Porträt

laut.de-Biographie

Celebration

Celebration bedeutet Feier. Celebration bedeutet Fest. Und im Fall von Katrina Ford und Sean Antanaitis steht der Begfriff für das vorläufige Ende einer jahrelangen Suche. Celebration ist die mittlerweile vierte musikalische Inkarnation des Ehepaars aus Baltimore, Maryland. Sie haben sich und ihre ureigene Ausdrucksform gefunden.

Hinter Ihnen liegt mehr als eine Dekade voller Kontraste, die - wie so oft - im Punk ihren Anfang nimmt. In den frühen Neunzigern gehört das Duo der Formation Jaks an. Ford übernimmt schon damals den Platz am Mikro, wo sie sich mit expressionistischer Dringlichkeit die Seele aus dem Leib keift und schreit, wie sie wohl nur Menschen innewohnt, die gemeinhin als Getriebene bezeichnet werden.

Oder um es mit der Angesprochenen zu sagen: "Eine spastische chaosverursachende Rockband, der es vor allem darum ging, gewalttätig zu sein." Damals unternimmt Ford auch erste Experimente mit ihrer Stimme: "Ich wollte wie ein Mann klingen." Der Low Budget-Produktion zum Trotz gelten die Aufnahmen in Insiderkreisen als legendär, weshalb Three One G Records 2005 eine Neuauflage beschließt.

Love Life, Kreativstation Nummer zwei im Leben des Paares, stellt den bisherigen Sound auf den Kopf: Statt wilder Noisekaskaden rücken der Song und das Keyboard in den Fokus. Erstmals versucht die Sängerin, ihren Stimmbändern Harmonien zu entlocken, die die große Traurigkeit der nun sehr dunkel gehaltenen Musik angemessen beschreiben. Nach den Alben "The Rose He Lied By" und "Here Is Night, Brothers, Here The Birds Burn" zerfällt Love Life 2003.

Als Ford und Antanaitis in der Folge beschließen, zukünftig unter dem Namen Birdland aufzutreten, ist das die Grundsteinlegung für Celebration. Sie bleiben allerdings nicht lange zweisam - Schlagzeuger David Bergander, schon seit der gemeinsamen Zeit bei Love Life ein Freund der beiden, komplettiert bald darauf das Lineup. Eine weitere Bekanntschaft zahlt sich ebenfalls sehr bald aus: die mit David Andrew Sitek, Produzent und Mitglied von TV On The Radio.

Ford hatte bereits zum TVOTR-Stück "Staring At The Sun" beigetragen, demzufolge eine Selbstverständlichkeit für Sitek, dem Dreier einen Vorstellungstermin beim Label 4AD zu organisieren. Die Verantwortlichen zeigen sich sofort hellauf begeistert und schicken sie mit dem Produzenten nach Brooklyn ins Studio. Dort entsteht im Februar 2005 das Celebration-Debüt, das lange vor dem Deutschland-Release in Übersee begeisterte Kritiken erntet.

Ein energetischer Hybrid aus Slowdance-Momenten, Berganders rastlosen Polyrhythmen und windschiefen Gitarren ist es geworden. Die Frontfrau hält Antanaitis' Orgeln, Bass Moogs und Keyboards beisammen. Ihre Stimme bläst in einem Moment zum wütenden Angriff und wechselt im nächsten auf die Opernbühne, um sich für den kommenden 007-Soundtrack zu empfehlen.

Deutlich sophisticateter und kontrollierter geht der ein nur ein Jahr später releaste Nachfolger zu Werke. Wieder produziert von David Sitek und unter Beteiligung von Yeah Yeah Yeahs-Gitarrist Zinner, rücken Celebration diesmal noch stärker die Orgel in den Vordergrund, die damit zu Fords Stimme zunehmend in Konkurrenz tritt.

Anschließend verabschiedet die Band von klassischen Album-Veröffentlichungen. Im März 2009 verkündet man via Blog, von CDs Abstand zu nehmen zugunsten von Downloads: "Unser Plan ist, zukünftig monatlich neue Songs online zu posten, sobald wir sie kreiert und aufgenommen haben. All unsere Musik wird gratis herunterzuladen sein. Wenn wir dann genug Songs für ein Album zusammenhaben, werden wir es ausschließlich auf Vinyl veröffentlichen - für jene, die etwas in der Hand halten wollen."

Alben

Celebration - Celebration: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2005 Celebration

Kritik von Matthias Manthe

Polyrhythmische Schlagwerk-Kanonen auf Autofeuer blasen zum Angriff. (0 Kommentare)

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