Porträt

laut.de-Biographie

Carnival In Coal

Arno Strobel als Name geht ja noch, aber wenn man Axel Wursthorn heißt, musste man als Kind wohl ziemlich leiden. Ob es letztendlich daran lag, dass letzterer so einige Zeit an diversen Instrumente verbringt, oder ob die Namen vielleicht sogar nur erfunden sind - man weiß es nicht genau. Jedenfalls spielen die beiden schon seit 1989 in zwei Bands zusammen und kennen sich daher ganz gut.

Carnival In Coal - Collection Prestige Aktuelles Album
Carnival In Coal Collection Prestige
Hier galoppiert der Wahnsinn auf der wilden Raubsau.

1997 gründen die beiden in Amiens, Frankreich, ihre eigene Band Carnival In Coal und versuchen damit eine Verbindung aus Mr. Bungle und Pan-Thy-Monium zu schaffen. Wer damit nichts anfangen kann, der mag sich vielleicht einfach mal eine Mischung aus Metal, Electro, Pop, Country und absolut schrägem Humor vorstellen. Geht nicht? Ok, dann hört euch einfach "Vivalavida" an und ihr werdet sehen.

Arno lässt mit seinem Gesang keine Augen trocken, egal ob er mit normaler Stimme singt, scatted, schreit oder grunzt, man nimmt ihm alles ab. Für die musikalische Untermalung sorgt Axel, der sämtliche Instrumente einspielt, bzw. programmiert und mit traumwandlerischer Sicherheit zwischen den genannten Stilen hin und her springt. Textlich unterschreiten sie damit mehr als nur einmal die Grenzen des guten Geschmacks.

Kaum ist das Debüt öffentlich zu haben, schieben die durchgeknallten Franzosen (von wegen, die Spinnen, die Römer) mit "Frech Cancan" ein sehr ungewöhnliches Coveralbum hinterher. Neben einer coolen Black Metal-Version von Ozzys "Bark At The Moon", gibt es Panteras "Fucking Hostile" zum kuscheln. Morbid Angels "Fall From Grace" ist eine Mischung aus Marschmusik und Ambient. Aber auch Sachen wie Genesis' "Mama" oder der Discoburner "Maniac" von Michael Sambello müssen dran glauben.

Das folgende Album "Fear Not Carnival In Coal" weist zwar auch noch eine Coverversion auf, führt ansonsten den Wahnsinn des Debüts in großen Schritten weiter. Da sich zum einen die Frage stellt, mit welcher anderen Band man so ein durchgeknalltes Paar auf Tour schicken kann, und zum anderen, wer den Kram live spielen soll, sieht es mit Auftritten eher mau aus. So wird es in den folgenden vier Jahre auch relativ ruhig um Carnival In Coal. Doch dann, als eigentlich keiner mehr damit rechnet und sich alle in Sicherheit wiegen, schlagen die Franzosen wieder zu.

Inzwischen bei Elitist Records unter Vertrag, einem Sublabel von Earache, haben sie still und heimlich "Collection Prestige" aufgenommen. Darauf schleicht der Wahnsinn nicht auf leisen Sohlen, sondern poltert mit aller Macht durch die elf Nummern. Gastmusiker holen sie sich bei Heavenly, Wormhole und im weiteren Bekanntenkreis. Auch dieses Mal gibt es eine Coverversion zu hören, denn "Living In The Plastic Age" von The Buggles tönt nun wesentlich metallischer als vorher. Irre, aber genial!

Alben

  • Carnival In Coal

    Nicht ganz so durchgeknallt, wie die Musik, aber auch schön irre.

    www.carnivalincoal.com

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