Porträt

laut.de-Biographie

Adaro

Adaro (Bezeichnung für ein Mensch-Fisch-Wesen) als ein weitere Band abzutun, die auf den Mittelalterzug aufgesprungen ist, der von Bands wie Subway To Sally, In Extremo und Corvus Corax ins Rollen gebracht wurde, wäre mit Sicherheit ein Fehler. Zwar vermischen Christoph Pelgen (Gesang, Dudelsäcke, Bombarde, Krummhorn, Low Whistle), Konstanze Kulinsky (Gesang, akustische und elektrische Drehleier, Alto-Drehleier), Jürgen Treyz (akustische und elektrische Gitarren, Dobro, Fender Rhodes, Akkordeon, Chor), Henrik Mumm (Bass, Cello) und Ulli Stotz (Schlagzeug, Percussion, Loops) ebenfalls mittelalterliche Instrumente und Klänge mit moderner Rockmusik, doch sind die Ansätze meist sehr eigenständig.

Kaum haben sie 1997 zusammen gefunden und die ersten Songs komponiert bzw. intoniert, nehmen sie mit "Stella Splendes" ihre erste CD auf. Neben einigen Eigenkompositionen interpretieren sie vor allem einige Stücke des "Cantigas de Santa Maria" aus dem 13. Jahrhundert und des "Llibre Vermell" aus dem 14. Jahrhundert, die beide aus Spanien stammen. Das Album erscheint über Akku-Disc im Oktober '97. Wie es sich für Spielleute gehört, treten sie dann auf den zahlreichen Mittelaltermärkten auf und gewinnen dort immer mehr Freunde. Zwei Jahre später melden sie sich mit der EP "Words Never Spoken" zurück, auf der sie sich dann auch an deutschem, mittelalterlichen Liedgut versuchen. Aus finanziellen Gründen können sie leider kein komplettes Album aufnehmen und konzentrieren sich folglich nur auf vier Songs.

Nach der EP auf den Geschmack gekommen, beginnen sie damit, die Hinterlassenschaften der alten Minnesänger zu durchforsten, ihr Material zu adaptieren oder aufzuarbeiten. Die Umsetzung ist wieder mal außergewöhnlich - dieser Meinung sind auch SPV, die die Band unter Vertrag nehmen und im April das Album "Minnenspiel" veröffentlichen. Doch auch Labelkollege Ritchie Blackmore und dessen Frau Candice zählen inzwischen zu ihre erklärten Fans. Die Lieder sind durchweg in Mittelhochdeutsch intoniert, haben aber textlich kaum etwas von ihrer Aktualität verloren. Auch zu diesem Album touren sie wieder ausführlich und erweitern damit ihren Bekanntheitsgrad deutlich.

Dann ziehen wieder insgesamt zwei Jahre ins Land, ehe sich Adaro mit ihrem neusten Output "Schlaraffenland" zurückmelden. Auch im siebten Jahr ihres Bestehens widmen sie sich den Künstlern des Mittelalters, wenngleich sich die Texte doch mehr der heutigen deutschen Sprache annähern.

Live sind Adaro immer wieder sehens- und hörenswert, denn dort bringen sie immer wieder Stücke dar, die sich bisher noch nicht auf irgendwelchen Veröffentlichungen befinden. Da die EP "Words Never Spoken" schon eine ganze Zeit lang nicht mehr zu haben ist, entschließen sich die vier Jungs und ein Mädel dazu, eine Extended Edition von der Scheibe zu veröffentlichen. Die sieht dann so aus, dass sie neben den vier Songs noch 14 weitere mit auf das Album nehmen, die sie bei einem Fanclub-Konzert in der Nähe von Tübingen aufgenommen haben. So stehen auf "Words Never Spoken - Extended Edition" mehrere Stücke, die noch nie auf CD zu haben waren.

Um so überraschender kommt im Dezember 2006 die Ankündigung, dass Adaro sich auflösen. Das letzte Konzert der Band findet am 15. Dezember in Tübingen statt und beschert der Band eine angemessene Bühne für ihren Abschied.

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