Porträt

laut.de-Biographie

Asobi Seksu

"Womit unsere Musik wirklich zu tun hat, ist Elektrizität." Das hat nicht etwa Ralf Hütter von Kraftwerk erzählt, sondern Lou Reed. Diesen Spruch könnten sich auch Asobi Seksu auf ihre Band-T-Shirts drucken lassen. Denn ohne zig Tretminen auf dem Boden, Halleffekte, Delays und böse Feedbacks würde von ihren Songs bloß schwungvoller Zuckerwatte-Pop übrig bleiben. Das wäre Asobi Seksu definitiv zu wenig. Sie machen elektrische Musik im guten alten Sinne von The Velvet Underground: verstärkt, verhallt, verzerrt, bis alle Sinne auf Overload schalten.

Gegründet wurde die Band 2001 in New York. Schon damals gilt: Bei Sängerin Yuki Chikudate und Gitarrist James Hanna klingt Brooklyn mal anders. Zwischen dem zackigen Indie von Bands wie The Strokes oder Yeah Yeah Yeahs und den nachfolgenden Neo-Hippie-Weirdo-Kollektiven wirken Asobi Seksu mit ihrem "verspielten Sex", so die Übersetzung des japanischen Bandnamens, wie Exoten. Auf ihrem ersten, selbstbetitelten Album gibt es 2004 Origami-Psychedelia zu hören: raffinierte Faltarbeit, bei der die im Grunde recht schlichten Songs in ausufernden Klangschichten immer neu übereinander geklappt wurden.

Der Nachfolger "Citrus" sorgt dann mit seinem Schallwellenschlag definitiv für mehr als einen Sturm im Wasserglas. Medien von Pitchfork bis NME riefen geschlossen das große Revival der Shoegazer aus, Asobi Seksu werden als die neuen My Bloody Valentine gefeiert. Mit dieser Bürde muss eine Band erst einmal klarkommen.

Live geben Yuki und James deshalb, gerade wenn sie live von Freunden an Bass und Schlagzeug unterstützt werden, ihr Bestes, um bloß nicht Shoegaze-Klischee-like auf den Boden zu starren. Yukis ätherische Erscheinung am Keyboard macht vor, wie's geht: Kopf in den Nacken geworfen, Haarpracht geschüttelt und eingetaucht in ein Meer aus Sound.

Was zuerst noch Schwungvoll-Pop mit hämmerndem Klavier und hämmernder Beatbox antäuscht, bricht regelmäßig in kreischende Feedback-Orgien aus. Genau so müssten die Cocteau Twins mit Thurston Moore an der Gitarre klingen. Genau so muss sich verspielter Sex mit Hello Kitty im Kellerstudio von Kevin Shields anfühlen.

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