Porträt

laut.de-Biographie

Commercial Breakup

Anno 2000 erscheint mit "Global Player" das Debüt-Album des Projekts Commercial Breakup. Nichts klingt in jenem Jahr süßer, optimistischer und hinreißender als der elf Songs umfassende Glückskeks auf Silberscheibe.

Commercial Breakup, das ist in erster Linie Vredeber Albrecht, der mit allerlei elektronischem Equipment an seinen Popsongs feilt. Zusammenmit Paula-Sängerin Elke Brauweiler produziert er Songs für die Samplerreihe "Spielkreis 01" ("Little Bear") und "Spielkreis 03" ("All Love Is Green") der Galerie Berlintokyo. Dabei stehen die beiden Protagonisten lediglich bei drei Live-Auftritten zusammen im selben Raum, die Songs entstehen, indem Vredus Elke Tapes mit den Instrumentals der Lieder schickt, über die sie ihren Gesang legt. Trotz oder gerade wegen dieser eher anonymen Arbeitsweise entstehen Klangperlen der schönsten Art, die den Hörer zu Traumreisen einladen und einen unbeschwerten Genuss garantieren.

Bevor jedoch das Album 2000 in den Läden steht, gilt es, ein Label von den Kompositionen zu überzeugen. Der Zufall will es, dass ein Tape auf dem Tisch von Lado wandert und in deren Büros für feuchte Augen und glückliche Herzen sorgt. Nicht ganz wildfremde Menschen umarmen sich, sind einfach froh ob der charmanten Musik, die da aus dem Kassetten-Rekorder tönt. Das mit dem Deal ist also abgehakt. Ein Problemchen bleibt dennoch. Elke Brauweiler ist vertraglich wegen Paula anderweitig gebunden und deren Label verweigert die Erlaubnis, ihr Konterfei auf der Commercial Breakup-Platte zu zeigen. So bleibt es im Video zum New Order-Cover "Bizarre Love Triangle" und dem folgenden "Walking Back Home" bei stilvoll stilisierten Elke-Gesichtern und hübschen Animationen.

Die technische Ausstattung, die Vredeber beim Zusammenbasteln seiner Kompositionen verwendet, ist durchaus veraltet, was den Tracks einen angenehmen, aber sich nicht dem Trend anbiedernden Retro-Touch verleiht. Studiogäste auf Global Player finden sich nach und nach ein. Henning vom Jeans Team, Carsten Meyer (Erobique) und Christiane Rösinger von den Lassie Singers lassen sich blicken, um ihren teil zum eitel Sonnenschein auf CD beizutragen.

Auch bei international angesehenen DJs kommt die eigenwillige Melange anscheinend gut an. Steve Bug, Console, Lexy & K-Paul drehen die Singles durch ihren Musik-Wolf.

Als "Global Player" dann im Oktober 2000 endlich erscheint, ist die Presse voll des Lobes. Einem erfolgreiche Fortsetzung des Projektes steht also nichts im Wege. Dann ist es aber erst einmal still. Vredus geht als Tour-Keyboarder mit Blumfeld auf Reisen und Elke widmet sich wieder Paula. Erst 2004 erscheint mit der Vorab-Single "Superman" wieder ein Lebenszeichen. Mittlerweile arbeitet Albrecht mit verschiedenen Sängerinnen zusammen, Elke Brauweiler hingegen steuert keinen Gesangspart mehr auf "Candied Radio" bei. Das Soundkostüm hat sich ebenfalls geändert. Von den Retro-Anleihen sind kaum mehr Spuren übrig.

Alben

Commercial Breakup - Global Player: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2000 Global Player

Kritik von Alexander Cordas

Underground-Pop der Güteklasse A, manchmal haarscharf am Kitsch vorbei. (0 Kommentare)

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