Michael Patrick Kelly hatte viel zu erzählen. Nicht nur deshalb entwickelte sich die wohl beste Staffelfolge.

Südafrika (dük) - Eine fantastische Woche für Sing meinen Song-Fans! Dank Boulevard und Tageszeitungen durfte die ganze Woche über die Liebesgerüchte um LEA und Nico Santos diskutiert werden. Da rieb man sich hinter den Kulissen bestimmt schon eifrig die Hände ob der riesigen Reichweite dieses potenziellen Power-Couples und fantasierte von gemeinsamen Duetten - doch leider hat LEA die Beziehung bereits dementiert.

"Er steht für so viel Gutes"

Zu Beginn der letzten Episode, in der einer der Beteiligten einen Abend lang im Mittelpunkt steht, hören wir die Klänge von Bruce Springsteens Klassiker "I'm On Fire". "Ein absoluter Weltstar, der Typ. Der ist für mich so 'ne Ikone, der macht das schon so lang. [...] Für mich einer der größten Rockstars. Er steht für so viel Gutes. [...] Da spürt man eine wahnsinnige innere Weite. [...] Einer der größten Künstler unserer Zeit". Die Rede ist dann aber nicht von Bruce Springsteen, sondern natürlich von Gastgeber Michael Patrick Kelly, dessen Songs LEA, Nico Santos, Max Giesinger, Ilse DeLange, MoTrip und Jan Plewka diesmal interpretieren.

Als Mitglied der Kelly Family machte sich 'Paddy' in den 90ern einen Namen und tourte durch ausverkaufte Hallen und Stadien in Europa. Aufgrund des immensen Erfolgs stand Kelly im Zentrum der Öffentlichkeit, wurde einerseits angehimmelt, andererseits wegen des alternativen Lebensstils und der Optik der Familie verspottet. Ende 2004 hatte Paddy genug, entschied sich für ein Dasein als Mönch und verbrachte fortan Jahre im Kloster.

Kelly hat vieles erlebt und folglich einiges zu erzählen - ein Grund, warum diese Ausgabe der Vox-Sendung weniger langweilte als sonst. An den Quoten ließ sich das aber nicht ablesen, denn die Kelly-Folge stürzte die Show in ihr bisheriges Staffeltief.

Den musikalischen Einstieg vor der romantischen Couch liefert LEA. Sie suchte sich "Friends R Family" von Kellys letztem Album "iD" aus. Warum? Selbstverständlich weil die Gruppe mittlerweile zu einer 'Familie' geworden ist: In inniger Umarmung singt die Gruppe auch ohne Band-Begleitung noch weiter.

Werbung für die Tour

Fröhlich scherzend sitzt besagte Familie dann auf der Couch und lacht so lauthals über Paddys Witze, dass man es ihr trotz der durchaus vorhandenen schauspielerischen Fähigkeiten nicht abnimmt. Als nächstes ist Jan Plewka von Selig dran, er intoniert einen zu ihm und seiner Band passenden Rock-Song aus Kellys Repertoire. Vorher schaut sich die Gruppe aber erst mal spektakuläre Konzertaufnahmen inklusive Feuerwerk und Crowdsurfing von Kelly an - die gemeinsame Sing meinen Song-Tournee zur aktuellen Staffel bewirbt sich schließlich nicht von alleine.

Auf MoTrips Nachfrage erzählt Paddy von der Kelly Family-Zeit, und warum er sich gegen die Teilnahme an der großen Reunion entschieden hat. Er habe nicht mehrere Jahre mit Nostalgie und dem Aufleben vergangener Zeiten verbringen wollen und sich daher gegen das große Geld entschieden. Nur so habe er sich als Künstler weiterentwickeln können. Trotzdem möchte er die Zeit nicht missen.

Danach steht Kelly selbst mit "Beautiful Madness" auf der Bühne, dem Titelsong der Staffel. Dieses gar nicht so schlechte Stück sei aus schmerzhaftem Liebeskummer entstanden. Am Ende ist aber doch alles gut gegangen, erzählt Kelly vielsagend auf seinen Ring am Finger deutend.

Bruce Springsteen im Chor, aber ohne Charme

Zwischendurch singen alle gemeinsam das eingangs erwähnte "I'm On Fire" von Bruce Springsteen. Zu siebt und von Max Giesingers Gitarre begleitet rauben die Protagonisten dem Stück allerdings jeglichen Charme.

Mit "Holy" von Kellys vorletzten Album "Ruah" sorgt Ilse DeLange für einen schönen Moment ohne affektierte Fröhlichkeit, dafür mit reichlich Pathos. Sich eine so intime Darbietung anzuhören, unter freiem Sternenhimmel, Grillenzirpen im Hintergrund, umgeben von der südafrikanischen Abendluft, ist sicher ganz nett - wenn man denn die ganzen Kameras ausblenden kann, die auf einen gerichtet sind.

Kelly berichtet dazu, "Holy" sei der erste Song nach der Zeit im Kloster gewesen. Vorher sei ihm sogar die Lust an der Musik abhanden gekommen. Nicht die erste depressive Phase im Leben des Musikers, denn mit Anfang 20 plagten ihn Selbstmordgedanken. Das von Nico Santos gesungene Stück "Et Voilà" sei eine Erinnerung an diese Zeit. Traurig klingt es in der Version von Santos gleichwohl nicht. Während seiner Performance tanzt er Salsa mit Ilse, stößt einen Michael Jackson-Gedächtnisschrei aus und trifft dabei jeden Ton.

Die Kalimba für den besten Auftritt des Abends vergibt Kelly aber trotzdem nicht an Nico, sondern an Ilse DeLange, weil sie Kelly "zutiefst berührt" und es "musikalisch großartig" gemacht hat. Jan Plewka muss natürlich wieder übertreiben und wirft noch ein "Das war wirklich ein heiliger Moment!" ein. In der nächsten Folge am kommenden Dienstagabend geben Kelly und Co. dann ihre Duette zum Besten.

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