Porträt

laut.de-Biographie

Big K.R.I.T.

Wenn Lucky Luke wieder mal durch den Wilden Westen reitet, umgeben von einem großen Nichts, kommt er irgendwann in eine Stadt namens Meridian in Mississippi. Aufgrund von strategisch günstigen Eisenbahnlinien besetzten im amerikanischen Bürgerkrieg die Konföderierten die Stadt. Die Gegenseite ließ sie später in Schutt und Asche zurück.

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Anschließend krähte kein Hahn mehr nach der langsam genesenden City - bis sich etwa 148 Jahre später ein gewisser Justin Scott aus der mittlerweile 40.000-Seelen-Gemeinde aufmacht, um in Atlanta an seinem Rap- und Produzenten-Talent zu arbeiten.

Der aus einer streng gläubigen Familie kommende Jungspund entdeckt seine Liebe zum Musikmachen als Teenie an der Playstation: "Ich begann, mit dem MTV Music Generator Beats zu basteln, um diese dann mit dem Kassettenrecorder meines Dads aufzunehmen. Über den Shit rappten wir dann. Das ist wirklich, wie alles begann."

Die Wahl des ersten Künstlernamens fiel auf Kritikal. Aber nach Abschluss der High School und dem Umzug in die weitaus belebtere Stadt Atlanta nennt sich Justin fortan Big K.R.I.T., was für King Remembered In Time steht. Seinen Namen als Maxime betrachtend, kreiert er 2005 wenig erfolgreich Sample-Beats aus dem Feinsten der 70er und 80er Jahre.

Nach einem schweren Start erkennt Sha Money von Def Jam das schlummernde Talent und nimmt ihn nach einigen überzeugenden Hörproben im Frühjahr 2010 unter Vertrag. Das Mixtape "K.R.I.T. Wuz Here" dokumentiert das erste Ergebnis dieser Zusammenarbeit. Die Alarmglocken läuten Sturm, die Hip Hop-Welt horcht auf.

Von Gastbeiträgen für Wiz Khalifa und Curren$y bis hin zu ausgedehnten Touren erhascht der Südstaatler immer mehr mediale Aufmerksamkeit.

Vielen läuft das Wasser im Mund zusammen bei der Vorfreude auf das im März 2011 frei zum Download erhältliche "Return 4 Eva". Bun B und Dirty South-Lehrmeister Ludacris lassen Gastparts springen. Pitchfork überschüttet den Youngstar mit Lob: "Eine der exzellentesten Rapveröffentlichungen des Jahres 2011!"

Wer seine Beats alleine produziert, dem kann auch niemand auf den Rasen kacken. In diese Richtung gehen die Erklärungen, warum K.R.I.T. seine musikalische Untermalung für seine Raps stets selbst in die Hand nimmt.

Im März 2012 schießt er das Mixtape "4 Eva N A Day" vor, das aufgrund seiner hervorragenden 17 Tracks auch durchaus als Langspieler durchgehen könnte. K.R.I.T. verschenkt es aber, wie gehabt, als freien Download.

Das wieder selbstproduzierte Debütalbum "Live From The Underground" erscheint im Juni und führt die Linie der Tapes im Hinblick auf Lyrics, Sound und Beats konsequent fort. 2013 läutet Workaholic K.R.I.T. mit dem superben "King Remembered In Time" die Mixtape-Saison im Januar deep ein.

Der in seiner Kindheit stark von Gospel, Curtis Mayfield, Willie Hutch und Bobby Womack beeinflusste MC erreicht seine Fangemeinde mit einer persönlichen Direktheit, die vielen Wortakrobaten jenseits des Atlantiks fehlt.

"Ich bin Underground für immer", gibt er zu Protokoll, denn "Underground bedeutet für mich, für die Menschen da zu sein. Ich bin zufrieden damit, wo ich in meinem Leben stehe, und mit der Musik, die ich mache."

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