heimat dümpelte es dagegen irgendwo auf Platz 123 vor sich hin.

Wieder folgten kleinere Rollen in verschiedenen Filmen, doch am meisten konzentrierte sich die Sängerin in den nächsten zwei Jahren aufs Touren. Mit dem mittlerweile wieder gesundeten Gitarrist Chris Stein, Karl Hyde von Underworldund mit Leigh Foxx einem weiteren Blondie-Mitglied steht sie rund um den Globus auf der Bühne.

1993 folgt das vierte Werk "Debravation", dem ebenso wie den Vorgängern kein wirklicher Charterfolg gelingt. Im selben Jahr tourt sie, wieder mit Stein, aber auch Peter Min, Greta Brinkman und James Murphy durch die UK. Nebenbei landet sie auch 1995 wieder eine große Rolle an der Seite von Liv Tyler in der Tragikkomödie "Liebeshunger". Außerdem geht sie mit den Jazz Passengers auf Tournee und gibt ihr Debüt am Broadway.

Zwei Jahre später gibt es im Sommer erstmals wieder einige Blondie Konzerte, und 1999 erscheint das Comeback-Album "No Exit" mit der Hitsingle "Maria". In den nächsten sieben Jahren kommen weitere neue Platten der Band auf den Markt. Ihre Solokarriere ganz in Vergessenheit geraten lassen will Debbie dann aber auch nicht und bringt, vierzehn Jahre nach ihrer letzten Platte "Necessary Evil" heraus.

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