Porträt

laut.de-Biographie

Azure Ray

Laute Töne sind nicht die Sache von Orenda Fink und Maria Taylor. Mit ihren unwiderstehlichen Sirenengesängen und den zerbrechlich-schönen Arrangements schreiben die beiden Südstaaten-Damen die große Tradition amerikanischer Heavenly Voices-Formationenen wie Mazzy Star zeitgemäß fort.

Dunkle Poesie und akustische Gitarrenakkorde treffen bei Azure Ray auf sanft wallende Beats und leichte Blubberelektronik. Eine Mischung, der auch Superstar Moby nicht widerstehen kann und die Damen 2003 mit auf Tour nimmt.

Die Anfänge von Azure Ray finden sich indes in der amerikanischen Provinz wieder, als sich Fink und Taylor in ihrer Heimatstadt Birmingham, Alabama auf dem College treffen, wo sie Ballet und Theater studieren. Eines Abends klimpert Fink auf der Gitarre rum, Taylor zeigt sich beeindruckt, die beiden beschließen eine Band zu gründen und schreiben noch am selben Abend ihre ersten Songs.

So zumindest will es die Bandlegende. Zunächst erregen sie mit ihrem Bandprojekt Little Red Rocket Aufsehen und machen nach einem Konzert in Athens, Georgia, der Heimat von R.E.M., die Bekanntschaft des Crooked Fingers-Produzenten Eric Bachmann, der die beiden überreden kann, nach Athens zu ziehen.

Dort spielen sie 2001 ihr selbstbetiteltes Debütalbum ein, das auf Bachmanns Label Warm Records erscheint. Dunkel melancholische Tracks huldigen den Schattenseiten des Lebens, erzählen von Schmerz, Einsamkeit und Verzweiflung und erfreuen doch gleichzeitig mit eingängig-schönen Melodien.

Athens bleibt jedoch nur Zwischenstation für das Duo. Zwar erscheint der 2002er Longplayer "Burn And Shiver" noch auf Warm Records, in der Folge können die Mädels den Abwerbungsversuchen des renommierten Saddle Creek-Labels allerdings nicht widerstehen und unterschreiben dort für den Nachfolger "Hold On Love", der 2003 in die Plattenläden kommt.

Gleichzeitig machen sich Fink und Taylor auf und ziehen in die Great Plains, nach Omaha, Nebraska. Dort verbreitet die Saddle Creek Label-Familie ein kreatives Umfeld, das einige Beobachter mit dem Spirit in Seattle Anfang der 90er Jahre gleichsetzen. Hier, weit abseits der großen Labels und Promotionagenturen, gibt es noch was zu entdecken. Azure Ray gehören zu den zarten Pflänzchen des amerikanischen Underground.

Ihre musikalischen Blüten bleiben auch Moby nicht verborgen, so dass er Azure Ray 2002 zu sich ins Studio einlädt, wo der Song "The Great Escape" vom Album "18" entsteht. Die kreative Gemeinschaft in Omaha scheint Azure Ray sehr gut zu bekommen. "Hold On Love" überrascht 2003 mit vorsichtig dosierten Elektro-Grooves, die der dunklen Dramatik ihrer Songs bestens zur Seite stehen und den organischen Eindruck der Musik voll unterstützt. Im Jahr darauf beschließen die Damen, sich in Zukunft solo auszutoben.

Maria Taylor und Orenda Fink veröffentlichen in den nächsten Jahren mehrere Longplayer und arbeiten getrennt voneinander an verschiedenen Projekten befreundeter Künstler mit. Erst 2009 finden die beiden wieder zueinander. Nach einer kleinen Tour stürzen sie sich in die Arbeit für ein Album. Mit "Drawing Down The Moon" melden sie sich 2010 zurück.

2012 überrascht das Duo mit einer hörbaren Abkehr vom bisher eingespielten Sound. Experimentieren ist angesagt. Hilfreiche Unterstützung erfahren Azure Ray dabei von Orendas Ehemann Todd Fink, der sich mit seiner Elektro-Band The Faint bereits ebenfalls einen Namen gemacht hat. Resultat sind die sechs Tracks auf der EP "As Above So Below". Statt Gitarre und Piano unterlegen hier - stärker als je zuvor - sphärische Sounds und getupfte Beats die sanften Songs der beiden Frauen.

Die Vorgehensweise beim Songwriting hat sich nicht einschneidend geändert. Für Fans der ersten Stunde mag das dennoch eine gewöhnungsbedürftige Abkehr von bisher Liebgewonnenem besonders der Anfangstage bedeuten. Dennoch bleiben Azure Ray ihrer Grundlinie treu und präsentieren wie gewohnt hauchzart intonierte, verträumte Tracks - nur in neuem, nahezu ausschließlich elektrisch gestöpselten Gewand.

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Azure Ray - Hold On Love: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2003 Hold On Love

Kritik von Daniel Straub

Melancholischer Elektronik-Folk aus dem Weilheim Amerikas. (0 Kommentare)

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Leise Töne im Februar 2004 Der Saddle Creek-Act live im Kölner Gebäude 9.

Der Saddle Creek-Act live im Kölner Gebäude 9., Leise Töne im Februar 2004 | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Der Saddle Creek-Act live im Kölner Gebäude 9., Leise Töne im Februar 2004 | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Der Saddle Creek-Act live im Kölner Gebäude 9., Leise Töne im Februar 2004 | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Der Saddle Creek-Act live im Kölner Gebäude 9., Leise Töne im Februar 2004 | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Der Saddle Creek-Act live im Kölner Gebäude 9., Leise Töne im Februar 2004 | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Der Saddle Creek-Act live im Kölner Gebäude 9., Leise Töne im Februar 2004 | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Der Saddle Creek-Act live im Kölner Gebäude 9., Leise Töne im Februar 2004 | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Der Saddle Creek-Act live im Kölner Gebäude 9., Leise Töne im Februar 2004 | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Der Saddle Creek-Act live im Kölner Gebäude 9., Leise Töne im Februar 2004 | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Der Saddle Creek-Act live im Kölner Gebäude 9., Leise Töne im Februar 2004 | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Der Saddle Creek-Act live im Kölner Gebäude 9., Leise Töne im Februar 2004 | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Der Saddle Creek-Act live im Kölner Gebäude 9., Leise Töne im Februar 2004 | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele)

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