Porträt

laut.de-Biographie

Darkside

Nicolas Jaar, Jahrgang 1990, hat in seinen frühen Zwanzigern schon ein halbes Musiker-Lebenswerk vorzuweisen. Der Amerikaner chilenischer Abstammung taucht 2010 mit Veröffentlichungen auf seinem eigenen Label Clown & Sunset wie aus dem Nichts auf. 2011 erscheint das Solo-Debütalbum "Space Is Only Noise" und erobert weltweit Hörerkreise anspruchsvoller elektronischer Musik.

Darkside - Psychic Aktuelles Album
Darkside Psychic
Nicolas Jaars Trotzreaktion zwischen Mars-Mission und Dancefloor.

Plötzlich gilt dieser Nicolas Jaar, der zu jener Zeit noch Vergleichende Literatur an einer New Yorker Universität studiert, als eine Koryphäe auf einem Gebiet, das er sich ganz nonchalant selbst geschaffen hat. Sein sophistizierter, abgehangener Elektronica-Sound, seine sich entspannt bei 100BPM entfaltenden House-Grooves sowie die mitgelieferten Ambient-Tapeten, die von profundem Wissen über die Geräuschkultur der letzten 50 Jahre Popgeschehen zeugen, suchen ihresgleichen.

Jaar geht sofort als der neue It-Produzent durch. In der Folge tritt der Aphex Twin-Connaisseur in den angesagtesten Clubs zwischen Berlin, London und New York auf. Anstatt sich auch nur kurz auf den angehäuften Lorbeeren ("Best New Music" bei Pitchfork, "Radio 1's Essential Mix Of The Year" bei der BBC) auszuruhen, bleibt der Labelbesitzer jedoch rastlos.

Während er auf Clown & Sunset weitere Gesinnungsgenossen mit Minimal-House-Ästhetik um sich schart, bricht er noch 2011 zur Darkside auf. Im gleichnamigen Projekt bildet der New Yorker Synergieeffekte mit seinem Tour-Gitarristen und –Drummer Dave Harrington.

Im selben Jahr erscheint die lakonisch selbstbetitelte EP-Premiere. 2013 folgt erst ein Remixalbum zu Daft Punks "Random Access Memories", dann mit "Psychic" der reguläre Langspieler auf dem ebenfalls von Jaar mitbegründeten Abolabel Other People. "Unser Sound basiert auf einer Fee, die mir im Traum begegnet ist. Und auf den schwarzen Klaviertasten", gibt er sich nebulös.

Jaars Falsetto und Harringtons bluesiges Gitarrenspiel prägen den Groove des Albums. Das Resultat ist nur annäherungsweise zwischen Krautrock, Jazz und Balearic Disco zu verorten. "Psychic" ergründet dabei vielschichte musikalische Sphären, die stets den Pop (zumindest entfernt) im Blick haben.

Alben

Darkside - Psychic: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2013 Psychic

Kritik von Hannes Wesselkämper

Nicolas Jaars Trotzreaktion zwischen Mars-Mission und Dancefloor. (0 Kommentare)

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