Porträt

laut.de-Biographie

Cole Porter

Unter den Komponisten und Textern des klassischen American Songbooks nimmt der am 9. Juni 1891 im US-amerikanischen Peru, Indiana, geborene Cole Porter eine besondere Stellung ein. Ist der spätere persönliche Lebenslauf von schwerer Krankheit überschattet, stellt seine Musik dagegen einen oft heiteren und beschwingten Gegenpart.

Bereits im Alter von sechs Jahren übt sich der kleine Cole im Geigenspiel und erhält rund zwei Jahre später Unterricht am Klavier. Rasch erkennt er seine Neigung und Begabung für dieses Instrument und beginnt mit ersten eigenen Kompositionen. Als Sohn wohlhabender Eltern nimmt bei dem interessierten Heranwachsenden die Bildung einen breiten Raum ein.

Nach dem Besuch der Worcester Academy in Massachusetts von 1905 bis 1909 schreibt er sich an der Yale-Universität ein und geht 1913 ins weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Harvard. Porter startet dort im Bereich Jura, wechselt jedoch bald das Fach und beginnt 1915 mit einem Musikstudium.

In diesem Jahr verkauft er seine erste eigene Song-Arbeit: Der Titel "Esmeralda" findet seinen Platz in der Broadway-Revue "Hands Up". Der erste Weltkrieg führt ihn, nach einer ersten Reise 1909, erneut nach Europa. Dort ist er in Frankreich für eine Hilfsorganisation tätig.

Nach dem Krieg verweilt Porter in Paris und bildet sich an einer privaten Musikhochschule fort. 1919 heiratet er Linda Lee Thomas, die er in Frankreich kennen lernt. Nach dem Tod seines Großvaters nennt der angehende Künstler eine stattliche Summe sein eigen, die es ihm und seiner Frau ermöglicht, auf vielen Reisen -oft mit langen Aufenthalten versehen - tief in die europäische Kultur einzutauchen.

Porter macht sich einen Namen als Texter und Komponist. Gegen Ende der zwanziger Jahre startet seine eigentliche Karriere, bei der ihm der berühmte Kollege Irving Berlin ("White Christmas", "Alexander's Ragtime Band") hilfreich unter die Arme greift. Berlin ermöglicht mit seiner Unterstützung die Bühnen-Umsetzung des Musicals "Paris". Der Erfolg am Broadway öffnet Mitte der dreißiger Jahre die Türen der Glitzerwelt Hollywoods.

1937 schlägt das Schicksal unbarmherzig zu: Durch einen Reitunfall erleidet der Komponist schwere Verletzungen an den Beinen, die nach ärztlicher Diagnose eigentlich eine Amputation zur Folge hätten. Doch Porter nimmt stattdessen in den Folgejahren eine zweistellige Zahl an Nachfolge-Operationen in Kauf, die aber kaum Besserung bringen.

Krücken werden sein Begleiter, und auch das geliebte Klavierspiel ist ihm nicht mehr so möglich wie einst. Dennoch setzt er seine Arbeit unbeirrt fort. 1948 gelingt ihm mit dem Musical "Kiss Me, Kate" ein Riesenerfolg. 1954 feiert Deutschlands Superstar Hildegard Knef als Sängerin und Tänzerin Triumphe im Broadway-Stück "Silk Stockings".

Der Tod seiner geliebten Mutter (1952) und von Ehefrau Kate (1954) bedeuten weitere private Schicksalsschläge. 1958 ist sein rechtes Bein trotz aller ärztlichen Pflege entgültig nicht mehr zu retten, und es kommt zur lang vermiedenen Amputation. Die Folgejahre sind von gebrochenem Lebenswillen, Depressionen und Versinken in Alkoholismus geprägt. Am 15. Oktober 1964 stirbt Cole Porter im Santa Monica Hospital.

Die Hinterlassenschaft sind seine zeitlosen und bis heute gern gespielten und gehörten Songs aus rund 40 Musicals. Musiker und Interpreten mehrerer Generationen und unterschiedlichster Stilrichtungen schöpfen aus dem Fundus des außergewöhnlichen Komponisten.

Die Liste der Porter-Verehrer liest sich lang und erlesen: So interpretierten 1994 Frank Sinatra und U2s Bono "I've Got You Under My Skin" als Duett. Sintra selbst zeigte sich ohnehin stets als Fan. Songs wie "Anything Goes", "I Get A Kick Out Of You" oder "What Is This Thing Called Love" gehörten zeitlebens unauslöschlich zu seinem Repertoire.

Die große goldene Zeit des Film-Musicals in Gestalt der Tanz-Legenden Fred Astaire und Ginger Rogers bleibt ohne Porters Arbeiten nahezu undenkbar: Was wären sie ohne Jahrhundert-Nummern wie "Night And Day" und "Cheek To Cheek"? Zu Beginn ihrer Karriere landeten Simply Red mit der Umsetzung von "Ev'rytime We Say Goodbye" einen Titel, der sich seither sogar zu einem ganz persönlichen Markenzeichen von Mick Hucknall entwickelte.

Cover-Aufnahmen sind seit Jahrzehnten allgegenwärtig: Ob im letzten Jahrhundert z. B. Louis Armstrong, Ella Fitzgerald und Natalie Cole bis hin ins neue Jahrtausend etwa Arielle Dombasle - Cole Porters Kunst ist fest verankert in der Historie der Jazz,-Pop- und Swing-Musik.

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