Porträt

laut.de-Biographie

Blackmore's Night

Was macht ein Rockgitarrist, der in seinem Musikerleben alles erreicht hat? Er nimmt eine Laute zur Hand und lässt seine Freundin zu Renaissanceklängen trällern. So geschehen bei Gitarrengott Ritchie Blackmore und seiner Liebsten Candice Night. Dass dieser Rückzug ins Ruhige und Private nicht das Schlechteste sein muss, zeigt Blackmore allerdings auch.

Nach Welterfolgen mit den Hardrocklegenden Deep Purple und Rainbow vornehmlich in den 70er und 80er Jahrenden sowie einigen Re-Union-Aktivitäten seiner Bands widmet sich der Gitarrist nun seit 1997 seiner Liebe zur alten Musik. Candice Night sang eine Zeitlang backing vocals bei Deep Purple und Rainbow, bis sie sich 26-jährig dazu entschließt, mit ihrem reifen Lebensgefährten Blackmore ein eigenes Projekt auf die Beine zu stellen - dafür lässt sie sogar ihre Karriere als Modell sausen.

Die zwei geben Konzerte in Schlosssälen und Kirchen, ihre Songs kommen häufig ganz ohne Schlagzeug aus und sind zu einem großen Teil aus der Musik der Renaissance und des Folk inspiriert. Eingebettet ist das Ganze in einen Mantel aus aktuellen Pop-Rocksong-Strukturen. Blackmore's Night sagen selbst, dass sie mit ihren Alben die Welt nicht verändern, sondern sich und anderen Menschen einfach eine kleine Freude bereiten möchten. Sowohl Candice als auch Ritchie haben gerade zu Deutschland eine enge Beziehung. Nicht nur, dass sie es sich nicht nehmen lassen, auf vielen Mittelalter-Festen auf zutreten, sie engagieren sich auch für den Erhalt der hiesigen Schlösser und sind aktiv am Tierschutz beteiligt.

Während das Debüt-Album erst im Nachhinein durch Singleauskopplungen Bekanntheit erlangt, steigt die Folgeplatte gleich in die Top 20 der europäischen Charts ein, "Fires At Midnight" schafft gar einen sensationellen sofortigen Top 10-Einstieg. Den beiden Künstlern und ihrer Band gelingt mit Blackmore's Night ein seltenes Kunststück: An der harmonischen Musik erfreuen sich hartgesottene Rockfans aus alten Tagen des Ritchie Blackmore genauso, wie Liebhaber historischer Musik oder Freunde leichter Songs und gefühlvoller Balladen.

Candice und Ritchie verbringen einen guten Teil des Jahres hierzulande und sind mit den Verhältnissen in Deutschland bestens vertraut. So ist es auch zu erklären, dass sie einen Teil des Erlöses der Single "Home Again" an die Opfer der Flutkatastrophe 2002 spenden. Auf den zahlreichen Gastspielen, die die Band während der Tour zu "Fires At Midnight" gibt, läut nebenher das Band mit. Das Ergebnis hört auf den programmatischen Namen "Past Times With Good Company", denn immer wenn Blackmore's Night aufspielen, hat man das Gefühl, ein wichtiger Teil des Ganzen zu sein.

Ohne große Pause starten Candice, Ritchie und Konsorten auch 2003 wieder durch. Schon während der Tour 2002 schreiben sie an Songs für das kommende Album "Ghost Of A Rose", das wieder mit allen bekannten Stärken aufwarten kann. Zwar hat sich Mr. Blackmore ein klein wenig mehr E-Gitarre heraus genommen, dennoch bleibt alles beim Alten.

Beim Alten bleibt es auch mit der liebgewonnenen Tradition, ausgiebig Konzerte zu spielen und jedes Jahr mit einer Veröffentlichung rüber zu kommen. Der Balladensampler "Beyond The Sunset" sowie die von Fans lange herbei gesehnte DVD "Castles And Dreams" retten die Anhänger über die Zeit, ehe Anfang 2006 mit "Village Lantern" wieder ein neues Studioalbum erscheint.

Nachdem die Barden das Jahr über wieder von Burg zu Burg ziehen, beglücken sie ihre Fans rechtzeitig zur Weihnachtszeit mit "Winter Carols" und besinnlichem Liedgut. Knapp ein Jahr darauf erscheint im Herbst 2007 mit "Paris Moon" die zweite Live-DVD.

Nach "Autumn Sky" versucht sich Candice mit "Reflections" erstmals solo und ohne ihren Ritchie - nur um 2013 mit "Dancer And The Moon" wieder in die Arme ihres Göttergatten zurückzukehren.

Denn auf privater Ebene scheinen Ritchie und Candice das Leben zu genießen. Trotz allgemeiner Neugier, wann die beiden denn vor den Altar treten werden, lässt sich das Paar Zeit. Die Verlobung findet zwar schon 1994 statt, Hochzeit ist aber erst im Oktober 2008. So können die Spielleute denn auch mit Gottes Segen als wandernde Musikanten durch die Lande streifen. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann fiedeln sie noch heute.

Interviews

Blackmore's Night: "Geister tragen keine Waffen!"

Juli 2003 "Geister tragen keine Waffen!"

Interview von Alexander Cordas

Für die Proben zur anstehenden "Ghost Of A Rose"-Tour zogen sich Blackmore's Night in die beschauliche Burg Hornberg zurück. Hier war jener Götz zu Hause, der mit dem Zitat "Er aber, sag's ihm, er kann mich im Arsch lecken!" für einen der beliebtesten deutschen Sprüche verantwortlich zeichnet und später durch Goethe literarisch gewürdigt wurde. (0 Kommentare)

News

Alben

Candice Night - Reflections: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 2 Punkte

2011 Reflections

Kritik von Alexander Cordas

Aseptisch, keimfrei und aufregend wie Cola Light. (0 Kommentare)

Blackmore's Night - Autumn Sky: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2010 Autumn Sky

Kritik von Alexander Cordas

Und ewig dreht sich die Leier und dudelt der Sack. (0 Kommentare)

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Fr 01.08.2014 Krefeld (Burg Linn)

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