Porträt

laut.de-Biographie

Blaudzun

Sucht man in den Niederlanden nach einem gefeierten Helden im Bereich Folk, dauert es nicht lange, bis man auf den Namen Blaudzun stößt. Dahinter verbirgt sich Johannes Sigmond, der 1974 in Arnhem das Licht der Welt erblickt. Seinen Künstlernamen leitet er vom dänischen Radrennfahrer Verner Blaudzun ab. Der Songwriter ist nämlich begeisterter Radsport-Fan und ihm gefällt der Klang des Wortes Blaudzun so gut, dass er es als Pseudonym wählt.

Blaudzun - Jupiter (Part II)
Blaudzun Jupiter (Part II)
Die Streicher sind verschwunden, die Melancholie bleibt.
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Zu seiner anderen großen Leidenschaft, der Musik, findet Sigmond recht früh. Als er mit sechs Jahren die Aufnahmefunktion seines Kassettenrekorders entdeckt, ist es um ihn geschehen und er beginnt, erste Songs zu schreiben, wie er in einem Interview erzählt.
Gefragt nach seinen wichtigsten Einflüssen spannt er ein weites Feld auf: von den Beatles über Johnny Cash und Nirvana bis hin zu Balkan-, Opern- oder spiritueller Musik zieht er alles als Inspiration für sein eigenes Schaffen heran. Das erklärt auch, warum ihn ein Stempel wie Folk oder Singer/Songwriter nur unter Einschränkungen gerecht wird.

Auf den ersten Blick wirkt er zwar mit Jarvis Cocker-Brille und Scott Matthew-Bart wie ein weiterer zerbrechlich-melancholischer Gitarren-Solokünstler, doch seine Alben strafen vorschnelle Urteile ab. Mit bis zu acht Gastmusikern erzeugt er komplexe Kompositionen mit Streichern, Bläsern, Trommeln, Glockenspiel und vielen anderen Instrumenten, die in seiner Heimat bereits 2008, als dort sein selbstbetiteltes Debüt erscheint, für Begeisterungsstürme sorgen.

Die Referenz für seine vielschichtigen bis pompösen Stücke, die neben dem Folk gleichermaßen in Pop, Rock und Orchestermusik wurzeln, liegt auf der Hand: Blaudzun gilt schnell als das holländische Äquivalent zu Arcade Fire. Die schweren Themen (z.B. Tod, Verlust) der Lyrics sowie die komplette Umsetzung einschließlich des Gesangs selbst ähneln tatsächlich an vielen Stellen den Tracks der kanadischen Übermusiker um Win Butler. Doch Sigmond wahrt nicht nur ein ähnlich hohes Niveau, sondern besitzt auch so viel Eigenständigkeit, dass der andauernde Vergleich nicht weit genug greift.

In seiner Heimat teilt man diese Meinung und überhäuft sein drittes Werk "Heavy Flowers", das 2012 als sein erstes Album auch in Deutschland erscheint, mit Musikpreisen, darunter auch der Edison Award als bester männlicher Künstler, der in den Niederlanden die gleiche Wertschätzung wie ein Grammy erfährt. Bevor 2014 seine vierte Platte "Promises Of No Man's Land" erscheint, hat sich Blaudzun auch hierzulande einen Namen gemacht, zumindest als Live-Act. Mit Auftritten auf verschiedenen Festivals, unter anderem dem Rolling Stone Weekender 2013, entwickelt er sich schnell zu einem Geheimtipp, auf dessen Bühne sich mindestens so viele Musiker tummeln wie bei Arcade Fire, seinen stilistischen Vorbildern.

Alben

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