Porträt

laut.de-Biographie

De Staat

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt? In den Niederlanden treibt ein gewisser Torre Florim sein musikalisches Unwesen. Dieser Herr macht schon seit den Strampelanzug-Tagen in seiner Heimat Nijmegen Musik und erarbeitet sich so einen Ruf in der lokalen Szene.

De Staat: Neues Video zu "Make The Call, Leave It All"
De Staat Neues Video zu "Make The Call, Leave It All"
Heute schon korrekt gemoved? De Staat zeigen mal wieder, was auf dem Parkett möglich ist.
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Er singt, spielt Gitarre und bastelt auch sonst noch alle restlichen Instrumente zu einer ersten Demo zusammen, die seinem Freundeskreis kollektiv den Schalter raushaut. Als Abschlussprojekt seines Studiums auf der Utrecht School of Arts produziert er eine selbstfinanzierte EP mit eigenen Songs, rein wissenschaftlich, quasi als Experiment. Die EP gerät dann doch umfangreicher, sie wächst sich zu De Staats Debütalbum, "Wait For Evolution", aus, das Anfang 2009 auf dem kleinen Excelsior-Label erscheint.

Freunde überreden ihn zwischenzeitlich, nach einer kompletten Band Ausschau zu halten. So holt er sich Vedran Mircetic (Leadgitarre), Jop van Summeren (Bass), Rocco Bell (Piano und Gesang) und Tim van Delft (Drums) und beginnt, quer durch Europa zu touren. Bald bekommen Florims Songs ein neues Gewand, präsentieren sich als treibender LoFi/Avantgarde-Rock mit griffigen Hooklines.

Der Name De Staat geht übrigens auf ein Stück des holländischen Komponisten Louis Andriessen aus den 70er Jahren zurück. Bald wächst die Band über reinen holländischen Geheimtippstatus hinaus, spielt bei großen europäischen Festivals und geht mit den belgischen Nachbarn von dEUS auf England-Tour.

De Staat - Live In Utrecht
De Staat Live In Utrecht
Ein recht gutes Surrogat für einen Live-Gig der Holländer.
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Auf seine Vorbilder angesprochen, meint Sänger Torre in einem Interview: "In einigen Kritiken wird unsere Musik mit Queens Of The Stone Age, Nick Cave und Tom Waits verglichen. Das kann ich gut nachvollziehen, denn diese Musik mag ich sehr. Aber es ist wohl auch die Attitüde, die mich inspiriert. Diese Acts machen ihr eigenes Ding, egal was kommt. Sehr hartnäckig und engagiert."

Bei einem Auftritt am Lowlands-Festival 2009 sieht Chris Goss einen beeindruckenden Gig der Holländer und schleppt sie sofort zu Mascot Records, die das Debüt-Album international im Frühling 2010 auf den Markt bringen. Das Jahr sieht die Band fast ausschließlich auf Tour, alle großen Festivals werden abgegrast und auch einige Konzerte in Amerika stehen auf dem Programm.

Mit der vollen Band im Rücken beginnt Bandchef Florim zu der Zeit auch die Arbeiten am zweiten Album "Machinery", das im Frühjahr 2011 international veröffentlicht wird. Der Titel drängt sich laut Torre auch auf. "Ich höre oft, dass wir wie eine Maschine klingen. Ich dachte, es wäre spaßig auf diesem Album, diesen Aspekt und die mechanischen Elemente in der Musik zu verstärken."

Eine ausgedehnte Tour durch große und kleine Venues folgte und alsbald steht Album Nummer Drei vor der Tür. Gemischt von Vance Powell, seines Zeichens rechte Hand von Jack White, und dichter im Sound, bleiben De Staat ihrer Marke der eingängigen, aber facettenreichen Rockmusik treu. "I_Con" steht Mitte September 2013 in den Off- und Onlineshops dieser Welt, danach bricht für die Niederländer wieder das Nomadenleben auf ausgedehnter Europatour an.

Zwischenzeitlich haben die Mannen um Florim noch Zeit, mit "Vinticious Versions" ein Album mit Alternativ-Versionen von acht alten Songs zu veröffentlichen. Darüberhinaus erschleicht sich das Video zu "Witch Doctor" von "I_Con" heimlich, still und leise über eine Million Views auf Youtube. Doch danach ist es höchste Zeit für das große "O": Mit dem vierten Album können die Niederländer ihren Bekanntheitsgrad zwar steigern, der große Durchbruch lässt aber zumindest in Deutschland auf sich warten.

De Staat lassen sich davon nicht beeindrucken und touren fröhlich weiter. Im Herbst 2016 erscheint mit "Live In Utrecht" ein Zeugnis dieser vielen Auftritte.

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De Staat - O: Album-Cover
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  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2016 O

Kritik von Josef Gasteiger

Die teuflische Groove-Maschine wird menschlich. (0 Kommentare)

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Do 10.08.2017 Nürnberg (Club Stereo)

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